Neues Rathaus in Leipzig.
Leipzig steht am Abend eine große Demonstration bevor. Bildrechte: MDR/Stephan Flad

Neues Demokratiebündnis geht auf die Straße "Aufruf 2019": Polizei erwartet ruhige Demonstration in Leipzig

Das Demokratiebündnis "Aufruf 2019" hat für den Abend zu einer Demonstration in der Leipziger Innenstadt aufgerufen. Rund 2.000 Teilnehmer werden dazu erwartet. Die Polizei rechnet mit einer friedlichen Veranstaltung. Unterstützt wird die Aktion von verschiedenen bekannten Personen wie dem Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung und dem Sänger Sebastian Krumbiegel.

Neues Rathaus in Leipzig.
Leipzig steht am Abend eine große Demonstration bevor. Bildrechte: MDR/Stephan Flad

Von Leipzig aus soll ein demokratischer Ruck durch Sachsen gehen. Das wünschen sich die Initiatoren der Bewegung rund um den "Aufruf 2019". Der Zeitpunkt ihrer Gründung ist nicht zufällig, schließlich befindet sich der Freistaat in einem Wahljahr. Die Bewegung will jedoch nicht für bestimmte Parteien werben, sondern die Sachsen miteinander vernetzen und die politisch demokratische Auseinandersetzung stärken.

"Die Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie lebt davon, dass sich die Bürgerinnen und Bürger daran beteiligen", sagt Mitorganisator Christian Wolff. Im Gespräch mit MDR SACHSEN umreißt der ehemalige Pfarrer der Thomaskirche die Botschaft der neuen Bewegung so: "Beteiligt euch, lasst euch nicht einreden, ihr hättet nichts zu sagen. Beteiligt euch da, wo ihr lebt und gestaltet unsere Gesellschaft mit."

Als gutes Beispiel nennt der 69-Jährige die Mitarbeiter von Halberg-Guss, die in den vergangenen Monaten mit Erfolg für die Zukunft ihrer Arbeitsplätze gekämpft haben.

Es geht um die Menschen, die zweifeln, die landläufig meinen, dass es keine Meinungsfreiheit in Deutschland gebe oder sie hätten nichts zu sagen. Es geht darum, diesen Menschen zu verdeutlichen, dass jeder an der Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens mitwirken kann.

Christian Wolff Mitorganisator und Pfarrer a. D.

Hunderte unterstützten den Aufruf bereits im Internet

Initiiert wurde der "Aufruf 2019" von verschiedenen Akteuren, die sich bereits in den vergangenen Jahren politisch engagiert haben. Rund 900 Menschen haben den Appell im Internet unterzeichnet. Dazu gehören auch bekannte Gesichter der Stadt, wie Oberbürgermeister Burkhard Jung.

SPD-Kandidat Burkhard Jung
Auch Leipzigs Oberbürgermeister Jung unterstützt den "Aufruf 2019" Bildrechte: PR Burkhard Jung

Er stellte bereits in der vergangenen Woche klar, dass es nicht darum gehe, "dass wir Parteipolitik machen oder das wir sagen wollen: Unsere Meinung ist die Richtige, die hast du anzunehmen." Seiner Auffassung nach steht das neue Aktionsbündnis für den Versuch jene zusammenzubringen, die für Demokratie und den freien Streit der Meinungen eintreten. "Allerdings ohne sich im Ton zu vergreifen, ohne flegelhaft und lapidar über die Dinge hinwegzugehen", sagt Jung.

Bei der Stadt wurde die Demonstration unter dem Titel "Für ein weltoffenes Leipzig - Für ein demokratisches Sachsen - Für ein friedliches Deutschland - Für ein geeintes Europa" angemeldet. Die Organisatoren rechnen laut Antrag damit, dass sich ihnen etwa 2.000 Menschen anschließen werden. Dazu versammeln sich die Teilnehmer gegen 18 Uhr zunächst vor der traditionsträchtigen Nikolaikirche. Von dort aus wollen die Demonstranten durch die Leipziger Innenstadt laufen. Zwischenstationen sind am Zeitgeschichtlichen Forum und am Goerdeler-Denkmal vor dem Neuen Rathaus geplant. Hier wollen sich der Leiter des Forums, Jürgen Reiche und Oberbürgermeister Burkhard Jung in kurzen Reden an die Teilnehmer wenden.

