Ideen-Wettbewerb Regionalregal in Bennewitz bekommt Mitmach-Preis

Nichts ist so beständig wie der Wandel. Das haben in Sachsen viele Menschen erleben müssen. Um die Weichen für die Zukunft zu stellen, braucht es Ideen und Visionen, gerade auch im ländlichen Raum. Einige solcher Ideen werden am Sonntag in Dresden ausgezeichnet - im Rahmen des Wettbewerbes "Sächsischer Mitmach-Fonds". Darunter ist auch das sogenannte Regionalregal aus Bennewitz bei Wurzen.

Luftaufname von Schmölen, Ortsteil der Gemeinde Bennewitz, am Ufer der Mulde.
Bennewitz im Wurzener Land wird ab kommenden Jahr ein Regionalregal in seinem Rathaus stehen haben. Eine Projektidee, die die Lebensqualität im ländlichen Raum verbessern soll. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel

Bei den diesjährigen Ideenwettbewerbe der Sächsischen Mitmach-Fonds werden am Sonntag 560 Projektideen aus dem Mitteldeutschen und dem Lausitzer Revier ausgezeichnet. Die Gewinner erhalten vom Freistaat insgesamt Preisgelder in Höhe von 3,2 Millionen Euro. Das Geld soll helfen die Vorhaben umzusetzen.

Mehr als 1.970 Projekt- und Geschäftsideen wurden von Bürgerinnen und Bürgern, von Vereinen und sozialen Trägern, von Schulen und Kitas sowie Kommunen aus dem Mitteldeutschen und dem Lausitzer Revier Anfang des Jahres eingereicht.
Es gab Ideen zu Förderung des Miteinanders (Kategorie "ReWIR"), zur Förderung von Kindern und Jugendlichen (Kategorie "Zukunft MINT"), Projekte in der Vorgründungsphase (Kategorie Existenzgründer) und Ideen zur Förderung der sorbischen Sprache und Volksidentität (Kategorie žiwa dwurěčnosć/Lebendige Zweisprachigkeit). Projekte in der Kategorie "Kommunen" sollen die Lebensqualität sowie die Mobilität in der Region aufwerten.

Kleinster gemeinsamer Nenner: Regionalität

Das Bennewitzer Regionalregal ist ein Gewinner in der Kategorie "Kommunen". Dabei handelt es sich nicht um ein gewöhnliches Regal, in den der Bauer oder Bäcker seine Produkte legen kann. Es soll der Anfang von etwas Größerem sein, geht es nach Ludwig Hentschel, Koordinator des Projektes "Wertvoll Stadt-Land-Partnerschaft Leipzig & Umland". Das Regionalregal solle nicht nur die Produkte aus dem ländlichen Raum in der Stadt vermarkten, erklärt Hentschel MDR SACHSEN die Idee die dahinter steckt.

Unser Anliegen ist es, auch neue Wege der Regionalvermarktung innerhalb des ländlichen Raumes zu schaffen.

Ludwig Hentschel Koordinator "Wertvoll Stadt-Land-Partnerschaft Leipzig & Umland"

Gemüsehochbeet mit ertragreicher Ernte.
Regionale Produkte aus dem Wurzener Land sind demnächst im Bennewitzer Rathaus zu finden. Bildrechte: imago/CHROMORANGE

Neben regionalen Lebensmitteln gebe es noch viel mehr Produkte im ländlichen Raum, die für eine Vermarktung Potential hätten, so Hentschel weiter.
Ähnlich sieht das auch der Bürgermeister von Bennewitz und Netzwerkpartner von Wertvoll, Bernd Laqua. In seinem Amtssitz, im Foyer des Rathauses, soll das Regionalregal im kommenden Jahr stehen. Hier will Laqua Platz bieten für jegliche Produkte aus dem Netzwerk. Von der Kartoffel über die Eier bis hin zum Brennholz. Sein Wunsch: Aus dem Regionalregal soll eine Art Tante Emma-Laden werden. Und zwar in jedem Ort des Wurzener Landes.

Wie genau das Regal aussehen wird, steht noch nicht fest. Eine Automatenlösung inklusive App sei denkbar, so die Macher. Dann könnte auch Ware angeboten werden, die gekühlt werden muss und die App könnte die Produzenten informieren, wenn ihre Ware ausgeht. Neben der Vermarktung regionaler Produkte soll das Regionalregal aber auch eine Art Showroom sein, in dem Veranstaltungen zum Thema Regionalität oder Treffen zwischen Produzenten und Kunden stattfinden können.

Quelle: MDR/bb/he

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachasenradio | 25.09.2020 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Leipzig

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