Interessenten streifen durch das Fensterlager.
Bildrechte: MDR/Lily Meyer

03.12.2019 | 11:35 Uhr Wertvollste Bauteile aus Trebsen kommen nach Ottendorf-Okrilla

Fans alter Häuser und Wohnungen wandelten durchs Bergelager in Trebsen wie durch übervolle Märchenkammern. Lager und Räume waren voll mit Dach- und Mauerziegeln, Türen, Fenstern, Treppenteilen, Öfen, Stuck oder Türklinken. Bauteile aus fünf Jahrhunderten konnte man bestaunen oder kaufen. Damit ist es nun vorbei. Die wertvollsten Stücke ziehen nach Ottendrof-Okrilla um. Der Rest soll bis zum Frühjahr 2020 verkauft werden.

Interessenten streifen durch das Fensterlager.
Bildrechte: MDR/Lily Meyer

Interessenten streifen durch das Fensterlager.
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Teile des ehemaligen Bergelagers Trebsen und Sächsischen Bauteilearchives ziehen nun doch nicht ins Schloss Hubertusburg Wermsdorf um. Sie kommen vorübergehend nach Ottendorf-Okrilla. Ab Dienstag werden rund 20 Tonnen der wertvollsten Bauteile für den Transport vorbereitet. Einzelstücke wie große historische Fenster und Türen werden vom Förderverein gesichert und sollen in das Depot des Landesamtes für Denkmalpflege kommen, sagte Uwe Bielefeld vom Förderverein Rittergut Trebsen. Er rechnet mit zehn bis 15 Sattelzügen, die vollgeladen werden. Die Bauteile sollen bis Jahresende umgelagert werden.

Wir sind erst einmal froh, dass es eine Lösung gibt, denn die Kosten und die Situation in Trebsen waren schon lange nicht mehr haltbar.

Uwe Bielefeld Vorsitzender Förderverein Rittergut Trebsen

90 Prozent alte Schätze suchen Abnehmer

Ein Mann um die 50 Jahre mit Vollbart stht vor einem Lkw. Er ist dabei alte Baumaterialien auf den laster zu laden.
Der Chef des Fördervereins Rittergut Trebsen, Uwe Bielefeld vor dem alten Bergelager in Trebsen. Bildrechte: Barbara Brähler

Seit Anfang 2018 war Wermsdorf als Lagerort im Gespräch. Eine Einlagerung sei dort nicht möglich, weil keine geeigneten Regale vorhanden sind. Als Interimslösung hat das Landesamt für Denkmalpflege nun sein eigenes Depot Ottendorf-Okrilla vorgesehen. Trotzdem werde an einem Zentraldepot weiter gearbeitet, hieß es. Dort sollen wertvolle Stücke auch ausgestellt werden. Die geschichtlich bedeutendsten Bauteile sollen Restauratoren und Handwerkern bei der Ausbildung und Wissensvermittlung helfen.

Das hatte auch der Förderverein in Trebsen jahrelang praktiziert, der die alten Bestände auch dafür einlagerte. Sie kamen von Denkmaleigentümern, die bei Abbrüchen dazu verpflichtet sind, bauhistorische Einzelteile zu bewahren. Die Regierungsmehrheit von CDU und SPD sprach sich 2018 gegen eine Übernahme der Bauteilesammlung in staatliche Hände aus. Nun kümmert sich das Landesamt für Denkmalpflege nur um rund zehn Prozent des Bestandes.

Die anderen 90 Prozent in Trebsen ziehen nicht mit um. Sie sollen bis Frühjahr 2020 an Interessenten verkauft werden, die sie benötigen, sagte Uwe Bielefeld. Der Förderverein Rittergut Trebsen muss das Areal in einer ehemaligen Papierfabrik räumen. Der Standort gilt als hochwassergefährdet. Der Eigentümer bezahlt keine Schutzmaßnahmen, auch nicht den behördlich vorgeschriebenen Brandschutz, so Bielefeld. Daher muss der Verein die Bauteilesammlung auflösen.

Rückblick über das Hin und Her zur Zukunft des Bergelagers Trebsen:

Quelle: MDR/kk/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03.12.2019 | ab 13:30 Uhr in den Nachrichten aus dem

Zuletzt aktualisiert: 03. Dezember 2019, 11:45 Uhr

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