Hunderte Menschen haben sich rund um den Simsonplatz versammelt, um gegen die ADPM-Kundgebung zu demonstrieren.
Bildrechte: MDR/Christopher Gaube

17.07.2019 | 21:48 Uhr | Update Hunderte demonstrierten gegen die ADPM-Kundgebung in Leipzig

Bei der vierten Demonstration der ADPM in Leipzig standen 40 Teilnehmer hunderten Gegendemonstranten gegenüber. Zuvor wurde der Partei um Ex-AfD-Politiker André Poggenburg eine Kundgebung im linken Szene-Stadtteil Connewitz verboten.

Hunderte Menschen haben sich rund um den Simsonplatz versammelt, um gegen die ADPM-Kundgebung zu demonstrieren.
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Um 18 Uhr, als die Demonstration der ADPM losgehen sollte, haben sich auf dem Simsonplatz gerade einmal 30 Menschen versammelt. Von einer Bühne oder von André Poggenburg, dem wohl bekanntesten Mitglied des "Aufbruch Deutscher Patrioten Mitteldeutschland" noch keine Spur. Zu diesem Zeitpunkt haben sich allerdings schon hunderte Gegendemonstranten rund um den Simsonplatz versammelt. Absperrungen schaffen einen freien Streifen zwischen den beiden Lagern. Die Stimmung: ruhig.

Etwa 40 Anhänger der ADPM sind auf dem Simsonplatz zur Kundgebung zusammengekommen.
Rund 40 Personen sind dem Demonstrationsaufruf der ADPM gefolgt. Bildrechte: MDR/Christopher Gaube

Wenige Minuten nach Sechs fahren plötzlich drei Fahrzeuge vor. Aus einem Auto steigt Poggenburg aus, ein erstes Pfeifkonzert der Umstehenden beginnt. Die Mitglieder der ADPM klappen die Seitenwände eines Anhängers aus, an einem Holzgestell werden Parteibanner angebracht und eine kleine Beschallungsanlage wird aufgebaut. An den Autos neben der provisorischen Bühne lehnen Plakate. Darauf ist von der "sozialen, nationalen und solidarischen Heimatpartei" zu lesen. Auf einem der Plakate ist auch das Coverbild der rechtspopulistischen Compact-Magazins zu sehen. Titelthema: "Asyl. Die Flut".

ADPM will im August nach Connewitz

Hunderte Gegendemonstranten haben sich rund um den Simsonplatz in Leipzig versammelt.
Hunderte Gegendemonstranten standen um den Simsonplatz herum. Bildrechte: MDR/Christopher Gaube

Egbert Ermer, stellvertretender Vorsitzender der ADPM, betritt in einem bedruckten Shirt die Bühne. Darauf ist neben dem Parteilogo der Satz "Kraft durch Freunde" zu lesen. Kaum hat Ermer die ersten Worte gesprochen, setzen die Gegendemonstranten erneut zu einem Pfeifkonzert an. Gleich von zwei Seiten, vom Norden und dem Süden des Simsonplatzes, sind Rufe zu hören: "Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda." Ermer erklärt, dass man heute nicht in Connewitz sei. "Aber wir sind heute ein ganzes Stück näher herangerückt." Spätestens im August wolle man in dem Stadtteil demonstrieren. Dafür würde man mit der Stadt einen Termin machen.

Anschließend sprechen eine Vertreterin der Leizpiger Gruppe "Frauen fordern", der Dresdner Nico Chawales sowie Uta Nürnberger, Landtagskandidatin der ADPM. Die Redner kritisieren die Entscheidung, dass die Demonstration in die Innenstadt verlegt wurde und üben teilweise Kritik an Klimaaktivisten, "Gender-Wahnsinn", Presse, regierenden Politikern und den Gegendemonstranten vor Ort. Während der Redebeiträge branden immer wieder Pfiffe auf und die Menge ruft einzelnen Rednern "Nazis raus" und "Halt' das Maul" zu.

Poggenburg deutet verlegte Demonstration als Unfähigkeit der Behörden

André Poggenburg auf der ADPM-Demonstration am 17. Juli 2019 in Leipzig.
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In seiner lautstarken Rede bewertet der ADPM-Vorsitzende André Poggenburg die Verlegung der Demonstration als Versagen der zuständigen Behörden. Dafür sei auch Polizeipräsident Torsten Schulze verantwortlich.

Anschließend richtet sich an die umstehenden Partei-Anhänger und sagt: "Wer auf der richtigen, auf der rechten Seite teilnimmt, hat es verstanden."

Demonstration ohne Zwischenfälle

Uwe Voigt, Sprecher der Polizeidirektion Leipzig erklärte auf Nachfrage von MDR SACHSEN, dass die Demonstration friedlich und ohne Zwischenfälle verlaufen sei. "Mehrere Hundertschaften der Polizeidirektion Leipzig, der Bereitschafts- und Bundespolizei waren im Einsatz." Zusätzlich angeforderten Beamten aus anderen Ländern hätte man nach der Verlegung der Kundgebung auf den Simsonplatz abgesagt. "Wir haben das alles mit unseren eigenen Kräften gestemmt", so Voigt.

Quelle: MDR/cg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 17.07.2019 | 19:00 Uhr

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