26.06.2020 | 16:06 Uhr Waffenfund bei sächsischem KSK-Soldaten: Details zum Arsenal veröffentlicht

Das sächsische Justizministerium hat erstmals Details zu einer Durchsuchung bei einem Bundeswehrsoldaten im nordsächsischem Collm bekanntgegeben. Mitte Mai hatte man bei ihm ein umfangreiches Waffenlager gefunden.

Der Ex-Elitesoldat der Bundeswehr hätte einen eigenen kleinen Trupp ausstatten können, denn die Liste der gefundenen Waffen ist lang. Neben zwei Kilogramm Sprengstoff und diversen Zündern fand die Polizei unter anderem auch mehrere Tausend Stück Gewehr- und Pistolenmunition, ein Maschinengewehr, Messer, eine Handgranate und einen Schalldämpfer. Dazu kommen Mobiltelefone, ein GPS-Gerät, eine Box mit Testosteron und Schriften mit rechtsextremen Inhalten.

Herkunft der Waffen weiter unklar

All das geht aus der Antwort des sächsischen Justizministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor. Woher das Material kommt, ist den Angaben zufolge nach wie vor unklar. Die Frage nach Helfern oder Mitwissern des 45-Jährigen beantwortete das Justizministerium unter Verweis auf laufende Ermittlungen nicht. Das Landeskriminalamt sei am 11. Februar per E-Mail über die Erkenntnisse des Militärischen Abschirmdienstes MAD informiert worden. Die innenpoltische Sprecherin der Linken, Kerstin Köditz, kritisierte in diesem Zusammenhang, dass der Bundeswehr-Geheimdienst offenbar schon seit mehreren Jahren Verdacht gegen den Soldaten hegte, die Ermittlungsbehörden jedoch erst sehr spät eingeweiht habe.

Die Nähe des Soldaten zu verfassungsfeindlichen Gruppen der rechtsextremen Szene ist ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen. Denn bei der Durchsuchung seines Wohnhauses fanden die Beamten unter anderem ein SS-Liederbuch, eine Zeitschrift für ehemalige Angehörige der Waffen-SS und weitere rechtsextreme Schriften.

Quelle: MDR/vis

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.06.2020 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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