Zu Besuch auf dem Hof von Elke Neubert in Beckwitz bei Torgen (Walkmühlenhof). Die Landwirtin hat bisher noch keine Dürrehilfen bekommen.
Elke Neubert vom Walkmühlenhof in Beckwitz. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Folgen des Hitzesommers Bäuerin aus Sachsen: "Wir haben noch keine Dürrehilfe bekommen."

Mit Dürrehilfen wollte die Politik Bauern nach dem extremen Sommer 2018 unter die Arme greifen. In der Praxis scheint das aber gar nicht so einfach zu sein. Die Auszahlung der Gelder gestaltet sich schwierig.

Zu Besuch auf dem Hof von Elke Neubert in Beckwitz bei Torgen (Walkmühlenhof). Die Landwirtin hat bisher noch keine Dürrehilfen bekommen.
Elke Neubert vom Walkmühlenhof in Beckwitz. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Der Sommer 2018 war für die Landwirtschaft eine Naturkatastrophe. Bund und Länder haben deshalb im Herbst Dürrehilfen für Bauern beschlossen. Allerdings gibt es da ein Problem. Das Geld war lediglich im Bundeshaushalt 2018 vorhanden. 2019 muss es erst wieder neu eingestellt werden.

Anträge mussten nachgebessert werden

"Eigentlich war das von vornherein ein Unding. Es war doch klar, dass in der Kürze der Zeit keine Behörde diese Unmenge an Bescheiden und Fragen bearbeiten kann", sagt die nordsächsische Landwirtin Elke Neubert, die den Walkmühlenhof in Beckwitz bei Torgau bewirtschaftet. Erschwerend kam hinzu, dass die meisten Anträge ohnehin nicht sofort genehmigt wurden, sondern nachgebessert werden mussten. Auch Elke Neubert, die ursprünglich fristgerecht alle Dokumente abgeliefert hatte, war gezwungen, Unterlagen nachzureichen. Und schon war es 2019 – ein neuer Haushalt galt, in dem noch keine Dürrehilfen standen.

Unangenehme Gespräche mit Geschäftspartnern

Zu Besuch auf dem Hof von Elke Neubert in Beckwitz bei Torgen (Walkmühlenhof). Die Landwirtin hat bisher noch keine Dürrehilfen bekommen.
Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Ohne diesen formalen Akt gab es aber nicht mal einen Zuwendungsbescheid. Der würde Elke Neubert schon reichen. "Und wenn es für Zwischenkredite ist, dann hätte man für die Bank etwas in der Hand", sagt die Landwirtin, die mit ihrem Betrieb durch die Dürre einen Schaden von reichlich 60.000 Euro erlitten hat. Wenn man einen Teil der Verbindlichkeiten nicht bedienen könne, müsse man immer wieder mit den Geschäftspartnern reden und sich entschuldigen. "Das geht alles, ist aber nicht schön. Und es kostet Kraft", sagt Neubert. Trotzdem muss es weitergehen. Daher gilt auch ohne Dürrehilfen erst einmal Folgendes: Hafer und Weizen müssen in die Erde. "Klar das müssen wir machen. Wenn wir jetzt die wichtigen Termine auf dem Feld verpassen, dann ist ja die nächste Ernte in Gefahr."

Elke Neubert stürzt sich in die Arbeit und will sich auch nicht beklagen: Das Geld wird schon kommen, aber ihr Gesicht sagt auch: Es nervt. Dann zuckt sie mit den Schultern: Berufsrisiko. "Unsicher ist es immer. Aber wenn wir das nicht gewollt hätten, dann hätten wir eben was anderes lernen müssen."

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.03.2019 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Leipzig

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Zuletzt aktualisiert: 15. März 2019, 21:51 Uhr

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