Bauliche Kulturgüter Hoffnung für Bergelager und Bauteilarchiv Trebsen

Gut 20 Jahre lang war das sächsische Trebsen ein Mekka des Denkmalschutzes. In dem Ort bei Grimma wurden in einem Lager historische Baustoffe archiviert. Doch Ende 2017 war Schluss. Das Bergelager musste schließen und sollte eigentllich aus dem Gebäude, einer ehemalige Papierfabrik ausziehen. Grund: Das Domizil liegt im Überschwemmungsgebiet der Mulde, für Sanierung oder Ausweichquartier fehlten dem Förderverein Rittergut Trebsen, der Lager und Archiv leitete, die finanziellen Mittel.

Das Ende des sächsischen Bauteilearchivs und Bergelagers für historische Baustoffe in Trebsen bei Grimma war eigentlich beschlossene Sache. Der Grund: Das Gebäude, eine ehemalige Papierfabrik liegt im Überschwemmungsgebiet der Mulde. Für Sanierung oder Ausweichquartier fehlten dem Förderverein Rittergut Trebsen, der Lager und Archiv leitete, aber die finanziellen Mittel.

Jetzt die überraschende Wende. Für das Archiv besteht doch noch Hoffnung. Nach Informationen von MDR SACHSEN will sich die sächsische Landesregierung für den Erhalt des Archivs einsetzen. Mitte Dezember wollte bereits die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen mit einem Antrag im Landtag die drohende Auflösung verhindern - vorerst ohne Erfolg. Jetzt gibt es erste positive Signale aus Dresden. Demnach will sich das Innenministerium unter Roland Wöller um den Erhalt des sächsischen Bauteilearchivs kümmern.

Zunächst sollen die Bestände erfasst und bewertet werden. Auch eine neue Bleibe für die baulichen Exponate soll gefunden werden. Eine Immobilien wurde dabei vom Landesamt für Denkmalpflege bereits ins Auge gefasst.

Wir hatten 2011 zum ersten Mal den Vorschlag gemacht, ein zentrales Lager auf Schloß Hubertusburg zu schaffen.

Rosemarie Pohlack Landesamt für Denkmalpflege Sachsen

Zusammen mit anderen Schausammlungen und Depots könnte dort das zentrale sächsiche Bauteilearchiv einziehen. Für die Chefin der Landesdenkmalpflege, Rosemarie Pohlack, hat das Schloß Hubertusburg mehrere Vorteile. Zum einen die zentrale Lage und Flächen, die groß genug wären, die architektonischen Schätze aufzunehmen. Zudem müssten nicht noch Unsummen in eine Sanierung gesteckt werden, so Pohlack. Doch bis es soweit ist, kann es noch dauern.

Ein Lager voller Kulturdenkmäler

Das Bauteilearchiv in Trebsen umfasst mehr als 20.000 Exponate. Die Baustoffe stammen von zerstörten oder abgerissenen historischen Gebäuden verschiedenster Bauzeiten und Baustile. Unter anderem lagern in Trebsen originale Sockelteile der Dresdner Frauenkirche, Kristallleuchter und Fenster aus der Jakobskapelle des Rathauses Zwickau, Renaissance-Balkendecken aus Freiberg, Bleiglasfenster aus dem ehemaligen Leipziger Reichsgericht und Guss-Säulen vom Bahnhof Dresden-Neustadt. Einige Fundstücke des Lagers, wie zum Beispiel Beschläge oder Stuckornamente, wurden bereits im Rittergut Trebsen eingelagert.

Dieses Thema im Programm von MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 19.01.2018 | ab 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig
MDR SACHSENSPIEGEL | 19.01.2018 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/bb

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