08.04.2020 | 12:37 Uhr Hinweise auf Wolf bei Mügeln und Hartha

Ein Wolf läuft durch sein Gehege im Tierpark Hellabrunn in München.
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In der Region zwischen den Landkreisen Mittel- und Nordsachsen soll sich aktuell ein Wolf aufhalten. Wie die Fachstelle Wolf des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mitteilte, lieferten vorgefundene Merkmale bei mehreren Nutztierrissen in Mügeln und Hartha Hinweise auf einen Wolf. Eindeutig Belege fehlten jedoch noch. Durch Foto- oder Videoaufnahmen konnte der Wolf bisher nicht eindeutig identifiziert werden, heißt es. Das Ergebnis der DNA-Proben steht noch aus. In den nächsten Wochen erhoffen sich die Experten den Angaben zufolge mehr Klarheit.

DNA-Proben als Nachweis

DNA-Proben finden im Rahmen des sächsischen Wolfsmonitorings Verwendung. Mit den Proben wird beispielsweise die Anwesenheit von Wölfen in einem bislang wolfsfreien Gebiet zweifelsfrei nachgewiesen, so die Sprecherin. Auch Informationen über die Abstammung und Verwandtschaftsverhältnisse können so ermittelt werden.

Kein Wolf, kein Rudel nachgewiesen

Bislang gibt es im Gebiet zwischen Hartha und Mügeln kein nachgewiesenes Rudel oder einen territorialen Einzelwolf, erklärt die Sprecherin. Einzeltiere müssen sich in einem Zeitraum von sechs Monaten in einem Gebiet aufhalten. Die Abgrenzung sei wichtig, da überall in Sachsen mit durchziehenden Einzeltieren gerechnet werden muss. Um Hinweise für einen Wolf zu sammeln, sind die Experten dem Landesamt zufolge auf Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen. Wer einen Wolf oder ein wolfsähnliches Tier in der Region sichtet, kann sich bei der Fachstelle Wolf melden: Tel. 0352/426 318 201

Schutzmaßnahmen für Nutztierhalter Da in ganz Sachsen mit der Anwesenheit von Wölfen gerechnet werden muss, rät die Fachstelle Wolf insbesondere Haltern von Schafen, Ziegen und Gatterwild auf einen wirksamen Herdenschutz zu achten sowie die Schutzmaßnahmen regelmäßig auf Schwachstellen zu überprüfen. Stromzäune mit einer Höhe von 90 bis 120 Zentimetern bieten laut Landesamt einen wirksamen Schutz. Ein schmerzhafter Stromschlag schrecke den Wolf ab. Festzäune hingegen seien kein sicherer Schutz. Das habe sich bei den Fällen um Hartha und Mügeln gezeigt. Tierhalter sollten besonders darauf achten, dass die Umzäunungen keine Durchschlupfmöglichkeiten am Boden bieten.

Präventive Herdenschutzmaßnahmen werden in Sachsen über die Förderrichtlinie "Natürliches Erbe" gefördert. Anspruch darauf haben Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.04.2020 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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