14.05.2020 | 16:49 Uhr | Update Nach Waffenfund - Haftbefehl gegen KSK-Soldat aus Sachsen

Nach dem Fund eines Waffenverstecks am Mittwoch ist gegen einen Bundeswehrsoldaten aus dem nordsächsischen Collm Haftbefehl erlassen worden. Der 45-Jährige, der dem Kommando Spezialkräfte (KSK) angehört, stehe unter dem dringenden Tatverdacht, gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz verstoßen zu haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden am Donnerstag mit. Der Haftrichter ordnete Untersuchungshaft an, weil Flucht- und Verdunkelungsgefahr vorliegt.

Mit Drohne und Bagger

Die Ermittlungen auf dem Grundstück in Collm liefen Mittwoch und Donnerstag. Wie das Landeskriminalamt auf Anfrage von MDR SACHSEN bestätigte, wurde das Grundstück am Donnerstag mit einer Drohne abgefilmt, um weitere mögliche Verstecke zu finden. Auch ein Minibagger sei im Einsatz gewesen, um nach möglichen Waffenverstecken zu graben. Weitere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt.

Einen Tag zuvor hatte die Polizei auf dem Privatgelände des KSK-Soldaten unter anderem ein Sturmgewehr und Sprengstoff sichergestellt. Die Razzia erfolgte nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden nach einem Hinweis des Militärischen Abschirmdienstes (MAD).

Motiv noch unklar

Die Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, Nicole Geisler, sagte, das Motiv des 45-Jährigen sei noch völlig unklar. Es werde aber in alle Richtungen ermittelt. Woher die Waffen und Sprengstoffe stammen, dazu wollte sich die Behörde aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern.

Unterdessen sind die Einwohner des 220-Seelen-Dorfes Collm in der Nähe von Wermsdorf verunsichert. Nach Angaben eines MDR-Reporters stellen sich die Bewohner vor allem die Frage, was der scheinbar harmlose Mann mit den Waffen und dem Sprengstoff vor hatte. Laut einer Nachbarin sei der Mann nicht wirklich in das Dorfleben integriert gewesen. Sie wusste nicht einmal, dass er Soldat war. Man habe sich maximal gegrüßt, mehr aber auch nicht. Ein anderer Nachbar berichtete, der Mann sei unter der Woche nie zu Hause gewesen. Nur am Wochenende sei er ins Dorf gekommen und hätte sich dann mit seinem heranwachsenden Sohn beschäftigt. Dass der 45-Jährige Waffen und Sprengstoffe auf seinem Grundstück versteckt haben soll, damit habe er überhaupt nicht gerechnet.

Festnahme nach Razzia

Der MAD habe den jetzt festgenommenen Mann bereits seit 2017 im Blick gehabt, teilte das Verteidigungsministerium am Mittwoch den Obleuten im Bundestag mit. Anfang des Jahres habe der Dienst den Hinweis erhalten, dass der Oberstabsfeldwebel auf seinem privaten Grundstück ein Waffen- und Munitionsversteck angelegt haben soll, hieß es in der als Verschlusssache eingestuften Mitteilung, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorlag.

"Bislang konnten dabei Munition, Sprengmittel und Waffen sichergestellt werden", hieß es weiter. Die Durchsuchungen seien noch nicht abgeschlossen. Aufzuklären gelte es insbesondere, woher Waffen, Munition und Sprengmittel stammten.

Quelle: MDR/bb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.05.2020 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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