22.01.2020 | 17:20 Uhr Ein Tatverdächtiger von Connewitz auf freiem Fuß

Ein Feuer brennt an einem Einkaufswagen auf einer Kreuzung im Stadtteil Connewitz.
Bildrechte: dpa

Rund drei Wochen nach den Angriffen auf Polizisten zu Silvester in Leipzig-Connewitz ist ein Beschuldigter aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft setzte ein Richter den Haftbefehl auf ihren Antrag hin gegen Auflagen außer Vollzug. Die Ermittlungen gegen den Mann liefen weiter. Meldeauflagen seien aber genug, um einem potenziellen "Fluchtanreiz" entgegenzuwirken. Dem 30-Jährigen werden ein Angriff auf Vollstreckungsbeamte sowie Widerstand, vorsätzliche Körperverletzung und Gefangenenbefreiung vorgeworfen. Er saß seit dem 2. Januar in Untersuchungshaft.

Noch zwei Verdächtige in U-Haft

Nach der Haftverschonung des 30-Jährigen befinden sich aktuell noch zwei Beschuldigte wegen einer mutmaßlichen Beteiligung an den Angriffen in Untersuchungshaft. Ein weiterer Beschuldigter im Alter von 27 Jahren wurde vor zwei Wochen bereits in einem sogenannten beschleunigten Verfahren zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Er hatte einem Polizisten ein Bein gestellt. Auch er saß zunächst in Untersuchungshaft. Bei den Auseinandersetzungen in Connewitz waren mehrere Polizisten verletzt worden. In einem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Mordes, weil ein bereits verletzter Beamter erneut attackiert worden sein soll. Die Täter sind unbekannt. Die vier bislang inhaftierten Beschuldigten haben damit nichts zu tun.

Öffentlichkeitsarbeit der Polizei hat juristisches Nachspiel

Ein Twitter-Nutzer, den die Polizei in einer ersten Pressemitteilung namentlich erwähnt hatte, hat unterdessen Klage beim Verwaltungsgericht Leipzig eingereicht. Darin verlangt der Mann die Feststellung, dass die Behauptung der Polizei, er habe in einem Tweet schwerste Verletzungen von Menschen gerechtfertigt, nicht den Tatsachen entspreche. Wann über den Fall verhandelt wird, steht noch nicht fest. Die Polizei hatte die kritisierte Pressemitteilung unter anderem im Internet veröffentlicht, später aber verändert und den Namen des Mannes getilgt.

Der Twitterer hatte sich vor Einreichung der Klage direkt an den Leipziger Polizeipräsidenten Torsten Schultze gewandt und eine Richtigstellung verlangt. Die Polizei hat dies abgelehnt. Nun muss das Verwaltungsgericht entscheiden.

Quelle: MDR/kb/afp/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.01.2020 | ab 18:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2020, 17:20 Uhr

46 Kommentare

MDR-Team vor 4 Wochen

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MDR-Team vor 4 Wochen

Lieber Nutzer,

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Sollte es relevante Entwicklungen geben, wird der MDR darüber berichten.

Mit besten Grüßen

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DER Beobachter vor 4 Wochen

Wobei der GdP-Sprecher und ich offenbar unterschiedliches Videomaterial gesehen haben. Da war abgesehen von den zwei sichtbaren und gewiss nötigen Festnahmen nichts mit Steinwürfen oder versehentliches oder nötiges Umrempeln beim Rausführen, sondern gezieltes Dreinschlagen auf Umstehende, während den gezielten Tretern auf den Kopf des Unbehelmten aus dieser einen Gruppe heraus in der anderen Situation offenbar gar nichts weiter geschah und die Polizei da offenbar immer noch im Dunkeln tappt, obwohl ganz schnell Kollegen in größerer Anzahl da waren...

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