17.06.2019 | 11:46 Uhr Update: Hochwasserschutz in Grimma jetzt vollständig

Mit einem Kran wird das letzte Tor für die Hochwasserschutzanlage in Grimma eingehoben und damit die letzte Lücke an der Hochwasserschutzanlage geschlossen
Bildrechte: dpa

In Grimma ist am Montag die letzte Lücke in der Hochwasserschutzanlage geschlossen worden. Nach Angaben der Landestalsperrenverwaltung handelt es sich um ein fünf Tonnen schweres Tor. Es wurde am Vormittag mit Hilfe eines Krans zwischen der Pöppelmannbrücke und dem Schloss Grimma eingehangen. Oberbürgermeister Matthias Berger sagte MDR SACHSEN, bisher hätten dort Sandsäcke bereitgestanden, um bei einem möglichen Hochwasser schnell reagieren zu können. Sie seien aber glücklicherweise nicht benötigt worden.

Die neue Hochwasserschutzanlage ist mehr als zwei Kilometer lang und kostete rund 57 Millionen Euro. Sie war nach dem sogenannten Jahrhunderthochwasser von 2002 geplant worden, dass allein in Grimma einen Schaden von 220 Millionen Euro angerichtet hatte. 2013 war die historische Altstadt nochmals überflutet worden. Offiziell eingeweiht wird der neue Hochwasserschutz im August. Zuvor wird noch getestet, ob das letzte Tor dicht ist.

Hochwasserschutz in Grimma (Stand von 2017)

Hochwasserschutzanlage in Grimma
An der früheren Amtshauptmannschaft können mobile Elemente die Durchgänge verschließen. Rund zwei Stunden benötigt die Feuerwehr, um alle 80 Öffnungen in der Stadt zu schließen. Bildrechte: Landestalsperrenverwaltung Sachsen
Hochwasserschutzanlage in Grimma
An der früheren Amtshauptmannschaft können mobile Elemente die Durchgänge verschließen. Rund zwei Stunden benötigt die Feuerwehr, um alle 80 Öffnungen in der Stadt zu schließen. Bildrechte: Landestalsperrenverwaltung Sachsen
Hochwasserschutzanlagen werden in Fenstern verbaut
"Fenster zu" heißt es im Ernstfall. Mobile Wände können einfach und schnell verschlossen werden. Hier die Fassade der ehemaligen Amtshauptmannschaft. Bildrechte: Landestalsperrenverwaltung Sachsen
Hochwasserschutzanlage Grimma
Am Restaurant zur Großmühle ist der Biergarten von der Hochwasserschutzmauer umfriedet. Ein Fluttor schützt den hinteren Bereich des Gartens und den angrenzenden Park vor dem Wasser der Mulde. Bildrechte: MDR / Barbara Brähler
Hochwasserschutzanlage Grimma
Das größte und schwerste Tor in der neuen Hochwasserschutzanlage ist das Tor am Großmühlenplatz. Die Eckdaten: 20 Tonnen schwer und sieben mal vier Meter lang. Bildrechte: MDR / Barbara Brähler
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Quelle: MDR/stt/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.06.2019 | 09:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

MDR SACHSENSPIEGEL | 17.06.2019 | 19:00 Uhr

AKTUELLES AUS SACHSEN

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6 Kommentare

18.06.2019 09:57 Mediator an Der Skeptiker (5) 6

Sehr scheinen sie sich mit der Matierie aber nicht auseinandergesetzt zu haben.

Bei der Hochwasserbekämpfung kommt es nicht nur darauf an ob am Ende alles trocken oder nass war, sondern auch auf die Höhe der Schäden für Betroffene. Diese Schadenshöhe richtet sich u.a. auch danach, ob durch präzise Prognosen und Schutzmaßnahmen für betroffene Anwohner genügend Zeit blieb die betroffenen Stockwerke zu sichern bzw. auszuräumen.

