02.06.2020 | 20:46 Uhr Kretschmer in Grimma: Mundschutz noch eine gewisse Zeit ertragen

Ministerpräsident Michael Kretschmer im Gespräch mit Mitarbeitern von Reiseunternehmen.
Archivbild Bildrechte: Tino Plunert

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer will trotz aller Lockerungen der Corona-Beschränkungen vorerst weiter am Mundschutz und Mindestabstand festhalten. Man werde diese Regeln mit der neuen Corona-Schutzverordnung am 6. Juni nicht ändern, betonte der Regierungschef am Dienstagabend bei einem Bürgergespräch in Grimma. "Es ist klar, dass dieser Mundschutz eine Belastung ist", sagte Kretschmer. Dennoch gebe ein Mund- und Nasenschutz etwas mehr Schutz beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr. "Ich finde, wir sollten das noch eine gewisse Zeit ertragen."

Wissenschaftliche Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Länder am besten durch die Krise gekommen seien, die auf Mundschutz und konsequente Nachverfolgung der Infektionen gesetzt hätten. Seit zwei Tagen wurden den Behörden in Sachsen keine Corona-Neuinfektionen gemeldet. Insgesamt liegt die Zahl der nachweislich Erkrankten in Sachsen damit bei 5.304.

Maskenpflicht erhitzt die Gemüter

In Sachsen erhitzt die Mund-Nasen-Bedeckung die Gemüter. So hat MDR SACHSEN eine Zuschrift aus Großröhrsdorf erreicht. Eine Pflegekraft, die auch Corona-Erkrankte versorgt, beklagt dabei den ihrer Meinung nach zu sorglosen Umgang vieler Menschen mit dem Mundschutz. Täglich sehe sie in Geschäften, Praxen und öffentlichen Verkehrsmitteln, dass viele Menschen entweder gar keinen Mund-Nasen-Schutz tragen oder falsch. "Das Ding MUSS auch über die Nase", so die Pflegekraft.

Da wäre so wichtig, dass der Mundschutz richtig getragen wird, sonst kann man es gleich lassen. Diese Leute haben bestimmt noch nie jemanden ums Atmen kämpfen sehen.

Pflegekraft aus Großröhrsdorf In einem Schreiben an MDR SACHSEN

Viele andere verweigern dagegen das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes, unter anderem in Einkaufsmärkten und bei Demonstrationen. Auf dem Facebook-Kanal von MDR SACHSEN haben sich etliche Menschen zu Wort gemeldet, die die Maskenpflicht in Freizeitparks ablehnen. Dort heißt es unter anderem: "An der Luft unter freiem Himmel mit Maske geht gar nicht. Und alle machen diesen Maskenquatsch mit", "Mit Maske, ihr spinnt doch langsam. Eltern, die ihren Kindern Masken aufsetzen, sind für mich nicht sauber im Kopf" oder "Nein danke. Wem es Spaß macht, mit dem Lappen die ganze Zeit dort umher zu laufen. Da setze ich mich lieber auf's Rad und fahre ohne Maske in die Natur."

Weitere Rechtsverordnung Ende Juni in Aussicht

Ministerpräsident Michael Kretschmer setzte beim ersten Bürgergespräch nach der coronabedingten Zwangspause in Grimma zugleich mögliche weitere Lockerungen und eine weitere Rechtsverordnung für Ende Juni in Aussicht. Zudem betonte der Ministerpräsident, dass Sachsen nach den Sommerferien und mit dem neuen Schuljahr vom derzeitigen eingeschränkten Regelbetrieb Abstand nehmen will. "Wir wollen wieder Regelbetrieb."

Hotels sollen Wellnessbereiche wieder öffnen

Die sächsische Regierung will am Mittwoch weitere Lockerungen in der Corona-Krise verkünden, die ab dem 6. Juni gelten sollen. Zuvor beschließt das Kabinett eine neue Schutz-Verordnung. Details dazu waren bereits in der Vorwoche genannt worden. So sollen Besuche in Pflegeheimen generell erlaubt sein, wenn auch mit Auflagen. Veranstaltungen und Feiern mit bis zu 50 Personen sind gleichfalls wieder möglich. Das gilt auch für Busreisen. In Hotels sollen die Wellnessbereiche wieder öffnen können.

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.06.2020 | 22:00 Uhr

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