Luftbild der Leipziger Innenstadt
In Leipzig berät ein kriminalpräventiver Rat schon seit 1994 über die Sicherheit in der Messestadt. Schwerpunkte sind neben Extremismus und Fußball auch die Sicherheit in der Innenstadt sowie in Kleingartenanlagen und die Verfolgung von Fahrraddieben und Graffiti-Sprayern. Bildrechte: IMAGO

Tagung in Chemnitz Leipzig hat langjährige Erfahrung mit kriminalpräventiven Räten

Weniger Kriminalität und mehr Sicherheit. Das möchte das sächsische Innenministerium mit der "Allianz Sichere Sächsische Kommunen" erreichen.  Kriminalpräventive Räte sollen vorsorgen – deswegen tagen Kommunen aus Sachsen in Chemnitz. Doch bringen solche Räte überhaupt etwas? Oder handelt es sich um Gremien ohne Wirkung? MDR SACHSEN fragte nach der Situation in Leipzig. Die Messestadt hat nach der Wiedervereinigung schon in den 90er Jahren einen kriminalpräventiven Rat gegründet.

von Katrin Tominski

Luftbild der Leipziger Innenstadt
In Leipzig berät ein kriminalpräventiver Rat schon seit 1994 über die Sicherheit in der Messestadt. Schwerpunkte sind neben Extremismus und Fußball auch die Sicherheit in der Innenstadt sowie in Kleingartenanlagen und die Verfolgung von Fahrraddieben und Graffiti-Sprayern. Bildrechte: IMAGO

Leipzig hat seit 1994 einen kriminalpräventiven Rat. Wie wichtig ist dieser Rat für Leipzig?

Leipzig gehört zu den Städten, die in Sachsen ganz früh – schon im Jahr 1994 – einen kriminalpräventiven Rat (KPR) eingerichtet haben. "Der KPR hat sich als Plattform für eine Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Polizei, Wirtschaft, Forschung, sonstigen Behörden und  gesellschaftlichen Gruppen sowie interessierten Bürgern etabliert", erklärte Helmut Loris, Leiter des Leipziger Ordnungsamtes MDR SACHSEN. Die Handlungsfelder und Aktivitäten des präventiven Rates hätten sich sukzessive ausgeweitet. Laut der Stadt beraten regelmäßig die fünf Arbeitsgruppen "Fußball und Sicherheit", "Extremismusprävention", "Sicherheit in Kleingärten" sowie "Graffiti" und "Innenstadt" zu aktuellen Problemen.

Können kriminaltechnische Räte Kriminalität wirklich verhindern?

Die Stadt Leipzig bewertet die Arbeit ihres kriminalpräventiven Rates als positiv. "Über die Jahre hinweg gab es verschiedene Erfolge", sagte Amtsleiter Loris. Das Jugendberufshilfeangebot "Netz kleiner Werkstätten" für Jugendliche ohne Abschluss sei zum Beispiel mit dem Förderpreis Kriminalprävention ausgezeichnet worden.  Zudem konnte die Kriminalität in Kleingärten gesenkt werden. Umfangreiche Vorsorgemaßnahmen wie Registrierungen und Codierungen sowie die Projektgruppe "Rad.LE" sollen die Fahrraddiebstähle senken.

Was erreichte der Rat im Bereich Extremismus?

Spezialfahrzeug der Polizei
Die Arbeitsgruppe Extremismusprävention vernetzt Polizei, Verfassungsschutz und Beratungsstellen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Arbeitsgruppe Extremismusprävention beschäftigt sich laut Jahresbericht intensiv mit religiös motiviertem Extremismus. Für Fortbildungen zur De-Radikalisierung gab es einen intensiven Austausch mit der Koordinierungs-und Beratungsstelle Radikalisierungsprävention (KORA) im Demokratiezentrum Sachsen. Gleichzeitig übernahm die Arbeitsgruppe die Betreuung eines Forschungsvorhabens der Uni Leipzig zu urbaner Gewalt und organisierte den Wettbewerb "Schule der Toleranz". Knapp 40 Projekte sollen helfen, nicht in den Extremismus abzurutschen. Sie können alle im Präventionsatlas der Stadt Leipzig eingesehen werden – unter anderem aus den Bereichen Extremismus, Psychische und physische Gewalt, Sucht, Schule und Arbeit und Medien.

Hat sich das subjektive Sicherheitsempfinden der Leipziger verbessert?

Um diese Frage zu beantworten will der KPR Leipzig künftig regelmäßig Sicherheitsbefragungen durchführen. "Auf dieser Grundlage können wir belastbare Aussagen zur Entwicklung des Sicherheitsempfindens treffen", hieß es.

Empfiehlt Leipzig anderen Kommunen kriminalpräventive Räte?

"Die Einrichtung kriminalpräventiver Räte sollte erst auf der Grundlage einer präzisen Analyse der Sicherheitslage erfolgen", erklärte Amtsleiter Loris. Zusätzlich sei zu prüfen, ob erarbeitete Vorsorgemaßnahmen regulär durch Polizei oder Stadtverwaltung umgesetzt werden können, oder sie als Querschnittsaufgabe organisiert werden müssen.

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 06.02.2019 | 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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Zuletzt aktualisiert: 06. Februar 2019, 18:43 Uhr

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