27.04.2017 | 14:24 Uhr Eutritzscher Freiladebahnhof: Ein neuer Stadtteil für Leipzig

In Leipzig entsteht ein neues Viertel, bei dessen Gestaltung die Bürger mitreden können. Am Mittwoch fand das erste Bürgerforum zum Eutritzscher Freiladebahnhof statt.

Bürgerforum Eutritzscher Freiladebahnhof
Das Bürgerforum in der Mensa des Finanzamtes war gut besucht. Bildrechte: MDR/Lars Tuncay

Auf dem Areal des ehemaligen Eutritzscher Freiladebahnhofs soll ab 2020 ein neues Wohn- und Arbeitsquartier heranwachsen. Auf 25 Hektar sind bis zu 3.000 neue Wohnungen geplant, zwei Schulen und 330 Kitaplätze. Vier Hektar sollen für Freiflächen zur Verfügung stehen, wie zum Beispiel Parks. Einen Namen gibt es schon: Quartier 416, benannt nach dem Bebauungsplan, der die Nummer 416 trägt. Wie genau der neue Stadtteil zwischen Eutritzscher und Delitzscher Straße aussehen soll, ist aber noch offen. Hier kommen die Leipziger ins Spiel.

Ein großer Spielplatz

Bürgerforum Eutritzscher Freiladebahnhof
Auf Postkarten konnten die Leipziger ihre Fragen, Wünsche und Bedenken festhalten. Bildrechte: MDR/Lars Tuncay

Am Montag fand ein erstes Bürgerforum statt, bei dem viele Leipziger ihre Ideen und Bedenken äußerten und mit den Städteplanern ins Gespräch kamen. Mehrere Leipziger wünschen sich einen großen Spielplatz. Außerdem wurde die Sorge um bereits bestehende Unternehmen in dem Gebiet laut. Können sie bleiben? Es kamen Fragen zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und wie hoch die Häuser sein werden. Rede und Antwort standen den Leipzigern u.a. Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau und Christoph Gröner. Er ist der Vorstandsvorsitzende der Leipziger CG Gruppe, die das Areal 2016 gekauft und das Projekt gemeinsam mit der Stadt entwickelt hat. Kulturelle Einrichtungen, wie die Clubs So&So und der TV Club sollen laut Gröner erhalten bleiben. Der Schrotthändler werde sicher dem Wohngebiet weichen müssen. Man sei seit 2016 im Gespräch mit den Gewerbetreibenden.

Wir wissen noch nicht, wo die Straße langgeht, wir wissen noch nicht, wie hoch die Häuser werden oder wie breit. Wir wollen zuhören. Wir wollen Ihre Ideen, Ihre Erfahrungen.

Christoph Gröner Leipziger CG Gruppe

Großfamilien neben Studenten

Laut Dubrau soll im Zentrum-Nord ein Stadtteil der kurzen Wege entstehen, mit einem guten öffentlichen Nahverkehr und wenig Verkehrsaufkommen. Statt am Stadtrand zu bauen, soll das Zentrum verdichtet werden und günstiger Wohnraum entstehen. Gröner stellt sich vor, dass im Quartier 416 Besserverdiener neben Menschen mit geringerem Einkommen wohnen werden, Großfamilien neben Rentnern, Studenten neben Ausländern. Auch die angrenzenden Gebiete sollen durch den neuen Stadtteil aufgewertet werden. Zum Beispiel durch Parks, die natürlich von allen Leipzigern genutzt werden können, genauso wie der öffentliche Nahverkehr. Außerdem entstehen neben Wohnungen auch neue Arbeitsplätze in der Gegend. Der neue Stadtteil soll mit Gohlis und Eutritzsch vernetzt werden.

30 Prozent der Wohnungen sollen mit Mitteln des sozialen Wohnungsbaus gefördert werden und damit sehr viel preiswerteter auf den Markt kommen als es üblicherweise der Fall ist.

Dorothee Dubrau Baubürgermeisterin Leipzig

Transparenz bei der Entstehung

Jeder Planungsschritt soll für die Öffentlichkeit nachvollziehbar sein und ein Miteinander zwischen Bürgern, Stadt und Investoren entstehen, so Dubrau. Bis 2019 wird es Nachbarschaftsforen und -werkstätten geben.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR 1 RADIO SACHSEN | 27.04.2017 | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 27. April 2017, 14:24 Uhr

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