Drei Windräder auf einem Feld
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eneuerbare Energien Hunderte Windräder in Sachsen vor dem Aus

Als im Jahr 2000 das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die Förderung für Strom aus Biogas, Sonne und Wind einführte, legte es auch fest, dass nach 20 Jahren die Aufschläge für jedes Kilowatt Ökostrom wieder eingestellt werden. Ab 2020 läuft die Förderung für die ersten Anlagen aus. Das sorgt nun für Probleme.

Drei Windräder auf einem Feld
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20 Jahre lang hat der Staat die Geschäfte von Frank Bündig gut laufen lassen. Mit der Förderung aus dem EEG - dem Erneuerbare-Energien-Gesetz lief es für den Betreiber von Windkraftanlagen wie geschmiert. Allerdings fällt ab 2020 für viele Windräder die Förderung weg und sie müssen wohl stillgelegt werden. "Durch eine viel zu niedrige Einspeisevergütung ist die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben, insbesondere dann, wenn vielleicht eine größere Reparatur ins Haus steht", sagt Bündig. Der Grund: Alte Anlagen bekommen auf dem freien Strommarkt nur noch drei bis vier Cent pro Kilowattstunde bei laufenden Kosten von fünf bis sechs Cent je Kilowattstunde. Das bleibt nicht ohne Folgen: In Sachsen werden nach Angaben des Beratungsunternehmens Deutsche Windguard im kommenden Jahr von insgesamt 891 Windrädern 395 Anlagen stillgelegt. Dies entspricht rund 40 Prozent aller Anlagen. Was geschieht nun aber damit?

Windkraftanlagenbetreiber Frank Bündig
Weil die Förderung ausläuft, lohnen sich die Windkraftanlagen für Frank Bündig nicht mehr. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

30.000 Euro Kosten für die Entsorgung eines kleinen Windrades

Die Altanlagen müssen zum Großteil abgebaut und verschrottet werden, selbst die Fundamente müssen raus, weil neue Anlagen viel größere brauchen. Aber - die Rotoren machen Probleme: Die Verbindung aus Harzen, Glasfaser, Carbon und Holz lässt sich kaum recyceln. Noch ist die Forschung auf der Suche nach preiswerteren Recyclingverfahren, denn deutschlandweit werden schon bald Tausende ausgemusterte Windräder auf ihre Verwertung warten. Derzeit rechnet Waldheimer Windanlagenbetreiber Frank Bündig mit rund 30.000 Euro, die der Eigentümer für die Entsorgung eines kleinen Windrades mit einer Leistung von 600 Kilowatt aufwenden muss. Bei größeren Anlagen sind die Preise entsprechend höher. Bündig sieht wie alle in seiner Branche schwere Zeiten auf das Geschäft zukommen. Bis 2025 werden fast 70 Prozent der sächsischen Windräder stillgelegt und nur wenige ersetzt. "In Sachsen werden ungefähr zehn bis 15 Windkraftanlagen pro Jahr errichtet. Gleichzeitig sprechen wir von 400 bis 600 Anlagen, die in den nächsten fünf, sechs Jahren aus der Vergütung rausgehen. Also da müsste schon noch ein bisschen was passieren", hofft der Unternehmer.

Quelle: MDR/sth/sh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 31.03.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 01. April 2019, 15:40 Uhr

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