25.02.2020 | 16:44 Uhr Studie der Uni Leipzig untersucht Rechtsextremismus bei AfD-Wählern

Laut einer Studie des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung der Universität Leipzig ist Rechtsextremismus, Gewaltbereitschaft sowie Ablehnung von Juden und Muslimen unter Wählern der AfD deutlich weiter verbreitet als unter den Wählern aller anderen Parteien.

Vier von fünf befragten AfD-Wählern gaben demnach an, sich durch "die vielen Muslime" fremd im eigenen Land zu fühlen. Mehr als 70 Prozent stimmten der Aussage zu, Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden.

Ablehnung der Demokratie

Die Umfrage zeige, dass viele AfD-Anhänger eine rechtsautoritäre Diktatur bevorzugten und die Demokratie ablehnten, sagte der an der Umfrage beteiligte Soziologe Johannes Kiess. Auch nutzten bei keiner anderen Partei die Anhänger so offen die Möglichkeit, ihren Antisemitismus zu äußern. Laut der Studie ist jeder fünfte AfD-Anhänger bereit, zur Durchsetzung eigener Interessen körperliche Gewalt anzuwenden.

Verschwörungstheorien weit verbreitet

An der Studie war auch der Leipziger Forscher Oliver Decker beteiligt. Ihm zufolge teilten erschreckend viele Wähler der AfD eine Verschwörungsmentalität und antidemokratische Einstellungen. So befürchte gut ein Drittel der AfD-Wähler, dass hinter politischen und sozialen Ereignissen auf der Welt geheime Organisationen steckten.

Antidemokratische Positionen als Wahlgrund

Aus der Studie lasse sich ableiten, dass ein Großteil der AfD-Anhänger die Partei nicht trotz, sondern wegen antidemokratischer Positionen wähle, so die Leipziger Forscher.

Im Rahmen der Leipziger Autoritarismus-Studien befragten die Forscher von Mai bis Juli 2018 insgesamt 2.344 Personen im Alter zwischen 18 und 91 Jahren zu ihren politischen Einstellungen.

Quelle: MDR/bj/epd

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