Ein Mann trägt einen Hut mit der Aufschrift "Stoppt den Mietwahnsinn" während einer Straßendemo.
Symbolbild. Mieter haben die Nase voll von steigenden Mieten. Bildrechte: imago/Carsten Thesing

Wohnungsmarkt DGB protestiert gegen hohe Mieten in Sachsen

Laut einer Faustformel sollte die Kaltmiete nicht höher als ein Drittel des Nettoeinkommens sein. Weil es durch die Mietsteigerungen der vergangenen Jahre für viele Menschen immer enger wird, macht der DGB dagegen mobil.

Ein Mann trägt einen Hut mit der Aufschrift "Stoppt den Mietwahnsinn" während einer Straßendemo.
Symbolbild. Mieter haben die Nase voll von steigenden Mieten. Bildrechte: imago/Carsten Thesing

Unter dem Motto "Bezahlbar ist die halbe Miete" macht der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) diese Woche auf die gestiegenen Mieten in deutschen Großstädten aufmerksam. Bundesweit sind mehr als 200 Aktionen und Veranstaltungen geplant. Der DGB-Bezirk Sachsen hat am Donnerstag in Leipzig und in Riesa zu Straßenaktionen eingeladen. Zuvor gab es bereits am Dienstag eine Veranstaltung in Chemnitz.

DGB: Lohnsteigerungen werden von Miete aufgefressen

"Mietsteigerungen von mehr als 34 Prozent wie in Leipzig und mehr als zwölf Prozent in Dresden sind für durchschnittlich verdienende Beschäftigte zu einer ernsthaften sozialen Bedrohung geworden", sagte Sachsens DGB-Chef Markus Schlimbach. Die Preissteigerungen strahlten bereits ins Umland aus: Nahe Leipzig in Markkleeberg sei Wohnen um knapp 21 Prozent teurer geworden, in Schönwölkau über 34 Prozent. Bannewitz bei Dresden verzeichnet laut DGB einen Mietanstieg von mehr als 33 Prozent. "Wir stellen fest: Die von den Gewerkschaften ausgehandelten Tariferhöhungen werden von steigenden Mieten einfach aufgefressen", so Schlimbach, der die Landesregierung auffordert, den sozialen Wohnungsbau voranzutreiben.

Große Unterschiede zwischen Stadt und Land

Laut einer Datenerhebung des Onlineportals ImmobilienScout24 für den MDR gleicht jedoch nicht eine sächsische Großstadt der anderen. Während in Leipzig eine neu angemietete Wohnung 2018 durchschnittlich fast 26 Prozent mehr kostete als 2013, waren es in Chemnitz nur 3,7 Prozent mehr. Gemäß der Studie gibt es auch große Unterschiede zwischen Stadt und Land. Betrachtet man Sachsen insgesamt, sind die Wohnungsmieten in den vergangenen sechs Jahren nur moderat gestiegen. Demnach verteuerten sich Angebote zwischen 2013 und 2018 im Durchschnitt um 12,6 Prozent und damit im Vergleich mit anderen Regionen in Deutschland verhältnismäßig gering.

In Berlin sind die Mieten im selben Zeitraum um durchschnittlich 36 Prozent gestiegen. "Das Niveau und die Entwicklung der Angebotsmieten kann man als sehr verhalten bezeichnen", sagte Immobilien-Experte Stefan Kofner von der Hochschule Zittau/Görlitz auf MDR-Anfrage. In den ländlichen Regionen bleibe es auch in absehbarerer Zukunft bei den niedrigen Mieten und Kaufpreisen, so Kofner.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.03.2019 | 13:00 Uhr in den Nachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 28. März 2019, 15:42 Uhr

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