Ein Feuerwehrmann löscht einen brennenden Dienstwagen der Deutschen Bahn.
Bildrechte: Einsatzfahrten Leipzig

Staatsschutz hat Ermittlungen übernommen Erneut Bahn-Fahrzeuge in Leipzig angezündet

Erneut sind Firmenwagen der Deutschen Bahn in Leipzig angezündet worden. Dabei ist nun ein Bahnmitarbeiter verletzt worden. Während das Unternehmen die Sicherheitsvorkehrungen erhöhen will, hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

Ein Feuerwehrmann löscht einen brennenden Dienstwagen der Deutschen Bahn.
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Drei Dienstwagen der Deutschen Bahn sind in Leipzig angezündet worden. Die Fahrzeuge waren in den Stadtteilen Leutzsch und Plagwitz abgestellt. Wie die Polizei mitteilte, sind die Autos am Dienstagabend, kurz vor Mitternacht in Flammen aufgegangen. Beim Versuch eines der brennenden Fahrzeuge zu löschen hätte ein 53jähriger Mitarbeiter eine Rauchgasvergiftung erlitten.

Zu den Tätern gibt es bislang keine Spur. Inzwischen hat der Staatsschutz der Kriminalpolizei die Ermittlungen übernommen. Die Beamten prüfen nun einen möglichen Zusammenhang mit der Räumung eines besetzten Bahngrundstückes in der vergangenen Woche. "Eine Verbindung liegt nahe und wird eingehend untersucht", so ein Polizeisprecher. Das "Black Triangle" im Stadtteil Connewitz wurde zwei Jahre lang von der autonomen Gruppe "Kulturkollektiv Arno-Nitzsche" besetzt. Bei den Brandanschlägen könnte es sich um Racheaktionen der militanten Szene handeln.

Bahn will stärker kontrollieren

Bereits kurz nach der Räumung des Grundstückes gab es in Leipzig einen Brandanschlag auf einen Dienstwagen der Deutschen Bahn. Nach den jüngsten Vorfällen wolle die Bahn nun ihre Kontrollen erhöhen. "Unsere Sicherheitskräfte bestreifen ab sofort verstärkt die Standorte, an denen unsere Fahrzeuge abgestellt sind", sagte ein Bahnsprecher MDR SACHSEN.

Das Einsatzfahrzeug der Feuerwehr ist am Einsatzort in Leutzsch. Hier brannte ein Auto der Deutschen Bahn aus, nachdem es von Unbekannten angezündet wurde.
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Zukunft des geräumten Bahngrundstückes noch offen

Währenddessen ist die Zukunft des geräumten Bahngrundstückes und Umspannwerkes ungewiss. Die Bahn ist weiterhin mit Investoren im Gespräch. "Wer ein Interesse an der Nutzung der Immobilie hat, kann sich mit uns in Verbindung setzen", so der Sprecher der DB. "Wir sind hinsichtlich eines Verkaufes in alle Richtungen offen."

Die Stadt Leipzig hat einen Kauf bereits abgelehnt. Das Grundstück sei einerseitz erheblich mit Schadstoffen belastet, zum anderen gebe es hohe Anforderungen des Denkmalschutzes. Das ehemalige Umspannwerk steht bereits seit 1993 unter Schutz. Nach Angaben der Stadt würden aus einem Grundstückskauf hohe Risiken für den Steuerzahler resultieren.

Die Bahn selbst betont, dass es ihr bei einem möglichen Verkauf um eine sinnvolle Nutzung und nicht um Rendite gehe. Man wolle lediglich eine illegale Nutzung vermeiden, wie sie zuletzt durch die Besetzung entstanden sei.

Quelle: MDR/dpa/cg/hf

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 23.01.2019 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten für Leipzig

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Zuletzt aktualisiert: 24. Januar 2019, 10:31 Uhr

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10 Kommentare

24.01.2019 21:41 fischotter 10

Doch @Morchelchen, ich befürchte schon das der Mediator das ernsthaft meint. Die Lage verschlechtert sich zusehends für Leute mit seinen Ansichten. Da muss man schon nach den letzten verbliebenen Streichhölzern greifen. Dabei gelingt diese Taktik nur dem Fuchs, für den sich der Mediator wohl gelegentlich selbst hält.

24.01.2019 15:55 Morchelchen 9

Mediator, Sie wollen doch nicht ernsthaft behaupten, diese oder andere derartigen Aktionen wären durch PEGIDA oder AfD initiiert? Also hätte es die ohne AfD und PEGIDA nicht gegeben? Bei solch einer absurden Behauptung weiß man nicht, ob man lachen, oder weinen, sollte... Zudem man sich vorstellen kann, welche Klientel sich dahinter verbirgt. Und wieso sollte ausgerechnet die sich nach irgend welchen Aussagen richten, noch dazu von den Benannten? Eine Rechtfertigung für übles Rowdytum zu finden, dazu noch so eine schäbige - das muss Ihnen erst mal jemand nachmachen.

