Wegen Corona Mozartkinder feiern Lichterfest auf Schloss Colditz im kleinen Rahmen

Auf einem Schlosshof musizieren Kinder und Jugendliche eines Orchesters.
Kinder aus Chemnitz, Tschechien und Italien musizieren gemeinsam bei der Mozartmusizierwoche auf Schloss Colditz. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Es ist fast so wie in jedem Sommer auf Schloss Colditz, wenn die Mozartkinder aus Chemnitz bei ihrer Musizierwoche gemeinsam mit Kindern der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte und mit Jugendlichen aus Tschechien und Italien Musik machen. Allerdings können sie die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Arbeit in diesem Jahr durch die Corona-Beschränkungen nicht bei öffentlichen Konzerten präsentieren.

Weltreise mit Hindernissen

Der Musiker und Musikpädagoge Mathis Stendike von der Mozartgesellschaft aus Chemnitz hatte alle Hände voll zu tun mit den Vorbereitungen. "Geplant haben wir in diesem Jahr für die Mozartmusizierwoche eine musikalische Weltreise zu allen Kontinenten. Allerdings war die Planung unserer kleinen Reise nach Colditz weitaus komplizierter." Die Vorbereitung des Programms sei dabei nicht das Problem gewesen. Kompliziert habe sich aber die Planung der Zimmerbelegung und die Aufteilung der Probenräume gestaltet. All das habe an die jeweils geltende Corona-Verordnung in Sachsen angepasst werden müssen. "Jetzt sind wir alle froh, dass das Treffen stattfinden kann, auch wenn wir keine öffentlichen Konzerte hier in Colditz geben können."

Mathis Stendike von der Sächsischen Mozartgesellschaft Chemnitz.
Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Erste größere Veranstaltung seit den Corona-Beschränkungen

Für Lena Thalheim, die Leiterin der gastgebenden Landesmusikakademie Sachsen, war die Ruhe der vergangenen Monate das Schlimmste. "Natürlich war die Zeit ohne Gäste mit Arbeit und organisatorischen Dingen angefüllt." Sie habe allerdings auf die verschiedenen Corona-Verordnungen reagieren müssen, statt sich auf musikalische Belange zu konzentrieren.

Ich merke erst jetzt richtig, was mir gefehlt hat, wenn wieder Musik in allen Räumen zu hören ist.

Lena Thalheim Leiterin der Landesmusikakademie Sachsen

Jetzt sei endlich wieder Leben im Haus. "Das rührt mich schon auch ganz persönlich", sagt sie. Auch wenn es nach wie vor eine Herausforderung sei, Veranstaltungen in der Akademie mit dem notwendigen Abstand durchzuführen, gehe es jetzt wieder vorwärts.

Lena Thalheim, Leiterin der Landesmusikakademie Sachsen.
Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Lichter leuchten für eine nachhaltige Welt

Die sommerlich bunten Musiziertage haben auch einen anderen Effekt. In diesem Jahr haben sich die Kinder mit dem Thema Umwelt auseinandergesetzt. Fragen nach einem nachhaltigen Lebensstil und nach der Bedeutung für den Umweltschutz wurden spielerisch und ernsthaft debattiert. Am Ende des Lichterabends leuchtete eine Weltkarte aus vielen hundert Kerzen auf dem Schlosshof in Colditz. Die Mozartkinder und die Gäste aus Tschechien und Italien wollten damit auch Zeichen der Hoffnung setzten. Ein Zeichen der Hoffnung auf positive Veränderungen auf der gesamten Welt und eines dafür, dass im kommenden Jahr wieder Gäste zu ihrem Lichterfest kommen können.

Auf einem dunklen Schlosshof ist aus Kerzen eine Weltkarte nachgestaltet.
Eine leuchtende Weltkarte als Zeichen der Hoffnung. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 27.07.2020 | 19:00 Uhr

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