Die Demonstrationsroute zum "Aufruf 2019" in der Leipziger Innenstadt

Polizei liegen keine Hinweise auf Störer vor

Die Polizeidirektion Leipzig rechnet mit einem ruhigen Verlauf der Demonstration. "Da es sich um eine Veranstaltung handelt, die für ein friedliches Sachsen demonstriert, gehen wir davon aus, dass es auch friedlich bleiben wird", sagt Polizeisprecherin Maria Braunsdorf zu MDR SACHSEN. "Es wird so sein, dass wir neben den Beamten des täglichen Dienstes weitere Kollegen im Einsatz haben, um im Falle einer Gefahrensituation reagieren zu können." Hinweise auf eine mögliche Gefahrensituation, zu Gegendemonstranten oder Störern liegen der Polizeidirektion Leipzig am Vormittag aber nicht vor.

Einschränkungen für den Verkehr rund um den Innenstadtring sollen sich ebenfalls in Grenzen halten. "Der größte Teil der Demonstration findet in der Innenstadt statt. Demnach ist nicht mit wesentlichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen", sagt Braunsdorf. Wegen der hohen Teilnehmerzahl sei allenfalls mit kleineren Behinderungen im Bereich Wilhelm-Leuschner-Platz, Martin-Luther-Ring und Dittrichring zu rechnen.

Demonstration endet mit Kundgebung auf dem Markplatz

Nach dem Aufzug durch die Innenstadt endet die Demonstration vor dem historischen Rathaus mit einer Kundgebung. Hier soll der Leipziger Musiker Sebastian Krumbiegel zunächst ein neues Lied präsentieren, welches sich dem Demokratie-Thema widmet. Anschließend werden Redebeiträge von verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren erwartet. Sprechen werden unter anderem der Betriebsratsvorsitzende von Halberg-Guss, Thomas Juers, Bürgerrechtlerin Gesine Oltmanns oder Irene Rudolph-Kokot vom Bündnis "Leipzig nimmt Platz".

MDR SACHSEN berichtet am Abend über die Veranstaltung.

Quelle: MDR/cg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.01.2019 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2019, 14:22 Uhr

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36 Kommentare

15.01.2019 20:33 Morchelchen 36

Wer war doch gleich Christian Wolff? Und warum will er denn gern mit Linksradikalen in der gleichen Demonstration gesehen werden? Denn es ist nun mal so, die Klientel bei den Linken ist genau so breit gestreut, wie die es immer von der PEGIDA-Spaziergängern und AfD-Sympathisanten behaupten. Eigentlich noch eine Spur breiter, wenn man sich an gewisse Ereignisse erinnert, die der Antifa zugeschrieben werden...

15.01.2019 15:35 Sachse43 35

Es sind die gleichen Ewiggestrigen die gegen nationale Menschen hetzen und zündeln.

15.01.2019 12:47 Altmeister 50 34

Was soll dieser Aufruf bewirken ? Die Initiatoren des Bündnisses kommen doch vornehmlich aus der SPD oder deren Sympathiesanten und mit Sebastian Krumbiegel haben sie einen Prominenten in ihren Reihen, der schon öffentlich die Amadeu Antonio Stiftung lobte, an deren Spitze mit Frau Kahane eine Chefin steht, die einst fachkundig der Stasi zuspitzelte.
Diese Linkslastigkeit vermag offenbar wenig Leute zu begeistern und als Dialogpartner kommen sie schon gar nicht in Frage. Sie werden sich, argumentativ in die Enge getrieben, wieder in die Reflexe flüchten, ihr Gegenüber sei ein Rechtspopulist. Was soll`s.

