19.02.2020 | 16:28 Uhr | Update Wohnungsbrand in Grimma fordert drittes Todesopfer

Der verheerende Wohnungsbrand in Grimma hat ein weiteres Todesopfer gefordert. Ein sieben Jahre alter Junge ist im Krankenhaus gestorben. Das teilte die Polizei am Mittwoch in Leipzig mit. Damit kamen bei dem Feuer, das am Montagmorgen in der Küche der Wohnung in einem Wohnblock ausbrach, nun drei Menschen ums Leben.

Zwölfjähriger überlebt unverletzt

Die achtjährige Schwester des Jungen war am Brandort gestorben, die 32-jährige Mutter der Kinder erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen. Nur der zwölf Jahre alte Sohn der Familie überlebte das Unglück unverletzt. Er wurde von seinen Großeltern aufgenommen. Auslöser des Brandes war nach Erkenntnissen der Polizei ein unsachgemäß bedienter Herd.

Stadt richtet Spendenkonto ein

Nach dem Unglück richtete die Stadt Grimma ein Spendenkonto für die Familie ein. Bis Mittwoch waren bereits rund 2.000 Euro eingegangen, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung sagte.

Wie eine Sprecherin des Landkreises auf Anfrage mitteilte, wird sich das Jugendamt des Kreises voraussichtlich um den 12-Jährigen kümmern. Dies sei das übliche Verfahren, wenn Kinder plötzlich verwaisten. Dann unterstütze das Jugendamt die Kinder und bietet den Angehörigen oder engen Bezugspersonen Hilfe bei den ersten Schritten an.

Mehrfamilienhaus noch nicht wieder bewohnbar

Die Bewohner des Mehrfamilienhauses dürfen weiterhin nicht in ihre Wohnungen zurückkehren. Zunächst müssten die Ergebnisse eines Gutachters vorliegen, der das betroffene Wohnhaus auf Schadstoffe untersucht habe, erklärte Katrin Hentschel, Geschäftsführerin der Grimmaer Wohnungs- und Baugesellschaft am Mittwoch. Erst dann könne geklärt werden, ob die Wohnungen wieder freigegeben werden könnten oder ob Sanierungsmaßnahmen notwendig seien. In der Zwischenzeit sind die Betroffenen in Privatwohnungen und von der GWB bereitgestellten Unterkünften untergebracht. Am Dienstag hatten die Bewohner kurz die Gelegenheit, aus ihren Wohnungen persönliche Gegenstände und Unterlagen zu holen.

Quelle: MDR/lam/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 19.02.2020 | 11:00 Uhr in den Nachrichten

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