24.01.2020 | 15:55 Uhr Weniger Lärm? Neues Anflugverfahren am Flughafen Leipzig/Halle

Am Flughafen Leipzig/Halle ist der Frachtverkehr rapide gewachsen, mit negativen Folgen für die Anwohner. Diese müssen immer mehr Fluglärm aushalten. Ein neues Anflugverfahren soll Abhilfe schaffen und zugleich noch mehr Starts und Landungen ermöglichen.

Ein Frachtflugzeug steht auf dem Vorfeld der DHL am Flughafen Leipzig / Halle.
Bildrechte: imago/STAR-MEDIA

Wegen der steigenden Zahl von Frachtmaschinen ändert die Deutsche Flugsicherung erneut das Anflugverfahren für den Flughafen Leipzig/Halle. Das bisherige System "Point Merge" habe sein Kapazitätslimit erreicht, teilte die Flugscherung mit. Vom 30. Januar an werde das neue Anflugverfahren eingeführt. Es ermögliche, die beiden Pisten bei hohem Verkehrsaufkommen unabhängig voneinander zu nutzen. Damit würden die Voraussetzungen für das weitere Verkehrswachstum geschaffen, das an dem Flughafen erwartet werde.

Mehr Fracht in der Nacht

Das System "Point Merge" war 2015 eingeführt worden, um die Städte Leipzig und Halle nachts vom Fluglärm zu entlasten. Leipzig/Halle sei jedoch stark gewachsen. 2019 seien 75.000 Starts und Landungen gezählt worden, fast 30 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Hauptgrund dafür ist der wachsende Frachtverkehr, der überwiegend nachts abgewickelt wird. Derzeit gibt es laut Flugsicherung nachts rund 65 Starts und Landungen. Dabei solle es aber nicht bleiben.

System Point Merge Bei dem Verfahren werden die Flugzeuge in der Luft in einer Art Trichter gesammelt und dann in einem Reißverschlusssystem zum "Point Merge" gelenkt. An diesem Punkt in 1.500 Metern Höhe beginnt dann der eigentliche Landeanflug auf den Flughafen.

Neues Anflugverfahren soll Fluglärm verringern

Das neue Anflugverfahren für beide Betriebsrichtungen sei so konzipiert, dass die Belastung der Anwohner durch Fluglärm so weit wie möglich minimiert werde, so die Flugsicherung. Es sei mit der Fluglärmkommission abgestimmt. Auf Wunsch dieses Gremiums habe die Flugsicherung die favorisierte Variante noch einmal geändert und Teile der Abflugstrecke in südlicher Richtung über die dort verlaufende Autobahn A 38 verschoben.

Anwohner des Flughafens klagen seit Jahren über den wachsenden Fluglärm in der Nacht. Ob das neue Verfahren tatsächlich eine Entlastung für die Anwohner bringt, muss abgewartet werden.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.01.2020 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten

Zuletzt aktualisiert: 24. Januar 2020, 15:53 Uhr

3 Kommentare

Ekkehard Kohfeld vor 4 Wochen

"Oder geht es diesen Aktivisten am Ende doch nur um einen Systemsturz, um eine linksradikale Diktatur zu errichten?"

Haben wir die nicht schon und geht es um deren Erweiterung und Erhalt? ☹️☹️☹️

Rain Man vor 4 Wochen

Komisch, warum sieht man hier keine Grünen oder Klimaaktivisten demonstrieren? Warum geht es immer nur um Auto-Verbote? Will man den Bürgern lediglich die individuelle Mobilität nehmen? Oder will man E-Autos erzwingen?

Oder geht es diesen Aktivisten am Ende doch nur um einen Systemsturz, um eine linksradikale Diktatur zu errichten?

Fragen über Fragen...

Ekkehard Kohfeld vor 4 Wochen

Warum sieht man da eigendlich keine FFF?😡😡😡

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