Rocker Prozess Hell Angels Leipzig
Großes Polizeiaufgebot beim Prozessbeginn im Juli vor dem Leipziger Landgericht. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Leipziger Rockermilieu Mordprozess gegen Hells Angels beginnt schleppend

Der Prozess um die tödlichen Schüsse im Leipziger Rockermilieu beginnt schleppend. Am ersten Verhandlungstag verweigerten sämtliche Zeugen die Aussage. Die Verteidigung mauert.

Rocker Prozess Hell Angels Leipzig
Großes Polizeiaufgebot beim Prozessbeginn im Juli vor dem Leipziger Landgericht. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Es war ein erbitterter Kampf der Anklage gegen die Verteidigung, bei dem kaum Licht auf die Ereignisse vom 25. Juni vergangenen Jahres geworfen wurde. Die geladenen Zeugen - allesamt Mitglieder der Rockerbanden - schwiegen aufgrund der laufenden Ermittlungsverfahren gegen sie.

Gleich nach Verlesung der Anklageschrift stellte die Verteidigung einen Antrag, dass das Bild- und Videomaterial, welches die Tat dokumentiert, nicht zugelassen werden soll. Es sei als Beweismaterial nicht zulässig, da es heimlich gefilmt, nachträglich bearbeitet und in den sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde, wodurch die Verteidigung die Persönlichkeitsrechte der Angeklagten verletzt sah.

Sollte dem Antrag stattgegeben werden, könnte die Anklage den Prozess einzig auf die Zeugenaussagen und die Indizienbeweise stützen. Der Prozess soll nun am kommenden Dienstag fortgesetzt werden. Der Zeuge, der das Videomaterial anfertigte, soll am 24.9. aussagen. Die Stimmung im Gerichtssaal, wo sich die verfeindeten Lager der Hells Angels und United Tribuns gegenüber saßen, war angespannt. Zahlreiche Polizisten sicherten den Verhandlungsort.

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen

Rockerprozess Hells Angels
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Vor der ersten Strafkammer des Leipziger Landgerichtes müssen sich seit Freitag vier ehemalige Mitglieder der Leipziger Hells Angels verantworten. Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen hat der Prozess um tödliche Schüsse im Rockermilieu neu begonnen. Vor dem Landgericht Leipzig war die Polizei mit einem größeren Aufgebot präsent. Im Gericht gab es doppelte Einlasskontrollen. Zuschauer wurden auf gefährliche Gegenstände durchsucht und mussten ihre Handys abgeben. Vier Mitglieder der Leipziger Hells Angels sind wegen gemeinschaftlichen Mordes angeklagt.

Vorwurf: Mann aus verfeindeter Rocker-Gang erschossen

Einer der Männer soll im Sommer 2016 einen 27 Jahre alten Rocker der verfeindeten United Tribuns in der Leipziger Eisenbahnstraße erschossen haben. Zwei weitere Menschen wurden schwer verletzt. Der Prozess hatte Mitte Juli schon einmal begonnen, war dann aber wegen der Erkrankung eines Richters geplatzt.

Im nun zweiten Anlauf für das Verfahren wurde auch eine Sachverständige ausgetauscht. Sie wollte zwei der Angeklagten zu deren Schuldfähigkeit begutachten, wurde aber von der Verteidigung wegen Befangenheit abgelehnt. Die Strafkammer folgte einem entsprechenden Antrag der Anwälte. Nun begutachtet ein zweiter, bereits berufener psychiatrischer Sachverständige alle vier Beschuldigten.

Quellen: mdr/dpa/gg/lam/lt

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - das Sachsenradio | 08.09.2017 | Nachrichten ab 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. September 2017, 21:08 Uhr

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1 Kommentar

09.09.2017 15:08 Fragender Rentner 1

Wie stand heute in der LVZ, Angeklagte und Zeugen schweigen.

Wie wird da wohl das Urteil erfolgen?

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