Stundenlanger Polizeieinsatz LKA ermittelt nach Bootstour mit Hakenkreuz-Fahne und Nazis-Sprüchen

Wasserschutzpolizei
Eine Gruppe Männer hat am Sonnabend auf der Mulde einen Einsatz der Wasserschutzpolizei ausgelöst. (Symbolbild) Bildrechte: colourbox.com

Nach einer Schlauchboottour von mutmaßlichen Rechtsextremisten auf der Mulde, bei der am Samstag eine Hakenkreuz-Fahne gehisst wurde, hat die Soko Rex des Landeskriminalamtes Sachsen die Ermittlungen übernommen. Hintergrund sei die offensichtlich politische Motivation der Täter, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Leipzig.

Nazis-Slogans und Hitlergruß auf der Schlauchboot-Tour

Die mutmaßlich rechtsextreme Gruppe hatte nach Polizeiangaben bei der Bootstour in der Region Leipzig auch den Hitlergruß gezeigt und nationalsozialistische Slogans gerufen. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben die Personalien von elf Männern im Alter zwischen 30 und 37 Jahren auf. Da sie stark alkoholisiert schienen, wurde durch die Staatsanwaltschaft eine Blutentnahme bei allen Tatverdächtigen angeordnet. Ermittelt wird wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Trunkenheit im Verkehr.

Fünfstündiger Polizeieinsatz mit Hubschrauber und Reiterstaffel

Versuche, die Schlauchboote der Männer zu stoppen, waren zunächst gescheitert. Neben der Wasserschutzpolizei seien an dem rund fünfstündigen Einsatz auch ein Polizeihubschrauber sowie die Reiterstaffel beteiligt gewesen, hieß es. Am Abend legten die Boote laut Polizeidirektion am Ufer zwischen den Ortslagen Nepperwitz und Kollau an - nur wenige Kilometer von der Stadt Wurzen entfernt. Erst Anfang Juni hatte die Polizei die Besatzung eines Schlauchbootes kontrolliert, das auf der Elbe unterwegs war.

Sieben Männer zwischen 23 und 55 Jahren

Die sieben Männer im Alter zwischen 23 und 55 Jahren waren nahe Pirna von einer Radfahrerin beobachtet worden. Einige von ihnen sollen den Hitlergruß gezeigt und rechte Parolen gerufen haben. Auch gegen sie läuft ein Ermittlungsverfahren. Die Soko Rex ist eine 2019 in Sachsen wiederbelebte Sonderkommission im Kampf gegen Rechtsextremismus. Sie ist unter dem Dach des Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrums beim Landeskriminalamt angesiedelt. Zwischen 1991 und 2013 hatte die Einheit etliche Fahndungserfolge gegen die rechtsradikale Szene erreicht. Zeitweilig umfasste sie bis zu 40 Mitarbeiter.

Quelle: MDR/sm/dpa/epd/kt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.07.2020 | 17:00 Uhr in den Nachrichten

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