24.01.2019 08:57 Mediator 8

Ja das ist eben die Folge wenn die AfD oder Pegida "Scheiß auf Anstand" verkünden und Menschen ihnen folgen. Da gehen die Umgangsformen in den Keller und so mancher verwechselt dann Brandstiftung mit politischem Engagement.
Entgegen der landläufigen Meinung einiger Kommentatoren hier weigern sich Autos übrigens nicht zu brennen, wenn Rechtsextremisten an diese mit Brandbeschleunigern herantreten. Von daher wird die Ermittlung der Polizei hoffentlich zeigen wer für die Tat verantwortlich ist. @Bernd L.(1): "Scheiß auf Anstand" wirkt, wie z.B. das Rechtsverständnis von ihnen zeigt! Es ist schlicht unanständig von einer "angesengten Moscheetür" in Dresden zu sprechen wenn ein Gericht 10 Jahre Haft wegen versuchtem Mord, Herbeiführens von Sprengstoffexplosionen und versuchter besonders schwere Brandstiftung wegen dieser Tat verhängt hat. Ich hoffe sie zündeln nur mit Worten, auch wenn dass schon schlimm genug ist und so manchen zu mehr verleiten könnte!

24.01.2019 08:16 D.o.M. 7

"Der Staatsschutz ermittelt" liest man hier permanent. Hat schon einmal, ein einziges mal jemand im Zusammenhang mit (potentiell) linken Delikten gelesen "Mit Hilfe des Staatsschutzes wurde der Täter ermittelt und hinter Gitter gebracht."?

23.01.2019 20:31 J.Heder 6

Egal welcher Richtung/Gruppierung die Täter angehören, was können die Auto's; die betroffenen Mitarbeiter für die Geschäftspolitik des Arbeitgebers und des Eigentümers??
Was hier viel mehr an den öffentlichen Pranger gestellt werden muss, ist das Geschäftsgebaren der Bahn. Das Grundstück ist mit erheblichen Altlasten verseucht und die denkmalgeschützten Gebäude sind in einem quasi ruinösen Zustand. Das sind sie nur durch Unterlassung von Pflege und Instandhaltung durch den Eigentümer geworden. Jetzt, wo diese Kosten offenbar werden, will sich der Eigentümer den Verpflichtungen daraus entziehen indem er es versucht zu verkaufen. Altlasten fallen aber unter das Bundesbodenschutzgesetz und bleiben IMMER beim Verursacher hängen. Fraglich bleiben die Gebäude. Aber der Umgang hier zeigt zum Teil den Umgang mit dem gesamten Unternehmen Deutsche Bahn und lässt schlimme Rückschlüsse erahnen! Die evtl Nutzer hat man mit der Zwangsräumung vertrieben während sonst Ideenlosigkeit herrscht....

23.01.2019 17:22 Willy 5

@ 2 das weißt du wo schon das es rechte waren , nein es waren linke , da User 3 den Finger drauf hat warum wieder ein Brandanschlag aus voller wut dazu gegeben war von denen, sagt jeder Menschenverstand.

23.01.2019 16:22 Morchelchen 4

2, nette Satire. Doch egal, welche Klientel sich hinter diesen fiesen Aktionen verbirgt - für derartige Willkür fehlt dem Normalbürger jedes Verständnis. Und so drücken wir die Daumen, dass die Verursacher gefunden und bestraft werden können.

23.01.2019 16:03 Oornee 3

>Die Beamten prüfen nun einen möglichen Zusammenhang mit der Räumung eines besetzten Bahngrundstückes in der vergangenen Woche. "Eine Verbindung liegt nahe und wird eingehend untersucht"<----Neee, das globsch jetze ni, das war bestimmt spontane Selbstentzündung, oder de Russn, oder och de AFD, bestimmt. Linke machen so was niemals ni.

23.01.2019 15:14 Carolus Nappus 2

Unglaublich, was sich die Rechten hier wieder erlauben. Wir brauchen unbedingt mehr Mittel gegen rechts. Kann doch nicht sein, dass die sich hier ständig so austoben können.

23.01.2019 13:41 Bernd L. 1

Diese Aktionen gegen die Bahn oder gegen staatliche Einrichtungen gibt es in Leipzig seit langem. Mein Frage an der MDR: Wieviele der Täter wurden gefasst und wieviele wurden verurteilt? Bei der angesengten Moscheetür hat die Aufklärung auch geklappt.

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