5G-Technologie Bürgerinitiative in Cavertitz gegen Funkmast

5G ist für die einen der Schlüssel zum Glück. Und für die anderen die Büchse der Pandora. Nüchtern betrachtet dient 5G einer schnellerer Übertragung von riesigen Datenmengen. Damit sollen sich wirtschaftliche Prozesse besser vernetzen und steuern lassen. Doch die Skeptiker warnen vor Gesundheitsschäden durch die Strahlenbelastung.

Funkmast
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das ländlich gelegene Cavertitz, das Tor zur Dahlener Heide, wird Teil eines 2.000 Quadratmeter großen 5G-Testfeldes. Hier soll die Anwendung der modernen Informationstechnologie in der Landwirtschaft erprobt werden. Um sie aber anwenden zu können, sind Sendemasten vonnöten. Ein solcher soll am Rande des Ortes errichtet werden. Doch dagegen wehrt sich seit Monaten eine Bürgerinitiative. Die Mitglieder kritisieren vor allem den Standort und das damit ausgehende Gesundheitsrisiko.

Bürgerinitiative: Sensibler Standort

Geplant sei der Mast in der Nähe einer Grundschule, eines Kindergartens und einer Kinderkrippe, sagte Beate Riesenberg von der "Bürgerinitiative gegen 5G" MDR SACHSEN.

Die Menschen, die hier leben, sind ein bisschen beunruhigt, weil sie sich darum sorgen, dass es Einfluss auf ihre Kinder hat.

Beate Riesenberg Sprecherin "Bürgerinitiative gegen 5G"

Bislang 850 Unterschriften hat die Initiative gegen den Masten gesammelt. Es gibt aber auch Cavertitzer, die nichts gegen die neue Technologie haben, wie Dieter Pachael. Er macht sich keine Sorgen wegen der Strahlung. Das halte er für Humbug. "Wenn es dienlich ist für die Produktion, warum nicht", sagte Pachael.

Das 5G-Testfeld Im Juni 2019 hat das sächsische Agrarministerium ein Experimentierfeld für 5G in der Landwirtschaft gestartet. Wissenschaft, Industrie und Landwirtschaft sollen auf dem Gebiet ausprobieren, welche Möglichkeiten die Digitalisierung bietet.
Das Test- und Demonstrationsfeld umfasst eine 2.000 Quadratkilometer große Fläche, zwischen Köllitsch über Lommatzsch bis nach Nossen. Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Heilsbringer 5G?

Sachsens Regierung verspricht sich von dem neuen Standard Großes. Im Bereich der Landwirtschaft könne die Technologie einen positiven Einfluss auf Tierwohl, Umwelt- und Naturschutz haben und die Lebensqualität im ländlichen Raum weiter steigern. Die 5G-Technologie soll zudem bei der Digitalisierung für kleine und mittelständische Unternehmen im Freistaat eingesetzt werden. Doch die flächendeckende Funkabdeckung steht auch in der Kritik.

"Wir reden bei Informationstechnologie über Krebsgefahren, die sich erst über Jahrzehnte manifestieren. Deswegen ist es momentan schwer zu prüfen", sagte Felix Ekardt, Vorstand des Bund für Umwelt und Naturschutz Sachsen. Man brauche mehr Vorsicht beim Gesundheitsschutz, auch bei 5G, so Ekardt.

Wir sind in Deutschland im Vergleich zu anderen EU Staaten ziemlich sorglos.

Felix Ekardt Vorstand Bund Sachsen

TU-Forscher räumt mit 5G-Mythen auf

"Ionisierte Strahlung ist das nicht", erklärt Frank H.P. Fitzek von der TU Dresden, das was die 5G-Funkmasten ausstrahlen. "Das ist eine elektromagnetische Welle die auf den Körper nur einen Effekt hat, sie erwärmt ihn." Dabei würden die Grenzwerte so gelegt, dass sich der Körper nicht wesentlich erwärmt.

Wenn sie einfach mal aufstehen und zehn Schritte gehen, wird der Körper sich mehr erwärmen als das, was der Mobilfunk ihrem Körper antut.

Frank H.P. Fitzek TU Dresden

Ist die 5G-Technologie gesundheitsschädlich? In einer Pressemitteilung vom April 2020 hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bekanntgegeben, dass eine negative Wirkung von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern - und damit auch Mobilfunkstrahlung - auf das Immunsystem nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist. Die einzig nachgewiesene Wirkung sei eine Erwärmung des Körpergewebes. Die geltenden Grenzwerte für diese Strahlung sorgen laut BfS dafür, dass diese Erwärmung gering und damit unschädlich bleibt. Bundesamt für Strahlenschutz

Quelle: MDR/bb/ul

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 09.09.2020 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

zenkimaus vor 5 Wochen

Ich würde sagen das die Gegner des Funkmastes 1. Nur noch Festnetz telefonieren 2.Keine Mobiltelefone benutzen 3. Zu Hause kein W-lan haben. Alles nur über extrem dick isolierte Leitungen tun

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