Grusel-Clown
(Symbolbild) Bildrechte: imago/STPP

Weil er Kinder erschreckt hat Familienvater verprügelt Horror-Clown

Wenn es zu Halloween dunkel wird, sind immer viele gruselige Gestalten unterwegs. So auch in Lossatal bei Wurzen. Da hat ein Horror-Clown ein paar Kinder derart erschreckt, dass es für ihn nicht ohne Konsequenzen blieb.

Grusel-Clown
(Symbolbild) Bildrechte: imago/STPP

In Lossatal bei Wurzen hat ein Familienvater zu Halloween einen sogenannten Horror-Clown verprügelt. Das 19-Jahre alte Opfer hatte zuvor dessen Kinder mit seinem Kostüm und einer Kreuzhacke erschreckt. Wie die Polizei mitteilte, fing die Mutter der Kinder den Clown ab und verlangte eine Entschuldigung. Als der Vater hinzukam, entriss er dem Clown die Hacke, schlug und verletzte ihn.

Zudem soll der Vater den Clown den Angaben zufolge auf die Knie gezwungen haben, um sich bei den Kindern zu entschuldigen. Der 19-Jährige erstattete nach der Behandlung in einem Krankenhaus Anzeige gegen den 34-Jährigen. Gegen den Vater wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Horror-Clowns 2016 "voll im Trend"

Vor zwei Jahren hatten zu Halloween deutschlandweit zahlreiche Horror-Clowns Menschen erschreckt, zum Teil sogar bedroht und verletzt. Einiges Aufsehen erregte damals ein Fall, der sich in Leipzig ereignete: Zwei Männer in Clown-Kostümen hatten eine 37 Jahre alte Frau, die mit dem Fahrrad unterwegs war, erschreckt und sie sogar noch einige hundert Meter verfolgt.

Wann der Trend der Horror-Clowns genau entstanden ist, lässt sich nicht konkret sagen. In vielen Berichten ist die Rede davon, dass er 2014 in den USA begonnen habe. Das könnte damit zu tun haben, dass damals ein aufwändig produziertes Video bei You Tube veröffentlicht wurde, in dem ein Horror-Clown mit einem riesigen Hammer arglose Passanten erschreckt. Das Video war ein viraler Hit und löste eine Welle ähnlicher Clips aus - vor allem in der Zeit um Halloween.

Quelle: MDR/cnj/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR Sachsen - Das Sachsenradio | 02.11.2018 | 05:00 Uhr in den Nachrichten

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 02. November 2018, 08:39 Uhr

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43 Kommentare

03.11.2018 14:30 Justitia 43

Selbstjustiz hat ein verständliches Motiv, aber ist keine schlaue Methode, denn bei der Selbstjustiz "gewinnt" nicht derjenige, der im Recht wäre, sondern derjenige, der gewalttätiger, rücksichtsloser, hinterlistiger ist. Solche Charaktereigenschaften und Ergebnisse sind jedoch mit wahren Wertvorstellungen unvereinbar und führen letztendlich auch für die handelnden Personen zu Konflikten mit der Rechtsordnung. Daran stören sich unreife Menschen wenig, weil sie "sowieso Stress mit dem System" gewohnt sind. Selbstjustiz ist zudem kein Weg, weil bei ihr das Urteil durch die Brille des Opfers zustande kommt. Es ist aber eine historische Errungenschaft des Rechts, dass nicht das Opfer über den Täter urteilt, sondern ein unabhängiges Gericht abwägt und entscheidet.

03.11.2018 13:04 Fakt 42

>>F. Reinhardt, #39:
"Dazu gehört, dass man einen Täter, bei frischer Tat angetroffen, festhält. Man darf den Täter dann so lange festhalten, bis die Polizei eintrifft."<<

Vollkommen richtig. Festhalten, aber nicht verprügeln!

03.11.2018 12:58 Fakt 41

>>HERBERT WALLASCH, Pirna, #37:
"Eine Partei plakatierte vor Jahren schon " Keine bundesdeutschen Zustände in unseren Städten", das traf und trifft meine vollste Zustimmung."<<

Das hätte man sich halt vorher überlegen sollen.

