Ein Besuch bei den Hopfenbauern der Agrargenossenschaft Naundorf in Mügeln, Nordsachsen
Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

01.06.2019 | 09:30 Uhr In Mügeln wächst der Hopfen eifrig

Beim Hopfenbauern in Nordsachsen herrscht gute Stimmung. Nach einem schwierigen, durch Trockenheit geprägten Jahr 2018 hofft man in Mügeln auf weiterhin wechselhaftes Wetter, bis Ende August die Ernte beginnen kann.

Ein Besuch bei den Hopfenbauern der Agrargenossenschaft Naundorf in Mügeln, Nordsachsen
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In Mügeln im Kreis Nordsachsen bewirtschaftet die Agrargenossenschaft Naundorf auf 60 Hektar Hopfenpflanzen. Das sind 84 Fußballfelder. Im Jahr 2017 hat der Betrieb neue Gerüstanlagen angeschafft und damit den Anbau von 50 auf 60 Hektar ausgebaut. Obwohl die Abnahme an Hopfen stetig steigt, ist vorerst kein weiterer Ausbau geplant: "Im Moment kann unsere Pflückanlage genau die Menge an Hopfen verarbeiten, die wir ernten. Wenn wir expandieren, würden wir eine zweite Pflückanlage benötigen und die kostet viel Geld", berichtete Hopfenmeister Steffen Seifert.

Ein Besuch bei den Hopfenbauern der Agrargenossenschaft Naundorf in Mügeln, Nordsachsen
Roland Paul (li.) und Hopfenmeister Steffen Seifert (re.) begutachten die jungen Pflanzen. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Die Agrargenossenschaft baut sowohl Bitter- als auch Aromahopfen an. Äußerlich ist an den Pflanzen kein Unterschied zu erkennen. Der Hopfenbauer muss Bescheid wissen, wo welche Pflanze steht, erläuterte Seifert. Bitterhopfen ist - wie der Name schon sagt - bitter und wird gemeinhin in den traditionellen Bieren verwendet. Der Aromahopfen enthält eine geringere Anzahl Bitterstoffe und einen höheren Anteil an Aromaölen. Er wird außerdem früher reif und kann eher geerntet werden.

Aromahopfen wird vor allem in der Craft-Bier-Szene zum Brauen verwendet und weil diese modernen Biersorten immer beliebter werden, gibt es einen stetig steigenden Absatz beim Aromahopfen, sagte Seifert.

Ob traditionell oder eher modern, wir haben keine besondere Neigung zu einem bestimmten Hopfen, sondern produzieren, was der Markt will. Prinzipiell werden alle Hopfensorten gesucht und wir haben laufende Verträge mit Abnehmern bis 2025, was uns beim Hopfenanbau Planungssicherheit gibt.

Roland Paul Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Naundorf

Bildergalerie Zu Besuch beim Hopfenbauer in Mügeln

Ein Besuch bei den Hopfenbauern der Agrargenossenschaft Naundorf in Mügeln, Nordsachsen
In Mügeln im Kreis Nordsachsen bewirtschaftet die Agrargenossenschaft Naundorf auf 60 Hektar Hopfenpflanzen. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
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In Mügeln im Kreis Nordsachsen bewirtschaftet die Agrargenossenschaft Naundorf auf 60 Hektar Hopfenpflanzen. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
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Die Agrargenossenschaft baut sowohl Bitter- als auch Aromahopfen an. Äußerlich ist an den Pflanzen kein Unterschied zu erkennen. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Ein Besuch bei den Hopfenbauern der Agrargenossenschaft Naundorf in Mügeln, Nordsachsen
In den nächsten Wochen werden die Pflanzen bis nach oben an die Gerüstanlagen klettern. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
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Hopfenmeister Steffen Seifert muss alle Kalkulationen und Standorte der Pflanzen ständig im Blick haben. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
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Der Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Naundorf, Roland Paul, steht vor einigen Hopfenpflanzen. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
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Das Hopfenjahr ist durchgetaktet

Hopfen ist eine Dauerkultur. Das bedeutet aber nicht, dass die Hopfenbauern das gesamte Jahr über mit den Pflanzen beschäftigt sind. Bis zum Frühjahr ruhen die Wurzelstöcke. Im April holt sich die Agrargenossenschaft Naundorf Unterstützung von Saisonarbeitern, die beim Einbau der Drähte an den Gerüstanlagen helfen. Daran hangeln sich die Pflanzen dann nach oben. Ab Mitte Mai wächst der Hopfen pro Tag bis zu 25 Zentimeter, bis er Ende Juni die Gerüsthöhe von acht Metern erreicht.

Voriges Jahr um die Zeit haben wir uns wegen der Trockenheit viele Sorgen um den Hopfen gemacht, denn er braucht Niederschlag. Dieses Jahr sind wir zuversichtlicher, weil der Mai wechselhaft war und hoffentlich der Juni auch noch Niederschlag bringt.

Steffen Seifert Hopfenmeister

Zur Sicherheit hat das Agrarunternehmen Bewässerungsanlagen angeschafft und denkt über weitere Möglichkeiten zur Bewässerung nach, denn es sei immer öfter mit Trockenheit zu rechnen. Ende August beginnt dann die Hopfenernte. Erst wird der Hopfen gepflückt und dann getrocknet und schließlich an die Hopfenverwertungsgesellschaft gegeben, die aus den trockenen Dolden Pellets produziert und diese dann weltweit an die Händler und Brauer gibt.

Hopfenanbaugebiet Elbe-Saale Die Hopfenfelder der Agrargenossenschaft Naundorf sind Teil des geschützten Anbaugebietes Elbe-Saale. Es ist das zweitgrößte Anbaugebiet in Deutschland und das wichtigste in Mittel- und Norddeutschland. Andere große Anbaugebiete sind in Bayern und Baden-Württemberg. Im Landkreis Nordsachsen hat der Hopfenanbau Tradition seit den 1970er-Jahren.

Qualität und Pflanzenschutz bedingen sich

Obwohl die Agrargenossenschaft nicht über Hopfenabsätze klagen kann, sorgen sie sich um Preissteigerungen und Mehraufwand, gerade beim Pflanzenschutz. Der Insektenbefall werde immer mehr zum Problem und wegen des Verbotes bestimmter Pflanzenschutzmittel durch EU-Landwirtschaftsverordnungen müssen sie nun auf mehrere andere Produkte umsteigen. "Das bedeutet Mehrausgaben und wir müssen häufiger rausfahren. Manchmal gucken dann die Leute in Mügeln komisch, weil sie denken, wir sprühen schon wieder großflächig Pestizide", so Seifert. Aber um Pflanzenqualität zu gewährleisten, sei es unabdingbar, Pflanzenschutzmittel zu verwenden.

Quelle: MDR/sm

Dieses Thema im Programm beim MDR MDR UMSCHAU | 23.04.2019 | 20:15 Uhr

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