28.04.2019 | 15:46 Uhr Schloss Hubertusburg wieder für Besucher offen

Ausstellungsansicht
Das Leben im Rokoko: Zwei Sonderausstellungen machen den Alltag der höfischen Kultur im 18. Jahrhundert erlebbar. Bildrechte: SKD, Foto: Oliver Killig

Die Freude in Wermsdorf ist groß. Seit Sonntag hat Sachsens größtes Jagdschloss Hubertusburg wieder für Besucher geöffnet. Eine neue Doppelausstellung lädt mit 100 Kunstwerken und einer 360-Grad-Videoinstallation zur Wiederentdeckung des "verlorenen sächsischen Rokoko" ein.

Hochzeitsfeier und höfisches Leben

Der erste Teil der Doppelausstellung mit dem Titel "Friedrich August und Maria Josepha" widmet sich der Hochzeit des sächsischen Kurprinzen mit der österreichischen Kaisertochter im Jahr 1719. Die einmonatige Hochzeitsfeier sei die größte in der sächsischen Geschichte gewesen und jährt sich in diesem Jahr zum 300. Mal, teilten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit. Aus diesem Anlass laden "bewegte Bildwelten" den Besucher zu einer Zeitreise in den höfischen Alltag des Paares ein. Exponate wie Silber und Porzellan, eine bemalte königliche Sänfte, Musikinstrumente, Kostüme und Jagdgegenstände ergänzen die Eindrücke.

Bildergalerie Schloss Hubertusburg: Eintauchen in das Rokoko

Im Schloss Hubertusburg laden zwei Austellungen zu einer Zeitreise in die Epoche des Rokoko ein. Porträts, Musikinstrumente oder Jagdwaffen: Es gibt viel zu sehen.

Außenansicht Schloss Hubertusburg
Die Hubertusburg ist das größte Rokoko-Schloss Sachsens und eines der größten Jagdschlösser Europas. Zwei Ausstellungen erwecken es zu neuem Leben. Bildrechte: SKD, Foto: Jörg Schöner
Außenansicht Schloss Hubertusburg
Die Hubertusburg ist das größte Rokoko-Schloss Sachsens und eines der größten Jagdschlösser Europas. Zwei Ausstellungen erwecken es zu neuem Leben. Bildrechte: SKD, Foto: Jörg Schöner
Louis de Silvestre, Königin Maria Josepha, Gemahling König Augusts II. von Polen, als sächsische Kurprinzessin, nach 1719
Die Hochzeit von Maria Josepha und ... Bildrechte: SKD, Foto: Estel/Klut
Louis de Silvestre und Werkstatt, Kurprinz Friedrich August von Sachsen, Dresden, um 1730
... Friedrich August sind Thema der ersten von zwei Sonderausstellungen. Es soll die größte Hochzeitsfeier auf sächsischem Boden gewesen sein. Bildrechte: SKD, Rüstkammer, Foto: Elke Estel / Hans-Peter Klut
Ausstellungsansicht
Zahlreiche Exponate zeigen Ausschnitte aus dem Alltag der höfischen Kultur. Bildrechte: SKD, Foto: Oliver Killig
Ausstellungsansicht
Auch eine Sänfte ist in der Ausstellung zu sehen. Bildrechte: SKD, Foto: Oliver Killig
Ausstellungsansicht
Gemälde ... Bildrechte: SKD, Foto: Oliver Killig
Ausstellungsansicht
... und Skulpturen ergänzen die Schau. Bildrechte: SKD, Foto: Oliver Killig
Ausstellungsansicht
Historische Schusswaffen geben Einblicke in dei Jagdkultur. Bildrechte: SKD, Foto: Oliver Killig
Ausstellungsansicht
Durch die höfische Kultur konnte sich Sachsen als Kulturlandschaft und musikalisches Zentrum europäischer Bedeutung etablieren. Bildrechte: SKD, Foto: Oliver Killig
Ausstellungsansicht
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags immer von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Bildrechte: SKD, Foto: Oliver Killig
Alle (10) Bilder anzeigen

Animationen erwecken verlorene Zeiten zu neuem Leben

Die zweite Ausstellung  widmet sich der Geschichte des Gebäudes selbst. Unter dem Titel "Es war die Hochzeit des Jahrhunderts" werden auch die noch unsanierten Räume des Schlosses bespielt. Zusätzlich wird der Hubertussaal über eine 360-Grad-Bildschirmpräsentation wieder sichtbar gemacht, erklären die SKD. Durch die digitale Animation könne der Besucher erahnen, wie der Rokoko-Saal ausgesehen haben soll.

Ausstellungsansicht
100 Kunstwerke und Exponate laden die Besucher zu einer Zeitreise ein. Bildrechte: SKD, Foto: Oliver Killig

Zeitreise ins sächsische Rokoko

Für Dirk Syndram, Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, ist die Ausstellung "eine Zeitreise in eine Epoche der sächsischen und europäischen Kunst- und Kulturgeschichte, die weitgehend verschüttet wurde: das Rokoko in Sachsen." Das Schloss Hubertusburg sei  Ausdruck der Macht August III. und des unter ihm in Sachsen entstandenen Rokoko. "Mit Kostbarkeiten aus sieben Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und zahlreichen anderen Leihgebern ist eine Schatzkammer der Geschichte entstanden, die die Kraft jener Epoche wieder erleben lässt."

Auch Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller freut sich über die neue museale Nutzung des Schlosses: "Wir wollten kein totes Archiv." Und mit Hinblick auf den möglichen Ausbau der Hubertusburg zu einem Kunst- und Kulturzentrum fügt er hinzu:

Ein Zentralarchiv der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit wechselnden Ausstellungen wäre der Hauptgewinn.

Matthias Müller Bürgermeister der Gemeinde Wermsdorf

Die Ausstellungen können noch bis zum 6. Oktober besucht werden und haben von Dienstag bis Sonntag (10 bis 18 Uhr) geöffnet. Die beiden Sonderausstellungen wurden von der SKD in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Schlössern, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH kuratiert.

Hubertusburg soll Kunst- und Kulturzentrum werden

Der Freistaat will die Hubertusburg wieder zu einem Kunst- und Kulturzentrum machen. Das Finanzministerium arbeitet an einem Konzept für eine dauerhafte Nutzung. Zudem prüfen die SKD die Einrichtung eines Schaudepots, weil Großteile des Bestandes der 15 Sammlungen aus Platzmangel in den Stammhäusern nicht gezeigt werden kann.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.04.2019 | 11:00 Uhr in den Nachrichten

MDR SACHSENSPIEGEL | 28.04.2019 | 19:00 Uhr

AKTUELLES AUS SACHSEN

Mehr aus Grimma, Oschatz und Wurzen

Internetkabel und Glasfaser + Video
Bildrechte: imago/Christian Ohde

Mehr aus Sachsen