Eine Gruppe von Demonstranten geht am 09.10.1989 mit einem Transparent, auf dem "Wir wollen keine Gewalt! Wir wollen Veränderungen!" zu lesen ist, bei der Montagsdemonstration in Leipzig. Mehr als 70 000 Menschen nahmen an dem Protestmarsch teil.
Bildrechte: dpa

04.09.2019 | 11:17 Uhr Archiv Bürgerbewegung Leipzig veröffentlicht Fotos von Friedlicher Revolution

Eine Gruppe von Demonstranten geht am 09.10.1989 mit einem Transparent, auf dem "Wir wollen keine Gewalt! Wir wollen Veränderungen!" zu lesen ist, bei der Montagsdemonstration in Leipzig. Mehr als 70 000 Menschen nahmen an dem Protestmarsch teil.
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Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig stellt seine Fotos und Schriftdokumente ins Netz. Als erstes gehen an diesem Mittwoch rund 1.000 Datensätze mit Bildern vom Friedensgebet am 4. September 1989 online. Es handelt sich dabei um Fotos von einem westdeutschen Pressefotografen und von zwei Bürgerrechtlern.

Die Internet-Datenbank wird gemeinsam mit der Umweltbibliothek Großhennersdorf und dem Martin-Luther-King-Zentrum für Gewaltfreiheit und Zivilcourage gefüllt. 35.000 Dokumente sollen hier künftig für jedermann einsehbar sein, wie die Leiterin des Archivs Bürgerbewegung, Saskia Paul, erklärt. Vorrangig finden Interessierte Dokumente zur Wendezeit 1989 mit seinen Montagsdemos, Friedensgebeten und der Gründung des Neuen Forums. Es gebe aber auch einige wenige Fotos zum 17. Juni 1953, so Paul.

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.09.2019 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 04. September 2019, 11:18 Uhr

2 Kommentare

Bautzener vor 2 Wochen

Das sind genau die richtigen Fragen. Ganz zentral, neben der Frage nach der Währungsunion, ist die Frage, weshalb das Volk 1990 nicht über den Beitritt entscheiden durfte. Laut der Verfassung der DDR hätte es dazu einer Volksbefragung bedurft. Seitdem Kohl und Konsorten in Berlin ein- und ausgingen, hat man aber die Verfassung verfassungswidrig (wäre auch nur durch eine Volksbefragung gegangen) dahingehend geändert, dass ein Beitritt auch ohne Volksbefragung möglich wurde. Nach meiner Erkenntnis ist das, was passiert ist, das größte Verbrechen auf deutschem Terrain seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Klar, dass das heute keiner an die große Glocke hängt. Und wir müssen uns das Schweigen zu diesem Thema jetzt seit 29 Jahren gefallen lassen.

Fuerst Myschkin vor 2 Wochen

Mal ehrlich was würde der bundesdeutsche Mainstream machen, wenn es 1989 nicht die friedliche Revolution geben hätte? Worüber würde dann berichtet werden? Langsam nervt diese einseite Bericherstattung aus Sicht des Westens, bei welchem auch die nötige Brise DDR Bashing nicht fehlen darf. Gibt es aus dem Westen vor 1989 nichts zu berichten? War dort immer alles so lupenrein in Ordnung? Wenn schon Myriaden solcher "Aufklärungsberichte" gezeigt werden, dann bitte objektiv und ehrlich. Warum fehlt bei dieser Gehirnwäsche immer, wie die Ideale der damaligen Revolution verraten wurden? Wie so fehlt die unsägliche Rolle der Treuhand und wie das Volksvermögen verscherbelt wurde? Ich vermisse auch Antworten zum so genannten Einigungsvertrag, der Ossis quasi zu Menschen zweiter Klasse machte? Interessieren würde mich auch, warum durfte 1990 nicht das Volk, als Souverän, über den Beitritt entscheiden? Wieso musste ich ohnmächtig zu sehen, wie ominöse Politiker das für mich taten?

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