03.11.2018 09:23 Ureinwohner 40

02.11.2018 18:19 Fakt: Kinder erschrecken ist auch kriminell. Was hätte wohl es gebracht,den Horror-Clown anzuzeigen? Er hat sich diese Lektion ordentlich verdient.

03.11.2018 09:02 F. Reinhardt 39

Zu #36
Eine Kreuzhacke stellt keine Waffe im Sinne des Waffengesetzes dar. Es ist vielmehr ein gefährliches Werkzeug. Das bedeutet gem. §224 StGB "Jeder körperfremde bewegliche Gegenstand, der nach seiner objektiven Beschaffenheit und der Art seiner konkreten Verwendung geeignet ist, erhebliche körperliche Verletzungen hervorzurufen."
Zu #35
Sie verkennen den Begriff der Zivilcourage. Zivilcourage bedeutet, dass man anderen hilft, wenn diese in Not sind. Dazu gehört, dass man einen Täter, bei frischer Tat angetroffen, festhält. Dieses Recht hat jeder entsprechend § 127 Abs. 1 StPO. Man darf den Täter dann so lange festhalten, bis die Polizei eintrifft.

Fakt ist, dass die Kinder, welche kurzzeitig in dem Artikel Erwähnung finden, durch so einen Schwachsinn, der dort abgelaufen ist, zumindest nicht unerheblich traumatisiert sind.

03.11.2018 09:01 Sachse43 38

Dieser Fall von Zivilcourage wird für den mutigen Vater vor Gericht enden. Abstrusse BRD GmbH!

02.11.2018 22:59 HERBERT WALLASCH, Pirna 37

An @17 - Gaihadres - Ist geschichtlich richtig, doch wenn man im Urschleim wühlt, so findet jeder und jedes seinen Ursprung und eventuelle heutige Daseinsberechtigung. Ich verbessere mich hiermit und behaupte .: Es hat nichts mit unserem Verständnis von Kultur zu tun, jedenfalls von meinem. Übrigens bin ich gegen Verfolgungsjagten durch die Polizei, würde Reifentöterketten ziehen, wie in Frankreich üblich. Nur weil es in der Zwischenzeit in den alten Bundesländern normal erscheint, müssen wir doch nicht jeden Dreck mitmachen oder dafür Verständnis zeigen!. Eine Partei plakatierte vor Jahren schon " Keine bundesdeutschen Zustände in unseren Städten", das traf und trifft meine vollste Zustimmung.

02.11.2018 18:26 Olivier 36

Meine Meinung dazu ist,
wie in verschiedenen anderen Artikeln unter anderem im Focus zu lesen war verfolgte der 19jährige die Kinder nach dem "Erschrecken", wurde von der Mutter eines Kindes gestellt und vom Vater des Kindes zur Rechenschaft gezogen.
In der heutigen Zeit, ist die Handlungsweise des Vaters nur all zu verständlich, war es auszuschließen das vom 19 jährigen, noch Gefahr ausging?
Eine Spitzhacke ist unter Umständen eine gefährliche Waffe!
Ob Halloween das Erschrecken und die Verfolgung von Kindern rechtfertigt, wage ich zu bezweifeln.
In der Annahme das vom 19 jährigen noch Gefahr ausging, ist zumindest die "Entwaffnung" des "Clowns/Täters", für mich als Notwendig, nachvollziehbar.

02.11.2018 18:19 Fakt 35

>>Ureinwohner, #31:
"Mein absoluten Respekt diesem Familienvater.Das nenne ich Zivilcourage ,die ja sonst immer verlangt wird."<<

Kann es sein, dass Sie Zivilcourage mit krimineller Energie verwechseln?

02.11.2018 18:03 Generation 55+ 34

vollstes Verständnis für #12
unsere Freunde nahe Stuttgart verstehen die Sachsenmentalität auch nicht, ist selbst für Thüringer und Sachsen-Anhalter schwer und meist nicht nachvollziehbar. Berliner mögen die auch nicht und wenn hier Schläger hofiert wird sind das vermutlich armselige radikal MERKEL MUSS WEG keifende ohne Demokratie- und Rechtsverständnis.

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