Radfahrer starten Petition Für sichere Radwege in Leipzig

Nach mehreren tödlich verunglückten Radfahrern im Leipziger Straßenverkehr will eine Initiative nun an einem der Unfallschwerpunkte mehr Sicherheit einfordern. Sie hat dazu eine Petition gestartet.

Fahrradfahrer stehen an einer großen Ampelkreuzung in einer Stadt.
Der Initiator der Petition, Volker Holzendorf, wirbt in der verkehrsreichen Jahnallee für seine Initiative und sammelt Unterschriften. Bildrechte: MDR/Grit Grimmer

Die Petition "Sicherer Radverkehr in der Inneren Jahnallee" hat zwei Wochen nach ihrem Start schon über 1.700 Unterstützer gefunden. Initiator ist Volker Holzendorf von Bündnis 90/Die Grünen.

Mehrere schlimme Unfälle haben in letzter Zeit die Fehlentwicklungen in diesem für die Fußball-WM 2006 umgebauten Straßenabschnitt offengelegt.

Volker Holzendorf Initiator der Petition

Eigentlich ist die Jahnallee im Waldstraßenviertel eine vierspurig ausgebaute Straße. Kurzzeitparker besetzen regelmäßig eine Fahrspur. Das engt den Autoverkehr ein und lässt auch für Radfahrer keinen Platz mehr. Holzendorf und die Unterstützer der Petition fordern deshalb einen sicheren Radstreifen auf der Inneren Jahnallee.

Holzendorf nennt das Protected Bike Lane. Die Idee kommt aus den USA. Dabei werden Radspuren durch Poller, Blumenkübel oder Bordsteine vom Autoverkehr getrennt. Umgesetzt wurde dieses Konzept so noch nicht in Deutschland. Aber auch der Allgemeinde Deutsche Fahrrad Club (ADFC) setzt sich unter anderem in Hamburg dafür ein.

Stadt prüft 30er-Zone

Ein Mann bittet einen Radfahrer um eine Unterschrift.
Die Jahnallee ist ein unsicheres Pflaster für Radfahrer. Eine Initiative fordert nun einen abgetrennten Radweg. Bildrechte: MDR/Grit Grimmer

Die Stadt Leipzig hat unterdessen angekündigt, in der Jahnallee, zwischen Leibnizstraße und Waldplatz, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h zu reduzieren. Kurzfristig könne dies jedoch nicht erfolgen, lässt das Rathaus MDR SACHSEN wissen. Anpassungen an den Ampeln seien erforderlich sowie eine verkehrstechnische Überarbeitung des Straßenverkehrs. Dies werde ein Jahr dauern.

Vier schwere Unfälle mit Fahrradfahrern innerhalb eines Vierteljahres

Ein Fahrrad liegt unter einem Lkw.
Archivbild Bildrechte: MDR/Roland Halkasch

  • In Leipzig sind in diesem Jahr bereits vier Fahrradfahrer tödlich verunglückt. Ende Mai starb ein 53 Jahre alter Mann in der Rosa-Luxemburg-Straße. Er wurde von einem Betonmischer überrollt, der aus einer Baustellenausfahrt bog.

  • Mitte Mai wurde eine 47 Jahre alte Frau auf der Jahnallee, Höhe des Waldplatzes, von einer Straßenbahn angefahren und schwer verletzt.

  • Ebenfalls beim Rechtsabbiegen überrollte Ende März ein Muldekipper an der Kommandant-Prendel-Allee eine 31 Jahre alte Radfahrerin. Sie wurde schwerst verletzt und am Unfallort durch die Rettungskräfte sofort reanimiert. Im Krankenhaus erlag sie jedoch kurze Zeit später ihren Verletzungen.

Quelle: MDR/gg

Dieses Thema im Programm von MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.06.2018 | ab 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten

Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2018, 12:36 Uhr

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