Teilnehmer einer Demonstration im Zentrum der Messestadt halten ein Banner mit der Aufschrift >>Klima schützen, Kohle stoppen<<
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Klimacamp in Pödelwitz 2018 Verfahren gegen Umweltschützer eingestellt

Er radelte mit dem Fahrrad zum Klimacamp nach Pödelwitz. Weil der Mann dabei jedoch auf das Gelände des Kohlekonzerns Mibrag geriet, musste er sich jetzt vor Gericht verantworten.

Teilnehmer einer Demonstration im Zentrum der Messestadt halten ein Banner mit der Aufschrift >>Klima schützen, Kohle stoppen<<
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Der Prozess gegen einen Klimaschützer am Amtsgericht Borna ist eingestellt worden. Die Richter ließen den Vorwurf des Hausfriedensbruchs fallen. Der Teilnehmer des Klimacamps in Pödelwitz soll unerlaubt das Betriebsgelände des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain betreten haben. Dem Gericht zufolge sei ein aufgestellter Zaun nicht als Grenze zum Betriebsgelände erkennbar gewesen. Ein Vorsatz liege deshalb nicht vor. Die Kosten des Verfahrens trägt der Staat.

Klimacamp begrüßt das Urteil

Florian Teller, Sprecher des Klimacamps begrüßte die Entscheidung des Gerichts: "Wir freuen uns, dass der Vorwurf des Hausfriedensbruchs fallen gelassen wurde", sagte Teller. "Damit haben wir gerechnet, weil der Aktivist durch Zufall auf das Gelände gelangt ist." Der Besucher des Klimacamps sei zusammen mit anderen Teilnehmern per Fahrrad angereist. Durch veraltete Online-Karten seien sie versehentlich auf dem Gelände der Mitteldeutschen Braunkohlegesellschaft (Mibrag) gelandet. "Dort wurden sie von Polizei und Werkschutz aufgegriffen", sagte Teller. Insgesamt sieben Menschen sei danach Hausfriedensbruch vorgeworfen worden. Ein Teilnehmer musste sich jetzt vor Gericht verantworten.

Kritik an der Mibrag

Der Verein Klimacamp Leipziger Land hatte das Vorgehen des Kohlekonzerns schon vor der Gerichtsverhandlung hart kritisiert. Der Kohlekonzern Mibrag versucht, den Besuch des Klimacamps zu kriminalisieren", sagte Teller vor der Verhandlung. "Während das Dorf Pödelwitz weiter davon bedroht ist, für den angrenzenden Kohletagebau abgebaggert zu werden, versucht die Mibrag offensichtlich mit absurden Vorwürfen den Protest einzuschüchtern."

Weit über 1.000 Menschen schlugen letztes Jahr in Pödelwitz ihre Zelte auf, um vor Ort über Lösungen der Klimakrise und Perspektiven für einen gerechten Strukturwandel zu diskutieren. Dieses Jahr lädt der Verein wieder zum Klimacamp nach Pödelwitz ein. Entsprechende Hinweise für den richtigen Weg zum Workshop vom 3. bis zum 11. August würden laut Teller rechtzeitig auf der Webseite veröffentlicht.

Quelle: MDR/ss/kt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.03.2019 | ab 16:00 Uhr in den Nachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 25. März 2019, 21:35 Uhr

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