Mehr Einbrüche und Diebstähle Leipzig rückt auf Rang 2 in der Kriminalstatistik vor

Leipzig zählt zu Deutschlands Kriminalitätshochburgen. In der Polizeilichen Kriminalstatistik 2016 für die Bundesrepublik, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière am Montag in Berlin vorstellte, belegt die Messestadt Rang zwei. Vor allem Einbrüche und Diebstähle nahmen zu.

von Sylvia Stadler

Leipzig ist in der bundesweiten Kriminalstatistik auf Platz 2 vorgerückt. Mit 15.811 Straftaten je 100.000 Einwohner liegt die Messestadt hinter Berlin (16.161 Taten). Den dritten Platz belegt Hannover (15.764 Taten). Frankfurt am Main (15.671 Taten), jahrelang die unsicherste Stadt, liegt nun auf dem vierten Platz.

Diebstähle und Einbrüche machen größten Anteil aus

Eigentumsdelikte haben mit rund 50 Prozent den größten Anteil an der Kriminalstatistik in Leipzig. Die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg um zwölf Prozent. Diebstähle aus Kellern und von Böden und Fahrraddiebstähle nahmen im letzten Jahr in Leipzig um über 30 Prozent zu. Jedes zweite gestohlene Fahrrad wurde im letzten Jahr in Leipzig entwendet. Auch bei Körperverletzungen stiegen die Zahlen 2016 an.

Insgesamt eine besorgniserregende Tendenz findet auch Leipzig Polizeipräsident Bernd Merbitz. Vor allem wenn man bedenke, dass Städte wie Frankfurt am Main hinter leipzig liegen. "Kriminalgeographisch gesehen ist Leipzig eine Drehscheibe zwischen Halle und Berlin."

Drogensüchtige zieht es nach Leipzig

Vor allem die Rauschgiftkriminalität beschere Leipzig den zweiten Platz in der Kriminalstatistik, sagt Polizeisprecher Andreas Loepki. "Sie können davon ausgehen, dass die Rauschmittelströme, die den mitteldeutschen Raum betreffen, maßgeblich über Leipzig geleitet werden." Konsumenten kämen in Leipzig leichter an kostengünstigeren und saubereren Stoff als anderswo. Das sei Anreiz für Süchtige, ihren Wohnsitz in die Stadt zu verlagern, sagt Loepki. "Das bedeutet Beschaffungskriminalität und das sehen wir in Leipzig maßgeblich." Leipzig versucht seit Jahren gegenzusteuern. Bei der Suchtprävention reichen die Bemühungen offenbar nicht aus. Im Jahr 2016 ist die Zahl von Rauschgiftdelikten mit 9.819 nahezu konstant geblieben (2015: 9.834). Deutlich gesunken sind die Straftaten im Zusammenhang mit der Droge Crystal. Während in 2015 noch 4.225 derartige Delikte registriert wurden, waren es 2016 insgesamt 3.706.

Sonderkommission gegen Eigentumsdelikte

Gegen Eigentumsdelikte gehen die Ermittler bereits gezielt vor, sagt Polizeichef Merbitz. "Wir haben hier in Leipzig eine Sonderkommission gebildet, die ausschließlich Einbruchsdiebstähle bearbeitet, vor allem auch die Mehrfachtäter. Da haben wir schon jetzt Erfolge und ich glaube, diese Erfolge werden auch in der Zukunft noch größer werden." Laut Statistik gab es auch einen Anstieg Straftaten die von nichtdeutschen Tatverdächtigen begangen werden. Mehr Personal - vor allem in der Polizeidirektion Leipzig - laute seit Jahren seine Forderung, so Merbitz.

Loepki fordert mehr Präsenz

Das sieht auch Polizeisprecher Loepki so. "Die präventivste Wirkung geht von Präsenz aus. Und daran mangelt es in Leipzig. Unser Streifendienst ist nach wie vor nicht in der Lage, seinem Namen gerecht zu werden. Er streift nicht, sondern fährt von Auftrag zu Auftrag und muss danach auch noch die Dinge niederschreiben, die er da bearbeitet. Insofern ist der Ruf nach mehr Personal nicht unbegründet."  

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch in Radio und Fernsehen: MDR 1 RADIO SACHSEN | 24.04.2017 | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 15:30 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 24.04.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. April 2018, 14:28 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

5 Kommentare

26.04.2017 09:20 Benny Fransen 5

Mein Glückwunsch an Leipzig. Weiter so und schön bunt bleiben, dann klappt es noch mit Platz eins.

25.04.2017 12:11 Horst 1 4

wenn wir zu wenig Polizei zum Schutz unserer Bürger haben, hilft nur noch eine Bürgerwehr! Unsere Polizei ist ja mit anderen wichtigeren Sachen beschäftigt.

25.04.2017 10:47 Wolpertinger 3

@24.04.2017 20:39 Untermensch aus Dunkeldeutschland
Einfach richtig parken. Dann haben die Ordnungskräfte auch wieder mehr Zeit.

25.04.2017 10:22 Fragender Rentner 2

Zitat von Oben: Mehr Einbrüche und Diebstähle Leipzig rückt auf Rang 2 in der Kriminalstatistik vor

Was machen die im Osten falsch, dass die Städte an der Spitze stehen?

Wird hier noch mehr an Personal und Kosten gespart und dann schaffen sie es nicht das Person und die Kosten wieder schnell auf zustocken!

Ist ja nur für unsere Sicherheit!

Die anderen bekommen Personenschutz!

24.04.2017 20:39 Untermensch aus Dunkeldeutschland 1

Besorgniserregend ist die Tatsache, dass die Ordnungskräfte mit dem Verfolgen von Geringfügigkeiten so beschäftigt sind, dass sie beim Knöllchen schreiben den Einbruch gar nicht mitbekommen.

Mehr aus der Region Leipzig