Keine Verbindung Trossin: Wenn der Notruf zum Notfall wird

Hachemühle in der Gemeinde Trossin liegt idyllisch. Eingebettet zwischen Feldern, Wäldern und dem Dommitzscher Grenzbach. Eine Gegend, wo sich Fuchs und Hase "Gute Nacht" sagen können. Sie sollten dies aber nicht per SMS oder WhatsApp tun wollen. Denn Trossin ist ein weißer Fleck auf der Karte der Telefonie, egal ob via Kabel oder Funk. Und das ist nicht lustig.

Auf einem Fahrzeug der Bereitschaftsfeuerwehr in Bamberg ist der Schriftzug 'Feuerwehr 112' angebracht.
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Auf dem Parkplatz des Waldhotels Hachemühle schlagen Flammen aus dem Motorraum eines Pkw. Nach einem vergeblichen Löschversuch mit einem Feuerlöscher aus dem Hotel wählen der Hotelbetreiber und ein Nachbar die bekannten Notrufnummern 110 und 112. Doch nicht die Rettungsleitstelle ist am anderen Ende der Leitung zu hören. Stattdessen kommt die Ansage: "Keine Verbindung".

Also ruft man den Wehrleiter im Nachbarort privat an. Dieser setzt sich umgehend mit der zuständigen Leitstelle in Leipzig in Verbindung. Doch auch dort hakt es. Denn die Zentrale Leitstelle besitzt nicht die aktuelle Alarmierungsordnung. Konsequenz: Zwar alarmieren die Kollegen der Leitstelle Feuerwehrkameraden, leider aber nicht die im nächstgelegenen Ort Dahlenberg, sondern die Ortswehren von Roitzsch und Falkenberg, deren Anreise zum Unglücksort weiter ist.

Auch den Notruf per Handy abzusetzen, ist derzeit in der Region nur schwer möglich, denn die Funknetzabdeckung hat immer wieder Löcher. Trossins Bürgermeister Herbert Schröder sagte MDR SACHSEN, es sei auf Dauer nicht akzeptabel, dass man erst mehrere hundert Meter fahren müsse, um einen Notruf per Handy absetzen zu können.

Derzeit laufen Prüfanträge bei der Telekom und auch beim Polizeiverwaltungsamt, von dem aus die Funkverbindung ausgemessen werden soll. Von beiden Stellen gibt es noch keine Anwort.

Für den brennenden Pkw kam derweil jeder Hilfe zu spät.

Quelle: MDR/gg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.01.2019 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Leipzig

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Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2019, 17:22 Uhr

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