Ein Schaufelradbagger SRs 2000 der MIBRAG steht bei frostigen Temperaturen im Tagebau Vereinigtes Schleenhain bei Pödelwitz (Sachsen) vor den Kühltürmen des Kraftwerks Lippendorf.
Bildrechte: dpa

Protest Polizei holt Kohlegegner von Bagger in Tagebau bei Leipzig

Mehrere Dörfer im Süden Leipzigs sind vom Kohleabbau bedroht. Deshalb haben Umweltaktivisten schon Anfang Februar Bagger im Tagebau Schleenhain besetzt. Am Mittwoch sind erneut vier Personen auf die Fahrzeuge geklettert.

Ein Schaufelradbagger SRs 2000 der MIBRAG steht bei frostigen Temperaturen im Tagebau Vereinigtes Schleenhain bei Pödelwitz (Sachsen) vor den Kühltürmen des Kraftwerks Lippendorf.
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Im Tagebau Schleenhain südlich von Leipzig hat die Polizei am Mittwoch vier Kohlegegner von einem Abraumbagger geholt. Wie die Polizei mitteilte, haben zwei Männer und zwei Frauen den Bagger auch nach mehrfacher Aufforderung nicht verlassen, so dass die Einsatzkräfte einschreiten mussten. Drei von ihnen hätten dabei Widerstand geleistet.

Die Umweltaktivisten hatten den Abraumbagger kurz vor 7 Uhr besetzt und damit nach Angaben der Polizei den Betriebsablauf gestört. Bereits Anfang des Monats hatten 14 Umweltaktivisten der Gruppierung "Ende Gelände" einen Bagger in Schleenhain besetzt. Auch in den Lausitzer Tagebauen wurden Bagger von Kohlekraftgegnern besetzt.

In sozialen Netzwerken kursierten am Mittwochvormittag Fotos der Aktion. Unter anderem ist dort ein von den Aktivisten aufgehängtes Transparent zu sehen. Auf diesem steht: "Lieber Haft als Kohlekraft, doch beides gehört abgeschafft." Der Tagebaubetreiber Mibrag will die Besetzer wegen Hausfriedensbruchs anzeigen.

Am Nachmittag hat sich das Netzwerk "Climate Justice Now" zu der Aktion geäußert. Man möchte nicht nur die klimaschädliche Kohle-Infrastruktur blockieren, sondern auch Solidarität mit den Inhaftierten der Baggerbesetzung in der Lausitz vom 4. Februar zeigen. Gleiches gelte für eine Aktivistin, die in Folge der Räumung des Hambacher Forstes in Nordrhein-Westfalen zu neun Monaten Haft verurteilt wurde, heißt es in einer Pressemitteilung.

Quelle: MDR/sth/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 20.02.2019 | 11:00 Uhr in den Nachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2019, 16:01 Uhr

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44 Kommentare

22.02.2019 11:29 Freiheit 44

21.02.2019 13:39 Trixi 29---》Mit der AFD ist eine Partei im Anmarsch, für die der Klimawandel eine Lüge ist...《
Das, was Sie schreiben, ist FALSCH! Die AFD stellt die These, daß der Klimawandel menschengemacht ist, in Frage! Das ist ein Unterschied!

Wer es nicht glaubt, kann es im Wahlprogramm nachlesen.

21.02.2019 20:20 Eulenspiegel 43

Hallo Hyallo Udo K 40

„Nicht nur die AfD ist gegen die Behauptung, dass der Mensch den Klimawandel verhindern kann.“
Ja dann machen sie mal genaue Angaben wer das ist.

„Die Zukunft unserer Kinder wird nicht durch den Klimawandel bedroht, sondern durch eine ganz andere Entwicklung.“
Und können sie das differenziert darlegen?

21.02.2019 19:36 Fakt 42

>>Uwe, #41:
"Damit war es unbrauchbar."<<

Schreiben Sie doch keinen Stuss. Unter "unbrauchbar" versteht man etwa anderes. Oder glauben Sie, dass der Bagger, nachdem die vier Besetzer herunter geholt wurden, nicht mehr zu gebrauchen war? Na bitte.

21.02.2019 18:11 Uwe 41

@ Fakt Zitat: unbrauchbar macht
Das Gerät musste aus Sicherheitsgründen gestoppt werden weil sich unberechtigte dort aufgehalten haben und nicht gehen wollten. Damit war es unbrauchbar. Aber ich schrieb ja schon das bei Activisten Beweise sowieso nie reichen. Von daher...

21.02.2019 18:03 Udo K 40

@ Trixi 29
Nicht nur die AfD ist gegen die Behauptung, dass der Mensch den Klimawandel verhindern kann.

Die Zukunft unserer Kinder wird nicht durch den Klimawandel bedroht, sondern durch eine ganz andere Entwicklung.

21.02.2019 17:49 Udo K 39

@ Conny 33
Die jungen Leute wissen um ihr gesetzwidriges Verhalten, also bitte auch nicht jammern, wenn das Gesetz angewendet wird.

21.02.2019 17:06 Fakt 38

>>Uwe, #31:
"Meinst du. Dann beschäftige dich mal mit § 316b"<<

Weder kann ich im Artikel lesen, dass der Bagger "zerstört, beschädigt, beseitigt, verändert oder unbrauchbar" gemacht wurde, noch lese ich etwas davon, dass "die für den Betrieb bestimmte elektrische Kraft" entzogen wurde. Auch ist dadurch, dass vier Leute auf einen Bagger klettern nicht davon auszugehen, dass durch die Tat die Versorgung der Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern beeinträchtigt wurde.
Ergo trifft der von Ihnen genannte § 316b StGB eher nicht zu.

21.02.2019 16:30 Wolpertinger 37

@21.02.2019 13:46 Udo K
Ich hatte das auch nicht als Entschuldigung oder Rechtfertigung gedacht. Hausfriedensbruch ist ganz klar eine Straftat.
Mir ging es nur um die Abgrenzung zwischen Kriminellen und Aktivisten. Ich möchte diese Menschen, wenngleich Straftäter, nicht zB mit Fritz Honka oder irgendwelchen Geiselnehmern gleichsetzen.
Beim 2. Teil Ihrer Aussage, kann ich Ihnen folgen. Ich denke, dort kann (und darf) man aber durchaus geteilter Meinung sein.

21.02.2019 16:24 Wolpertinger 36

@21.02.2019 14:05 Uwe
Gerne. Hier wurde nur der Betriebsablauf gestört, nicht der Betrieb im Sinne des StGB.
Ich zitiere:"......., dadurch verhindert oder stört, daß er eine dem Betrieb dienende Sache zerstört, beschädigt, beseitigt, verändert oder unbrauchbar macht oder die für den Betrieb bestimmte elektrische Kraft entzieht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."
Nichts von diesen Handlungen trifft zu.

21.02.2019 15:27 Sonja 35

@ 2 5 vollkommend richtig, sonst müßte die Merkel mit ihre Konsorten aus Berlin schon längst im Knast sitzen, die war nicht für das Volk da aber für die Wirtschafsbosse und für die gesamte Welt mit dem Geldkoffer von uns Steuerzahler........

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