15.01.2019 11:48 na so was 33

Da über den Verlauf der Demonstration am 14.01.2019 zwar von MDR ein Bericht veröffentlicht wurde, aber keine Freigabe der Kommentarmöglichkeit geschalten wurde, fragt man sich schon, was soll das Ganze. Eine Begründung, weshalb das so ist, kann man bei MDR.DE zwar erbeten, wird aber sicherlich keine Antwort bekommen. Oder, MDR.DE ? Was ich bezeichnend finde, die Organisatoren geben 3 000 Teilnehmer an, die Polizei hingegen 1 500. Es ist ja in der heutigen Zeit auch unmöglich, eine präzise Angabe von solchen Veranstaltungen zu machen. Es laufen die ganze Kameras mit und die Leute werden gefilmt, aber na ja, so ist eben Demokratie.

15.01.2019 11:37 Hippiehooligan 32

Ich denke, man kann froh sein, dass es zu keinen Störungen und Gewalttaten durch Rechtsextremisten gekommen ist...

15.01.2019 08:59 Peter 31

@28 Uwe: Zur Erinnerung. Ich zitiere wikipedia:
"Am 12. April 2012 wurde Krumbiegel in Erfurt für sein Eintreten für Bürgerrechte und Zivilcourage und für sein soziales Engagement insbesondere im Umgang mit Jugendlichen mit dem Humanismus-Preis des Deutschen Altphilologenverbandes ausgezeichnet.
Am 3. Dezember 2012 wurde Krumbiegel mit dem Bundesverdienstorden geehrt.
2015 erhielt er den Bambi für Musik National."
Sieht so ein Linksextremist aus?
Mein Lieber, Sie haben eine höchst eigenartige Sicht auf die Dinge.

14.01.2019 23:26 Brigitte Schmidt 30

Der Artikel stammt von heute, letzte Aktualisierung 14:22. Die Bilder, Zwischenüberschriften, Zitate und als Krönung noch die "Demonstrationsroute" fordern gar nicht so zurückhaltend zum Mitmachen auf.
"MDR SACHSEN berichtet am Abend über die Veranstaltung. "

Bei Demonstrationen, die nicht der sogenannten "Weltoffenheit" huldigen fällt die Berichterstattung auffällig anders auf. Komisch, oder?

"Die Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie lebt davon, dass sich die Bürgerinnen und Bürger daran beteiligen", sagt Mitorganisator Christian Wolff.
Warum gesteht man das anderen Meinungen, anderen Bürgerbewegungen nicht auch zu? Warum spricht man dort von Aufmärschen?

Fragen über Fragen...

14.01.2019 23:03 Guter Schwabe 29

@Peter: Mal unter uns, aber sag`s keinen weiter. 3000 Hansel is e Weng dünne. Lass uns doch in 14 Tagen ein paar Rockgrößen kostenlos zur Abschlusskundgebung auftreten. Dann stimmen für die Medien die Teilnehmerzahlen und es kommt auch in deinen so gepriesenen ÖR Nachrichten, nicht nur lokal im MDR. Erst dann zeigt Leipzig sein wahres Gesicht.

14.01.2019 22:25 Uwe 28

@ Peter 26
Sind Linksextremisten Demokraten ? Ich denke doch mal nicht. Das sind genau so wenig Demokraten wie Rechtsextremisten !!

[Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
Kommentare ohne Bezug zum Thema des Artikels werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben.
Ihre MDR.de-Redaktion]

14.01.2019 21:53 Peter 27

@21 REXt: Ich zitiere aus der LVZ: "Mit der Auftaktveranstaltung zu Aufruf 2019 hat die bürgerliche Mitte im Wahljahr ein Zeichen gegen Gewalt gesetzt. Trotz Kälte und Glätte zogen mehr als 3000 Leipziger durch die Innenstadt und über den Ring."
Auftaktveranstaltung! Von Leipzig wird im Wahljahr ein Zeichen ausgehen.
Das Kontrastprogramm bietet die AfD: Absage des Wahlparteitags wegen Streit um das Wahlprogramm.
Tja, die Einen bringen was auf die Reihe, die Andern nichts.
Machen Sie sich schon mal warm. Sachsen ist nicht besoffen/blau.

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