16.06.2020 | 22:00 Uhr Streik bei Sonnländer-Saft in Rötha

Verschiedene Fruchtsäfte in Tetrapacks
Bildrechte: imago/Becker&Bredel

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat erneut zu Warnstreiks in der sächsischen Ernährungsindustrie aufgerufen. Wie die Gewerkschaft mitteilte, wird seit Dienstagabend für 24 Stunden beim EDEKA Fruchtsafthersteller Sonnländer Getränke in Rötha gestreikt. In den vergangenen Wochen gab es bereits bei den Unternehmen Frosta-Tiefkühlwerk Lommatzsch und Cargill-Ölwerk Riesa, sowie Bautz’ner Senf und Vandemoortele Lipids Dresden Arbeitsausstände.

Die Beschäftigten fordern eine Angleichung ihrer Löhne an das Niveau vergleichbarer westdeutscher Betriebe und Tarifgebiete. Laut Gewerkschaft bestehen im monatlichen Entgelt noch Lohnunterschiede von bis zu 800 Euro. Zudem fordert die NGG, dass die untere Lohngruppe mindestens zwölf Euro betragen muss und die anderen Lohngruppen entsprechend angepasst werden.

Freiwillige Erhöhung statt Lohnangleichung

Wie die Gewerkschaft NGG mitteilte, weigert sich der sächsische Arbeitgeberverband Nahrung und Genuss über eine Angleichung der Löhne zu verhandeln. Stattdessen sei den Mitgliedsbetrieben empfohlen worden, die Entgelte "freiwillig um drei Prozent" zu erhöhen. Im 30. Jahr der Deutschen Einheit müsse die Lohnmauer endlich fallen, forderte Olaf Klenke, Verhandlungsführer von der NGG Ost.

Die Beschäftigten führen einen Kampf für soziale Gerechtigkeit. Sie wollen nicht mehr Beschäftigte 2. Klasse sein und teilweise Armutslöhne erhalten.

Olaf Klenke Verhandlungsführer NGG Ost

Das sei weder gerechtfertigt noch habe das mit Wertschätzung zu tun. Für diese Anliegen und die Streiks gibt es laut Klenke viel Rückhalt in den Betrieben.

Gemeinsamer Protest in Dresden

In Rötha will die Gewerkschaft NGG am Mittwochmorgen zusammen mit der Spät- und Frühschicht von Sonnländer sich auf dem Markt versammeln und dann gemeinsam nach Dresden zu der Zentralkundgebung vor dem Gewerkschaftshaus demonstrieren.

Jetzt wird mit der gemeinsamen Streikkundgebung betriebsübergreifend das Anliegen deutlich gemacht.

Olaf Klenke Gwerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

In den bisher stattgefundenen Tarifverhandlungen hat die NGG deutlich gemacht, dass zum Abbau der bestehenden Lohnlücke auch über einen Stufenplan gesprochen werden kann. Dazu ist es aber nicht gekommen, weil es die Arbeitgeberseite bisher ablehnt, sich zur Angleichung zu bekennen.

Mitarbeiter von Bautz'ner Senf fordern auf Schildern die Angleichung der Löhne in Ost- und Westdeutschland
Bei Bautz'ner Senf wurde bereits gestreikt. Ein Facharbeiter verdient dort einen Stundenlohn von 12,14 Euro. Sein Kollege bei Löwensenf in Düsseldorf verdient pro Stunde 18,44 Euro. Obwohl es ein Konzern ist (Develey) gibt es einen Lohnunterschied von 35 Prozent. Bildrechte: NGG

Das Tarifgebiet der Ernährungsindustrie Sachsen umfasst insgesamt über 1.300 Menschen in einem Dutzend Betrieben. Dazu gehören Unternehmen wie Bautz’ner Senf (Develey), Jägermeister in Kamenz, Lausitzer Früchteverarbeitung in Sohland, Sonnländer Getränke (EDEKA) in Rötha, das Unilever Werk Auerbach und die Vandemoortele-Werke in Dommitzsch und Dresden. Im Sonnländer-Werk in Rötha sowie dem Lager in Borna sind rund 160 Kolleginnen und Kollegen beschäftigt.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.06.2020 | 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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