ine seltene Holzbiene sitzt auf einer Blüte und sammelt Nektar.
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Online-Petition Tierschützerin aus Eilenburg will die Wildbienen retten

Was die Bayern können, schaffen wir auch. Das dachte sich eine engagierte Tierschützerin aus Eilenburg und startete ebenfalls eine Onlinepetition zum Schutz der Wildbienen. Wegen des großen Zuspruchs hat Uta Strenger ihr Ziel auch gleich etwas höher gesteckt.

ine seltene Holzbiene sitzt auf einer Blüte und sammelt Nektar.
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Uta Strenger aus Eilenburg möchte die Wildbienen in Sachsen retten. Dazu hat die Tierschützerin Mitte Februar eine Onlinepetition gestartet. Zunächst steckte sie sich ein kleines Ziel und wollte mithilfe von 2.000 Unterstützern eine Petition im Sächsischen Landtag einreichen. Nun sind schon fast 8.000 Stimmen zusammengekommen. Wegen des großen Zuspruchs strebt die Bienenschützerin nun an, 40.000 Unterschriften zu sammeln, um einen Volksantrag stellen zu können. Bis August will sie ihre neues Ziel erreichen.

Ich bin total überwältigt und würde mich am liebsten bei jedem Einzelnen, der unterschrieben hat, bedanken. Was ich mir vorstelle ist, dass mehr Wildblumenwiesen anstatt Rasenflächen genutzt werden, dass vielleicht auch Streuobstwiesen mehr kommen, dass man die Sträucher nicht immer so zurückstutzt, das wäre schon mal ein Anfang.

Uta Strenger Initiatorin der Onlinepetition "Rettet die Bienen in Sachsen"

Petition und Volksantrag Das Petitionsrecht ist in der Verfassung des Freistaates Sachsen verankert. Laut Artikel 35 hat jede Person das Recht, "sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Bitten oder Beschwerden an die zuständigen Stellen und an die Volksvertretung zu wenden". Auf die Petition muss in angemessener Frist reagiert werden.

Auch die Bestimmungen für einen Volksantrag sind in der Sächsischen Verfassung festgeschrieben. Es ist ein Gesetzentwurf, der vom Volk ausgeht. Der Entwurf muss laut Artikel 71 zusammen mit einer Begründung beim Landtagspräsidenten eingereicht werden. Die Voraussetzung: "Er muss von mindestens 40.000 Stimmberechtigten durch ihre Unterschrift unterstützt sein." Weiter heißt es in Artikel 72: "Stimmt der Landtag dem unveränderten Volksantrag nicht binnen sechs Monaten zu, können die Antragsteller ein Volksbegehren mit dem Ziel in Gang setzen, einen Volksentscheid über den Antrag herbeizuführen."

Wie helfe ich Wildbienen?

Eine Frau mit langen, dunklen Haaren steht neben einem Bienenstock
Bildrechte: MDR

Mit ihrer Petition will sich Uta Strenger dafür einsetzen, dass Naturlandschaften erhalten bleiben, dass es mehr wilde Wiesen gibt und die Artenvielfalt geschützt wird. Das funktioniert alleine nicht, erklärt sie in der Begründung ihrer Petition: "Nur gemeinsam können wir etwas zum Guten verändern." Doch neben der Unterschrift gebe es auch noch andere Möglichkeiten, Gutes zu tun.

Im Gespräch mit MDR SACHSEN gibt sie Tipps: So können auf Fensterbänken, Balkons oder im Garten bienenfreundliche Blumen oder Wildblumenmischungen ausgesät werden. Letztere hätten den Vorteil, dass sie nacheinander blühen. Grundsätzlich empfiehlt sie, einheimische Pflanzen zu bevorzugen, "mit denen unsere Insekten etwas anfangen können". "Es nützt mir nichts, wenn ich ganz tolle blühende Blumen habe, die sind vielleicht aus Afrika importiert. Auch wenn es richtig toll aussieht, wundert man sich dann, warum passt das nicht?"

Zahlreiche Fragen zu diesem Thema beantwortet die Fachinformatikerin auch per Mail. Allerdings komme sie wegen so vieler Anfragen oft kaum hinterher.

Petition "Rettet die Bienen in Sachsen" - Petition zur Rettung bedrohter Wildbienen, ca. 300 Arten in Sachsen

- Unterstützer der Petition kommen größtenteils aus Sachsen, gefolgt von Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern

- die meisten sächsischen Unterstützer kommen aus dem Landkreis Leipzig und Dresden

- täglich kommen rund 150 neue Unterschriften hinzu

- in Bayern haben 1,75 Millionen Menschen das Volksbegehren "Rettet die Bienen" unterzeichnet

Quelle: MDR/cb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.03.2019 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Leipzig

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Zuletzt aktualisiert: 19. März 2019, 08:01 Uhr

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2 Kommentare

24.04.2019 19:33 Sabine1 2

Unterzeichnen ist das Eine , selbst tätig werden das Andere . Gärten an den Häusern mit Obstbäumen und Blumen waren schon mal ein Beitrag . Es ist aber der jungen Generation nicht klar , dass auch ein eigener Beitrag anstelle einer solchen petition möglich ist . Dazu wäre noch viel zu sagen und zu schreiben .

19.03.2019 19:49 Maria A. 1

Jeder halbwegs mit denkende Bürger will natürlich, dass alle Arten von Bienen erhalten bleiben, wie auch generell das Insektensterben eingedämmt werden sollte. Und man möchte seinen Beitrag leisten, auch per Unterschrift. Noch besser wäre, mit tätiger Mithilfe. Ich habe oft zum Thema Kommentare gelesen, wo sich vorwiegend Städter laienhaft geäußert haben und die Landwirtschaft als Beelzebub anprangerten. Selbst unter jungen Menschen vom Land wird dies manchmal nachgeplappert. Während deren Eltern, später sie selbst, Grundstücke haben, die nur aus Rasenflächen bestehen, die nicht mal mehr ein Obstbaum schmückt. Kies um die Häuser, vor der Tür ein saisonaler Blumenkübel, dazu die obligatorische Lebensbaumhecke als Sichtschutz. Dort wird sich kein emsiges Summen hören lassen, denn wovon sollten sich die Insekten ernähren? Frühblüher bieten erste Anreize, dann mehrjährige Stauden, die später von einfach gefüllten Sommerblumen abgelöst werden. Warum nicht mal sowas in die Blumenkübel?

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