Ansonsten sitzen im Führungsstab der Kreisverwaltungsbehörde keine allwissenden Götter sondern Fachleute die ihre Prognosen auf die verfügbaren Fakten stützen müssen. Den Scheitel einer Hochwasserwelle bei dynamischen Wetterereignissen und kleinen Einzugsgebieten wie der Mulde zu errechnen ist alles andere als trivial. Von ener dynamischen Lageänderung haben sie sicher schon mal was gehört.

17.06.2019 17:46 Der Skeptiker 5

Ich habe mich durchaus mit dem Hochwasserschutz in Grimma auseinander gesetzt, da ich die meiste Zeit meines Lebens in Grimma verbracht habe und die beiden Hochwasser so direkt miterleben durfte. Es wurden Sandsäcke geschaufelt und verstaut, die nutzlos waren, da das Wasser drüber hinaus stieg. Von der Stadt Grimma kam noch in der Nacht vor dem Hochwasser 2013 eine Entwarnungs-SMS, dass der Scheitel erreicht wäre. Wie wir alle wissen, wurde es danach viel schlimmer.

Bedenkt auch den Stau, den die Mauer für ablaufendes Wasser aus der Stadt bedeutet... Das nächste Hochwasser, was über die Mauer läuft, wird viel verheerendere Schäden anrichten, als die beiden zuvor.

Ich sehe durchaus parallelen zur Berliner Mauer, beides war/ist hässlich, wurde für einen guten Zweck erbaut und geholfen hat es nichts.

Ein Ausbaggern der Mulde wäre die richtige Lösung gewesen.

17.06.2019 13:52 Zeitgeist 4

Aller guten Dinge sind Drei. Ein drittes Hochwasser wäre die Rettung für viele Häuser, welche 2002 /2013 renoviert wurden und heute schon wieder schlecht aussehen.

17.06.2019 11:16 Mediator an Der Skeptiker(1) 3

Sie sehen die Dinge nicht kritisch, sondern sie äußern lediglich Kritik ohne sich anscheinend mit dem Sachverhalt auseinandergesetzt zu haben.

Ich empfehle ihnen die Broschüre der LAndestalsperrenverwaltung zum Hochwasserschutz Grimma. Dort werden sie schnell erkennen, dass es nicht einfach darum ging eine simple Mauer zu bauen.

Hochwasserschutzmaßnahmen werden immer auf ein bestimmtes Hochwasserereignis ausgerichtet. In Grimma ist es z.B. das HQ100. Diese Schutzhöhe bedeutet nicht, dass es nie ein stärkeres Hochwasserereignis geben kann. Aber selbst in solch einem Fall erkauft einem der Hochwasserschutz Zeit für Gegenmaßnahmen.

Eine Berliner Mauer in Grimma, die das Stadtbild verschandelt wollte sicher niemand.

17.06.2019 10:29 Ludwig 2

Wer einmal Hochwasser auf eigenem Grund hatte, weiß, worum es geht. Bei Hochwasser-Rückfluß bleiben Ablagerungen, hauptsächlich in den tieferen Lagen. Diese machen die Sache ärgerlich und teuer. Außerdem sind die vielen kleineren Hochwasserstände es allemal wert, etwas zu tun. Besser dazu verwendet als für Sinnlos-Events á la Sachsentag.

17.06.2019 08:11 Der Skeptiker 1

Ich sehe das ganze sehr kritisch. Man spricht zwar davon, dass es zur Flut 2013 noch nicht fertig war und somit keinen Schutz bot. Was aber nicht geschrieben wird, dass es 2013 bei fertiger Mauer über diese hinweg gelaufen wäre. Diese Mauer ist ein Ungetüm und dennoch bei hohem Hochwasser nutzlos. Vielen Dank und dafür Millionen verschwendet.

Welches Hochwasser soll die Mauer denn abhalten?
Wieso wurde über 10 Jahre an einer schnöden Betonwand gebaut? Ist das alles ein Grund zum Feiern? Fragen über Fragen...

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