Wiedereröffnung in Leipzig Coffe-Baum-Museum in neuem Gewand

Der Besuch im "Arabischen Coffe Baum" gehört für Leipzig-Touristen zum Pflichtprogramm. Das traditionsreiche Haus in der Innenstadt steht wie kaum ein anderer Ort für die Kaffeekultur in Sachsen. Nach über 17 Jahren wurde nun die geschichtsträchtige Ausstellung in den oberen Stockwerken überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht.

Sammeltasse mit Blütendekor.
Bildrechte: MDR/Katharina Pritzkow

Moderne Farben, neue Exponate und überarbeiteter Inhalt – so kommt die ständige Ausstellung im Arabischen Coffe Baum seit dem Umbau daher. Das Konzept des Kaffee-Museums ist aber gleich geblieben, meint der Leiter des Stadtgeschichtlichen Museums Volker Rodekamp.

"Wir wollten dieses Thema nicht zu stark pädagogisch präsentieren. Als wir dieses Museum erdacht haben vor knapp 20 Jahren, haben wir gesagt, wir müssen etwas Unterhaltsames bieten. Wir wollten ein Museum machen, das den Leuten gefällt. Es sollte kein lernorientiertes Museum sein."

Vom Kaffee zum Henkel

15 Themenräume umfasst nun die Ausstellung – fünf von ihnen sind komplett neu: Kaffee als Kolonialware zum Beispiel, in der DDR oder auch als Fair-Trade-Produkt sind Themen, die sich nun im Museum finden. Weiterhin zu sehen ist aber auch die historische Tassen-Sammlung. Die wäre ohne den Siegeszug der gerösteten Bohne im 18. Jahrhundert in Europa vielleicht gar nicht zustande gekommen, weiß Rodekamp:

2 Tassen
Erst kam der Henkel, dann der Bartschutz. Bildrechte: MDR/Katharina Pritzkow

"Natürlich hat Kaffee, das neue heiße Getränk, das man in Europa so gar nicht kannte, dazu geführt, dass man sich neue Tischkulturen überlegen musste. Und die Tasse ist gewissermaßen ein Ergebnis dieser neuen Heißgetränke. Denn an den Becher kam einen Henkel, um den heißen Becher besser in der Hand halten zu können."

Auch echte Kuriositäten befinden sich in der Sammlung, wie beispielsweis eine Barttasse. Die sollte Männern mit Schnauzbart nasses Gesichtshaar ersparen.

Neues in historischem Charme

Seit der Eröffnung des Museums 1999 haben rund 400.000 Besucher den Weg in die Ausstellung gefunden. Das habe man den Räumen auch angesehen, so Rodekamp. Mit der Neugestaltung soll das Kaffeemuseum Besuchermagnet bleiben. Allerdings war der Umbau eine echte Herausforderung, verrät die Kuratorin der Ausstellung Anne Dietrich:

"Wir haben hier ein historisches Haus aus dem Jahr 1556. Die Räume, die früher als Mietsräume genutzt wurden, sind ganz unterschiedlich groß. Wir versuchen, den historischen Charme, den das Haus hat, auch in der Neugestaltung zu begegnen, indem wir die bestehende Struktur nutzen. Zugleich wollten wir auch zeigen, dass man in diesem alten Gemäuer etwas Neues präsentieren kann."

Die neue Ausstellung hat ab dem 31. Januar 2017 für Besucher geöffnet.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch in Hörfunk und Fernsehen MDR 1 RADIO SACHSEN | 30.01.2017 | 16:20 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 30.01.2017 | 19 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. November 2018, 11:04 Uhr

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