05.01.2020 | 19:10 Uhr Weniger Gläubige - Evangelische Landeskirche zu Reformen gezwungen

Sachsens evangelischen Kirchgemeinden stehen große Veränderungen bevor. Weil es immer weniger Gläubige gibt, müssen die Gemeinden in den nächsten 20 Jahren stark zusammenrücken - das stößt zum Teil auf große Widerstände. Von den möglichen Gemeindefusionen ist bislang knapp die Hälfte umgesetzt. Einen besonders großen Schritt haben jetzt die Kirchgemeinden in und um Oschatz getan.

Kirchenfusion Oschatzer Land
Festgottesdienst in Oschatz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mit einem Festgottesdienst in der Kirche Sankt Aegidien in Oschatz ist am Sonntag die Bildung der neuen Kirchgroßgemeinde Oschatzer Land begangen worden. Damit sind die ursprünglich 27 Gemeinden in der Region jetzt zusammengeschlossen. Zur Kirchgemeinde Oschatzer Land gehören 7.000 Mitglieder, sieben Pfarrerinnen und Pfarrer sowie 45 Kirchen.

Die Maßnahme ist Teil der Strukturreform in der evangelischen Landeskirche. Sie erwartet, dass die Zahl der Mitglieder langfristig von knapp 700.000 auf etwa 400.000 zurückgeht und deshalb Gemeinden zusammengelegt und Stellen abgebaut werden müssen.

Strukturreformen sind nie nett und sind immer Einschnitte. Die Kirchgemeinden müssen zusammenwachsen, die Menschen müssen zusammenfinden. Die Teamfähigkeit muss eventuell noch ein bisschen verbessert werden.

Hans-Peter Vollbach Evangelisches Landeskirchenamt Sachsen

Kirchenfusion Oschatzer Land
Die neue Kirchgemeinde Oschatzer Land bestand ursprünglich aus 27 Gemeinden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/dk/ap

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 05.01.2020 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Januar 2020, 19:10 Uhr

4 Kommentare

Brigitte Schmidt vor 7 Wochen

Die Argumentation von "sorglos" stimmt haargenau. Auch ich werde mein bisheriges Engagement in Kirche und Gemeinde zurückfahren und die kommende Bischofswahl sehr genau beobachten.
Es werden noch mehr so sehen und dieser Abbruch wird durch die "Liberalen" (Insider wissen was ich meine) nicht kompensiert werden können.
Schade um unsere Sächsische Landeskirche.

evel vor 7 Wochen

Ihre Argumentation hinkt gewaltig, genau umgekehrt wird ein Schuh draus. Ich bin letztes Jahr Monate vor der öffentlichen Debatte aus der ev. Landeskirche ausgetreten u.a. weil ich mehr als genug davon hatte, dass dort solche Meinungen, die mit meinen ethischen Werten unvereinbar sind, z.B. wie die von Rentzing zu schwulen Pfarrern und Schwangerschaftsabbrüchen, hoffähig sind. Wertkonservativ und christlich sind keineswegs gleichzusetzen wie Sie das tun, und andere evangelische Landeskirchen gehen hier auch ganz andere Wege (aus einer solchen wäre ich nie ausgetreten). Die sächsische wird sich entweder reformieren oder zur Bedeutungslosigkeit schrumpfen, wenn ihre konservativen Anhänger langsam wegsterben. Ist dann auch nicht schade drum.

zenkimaus vor 7 Wochen

Warum gibt es immer weniger Menschen in der Kirche? Einfache Antwort: Sie hat sich überlebt. Sie hat es sich schön eingerichtet im System. Sie ist überflüssig geworden.

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