Altes Rathaus Leipzig
Bildrechte: IMAGO

19.09.2019 | 06:53 Uhr Leipziger Museum zeigt Erinnerungsstücke aus der Wendezeit

Altes Rathaus Leipzig
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Im Alten Rathaus Leipzig werden ab Donnerstag Objekte und Erinnerungen von Leipzigern aus dem Herbst 1989 präsentiert. Viele Bürger hätten Andenken ins Museum gebracht, die alle mit einer persönlichen Geschichte verbunden seien, sagte der Chef des Stadtgeschichtlichen Museums, Anselm Hartinger. Da gebe es Dokumente, Plakate, Tagebücher oder Handschuhe, die sich jemand extra in schwarz-rot-gold von der Mutter für die Demos habe häkeln lassen. Besonders erstaunt habe ihn die Mitschrift eines Parteilehrjahrs der Blockpartei LDPD aus der Zeit vor dem 9. Oktober, so Hartinger: "Dort wurde offenbar bereits ganz offen darüber geredet, dass die DDR wirtschaftlich am Ende ist, dass die Umweltzerstörung ein unerträgliches Ausmaß erreicht hat. Und dass auch im Herzen der Macht, oder der Institutionen, die Erkenntnis angekommen war, dass es so nicht weitergeht und das System auf einen Zusammenbruch zusteuert." Das habe er nicht erwartet.

Die Objekte sollen vorerst bis zum Anfang des kommenden Jahres ausgestellt werden. Wenn die Bürgerausstellung gut angenommen wird und in den kommenden Wochen und Monaten noch weitere Exponate als Leihgabe abgegeben werden, ist nach Aussage einer Sprecherin aber auch eine Verlängerung möglich. Wer seine Erinnerungsstücke ausstellen möchte, kann sich mit dem Stichwort "Friedliche Revolution" per Mail (stadtmuseum@leipzig.de) an an das Stadtgeschichtliche Museum wenden.

Blick in die Bürgerausstellung im Alten Rathaus

Bürgerausstellung
Die "Bürgerausstellung" im Alten Rathaus zeigt Erinnerungsstücke der Leipziger an die Wendezeit, die das Stadtgeschichtliche Museum nach einem Aufruf gesammelt hat. Bildrechte: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Bürgerausstellung
Die "Bürgerausstellung" im Alten Rathaus zeigt Erinnerungsstücke der Leipziger an die Wendezeit, die das Stadtgeschichtliche Museum nach einem Aufruf gesammelt hat. Bildrechte: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Die "Wendehandschuhe" strickte Annelie Gerewitz damals auf Wunsch ihrer 15-jährigen Tochter. Damit wollte sie ihre Forderung nach der Wiedervereinigung ausdrücken. Bildrechte: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Bürgerausstellung
Jens Eßbach und seine damals fünfjährige Tochter Franziska demonstrierten für Schulreformen. Zehn Jahre später stellten sie das Motiv mit dem originalen Transparent für ein Buch nach. Bildrechte: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Bürgerausstellung
Der damals 49-jährigen Helmut Schramm gestaltete sich ein Freiheitsstatue-Kostüm. Er griff bei den Montagsdemonstrationen Anfang des Jahres 1990 - in der Karnevalszeit - die Insignien der berühmten Statue auf und passte sie an. Auf der Tafel notierte er den 09.10.1989, den Tag der größten Montagsdemonstration. Bildrechte: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
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Friedliche Revolution in Sachsen

Im Herbst diesen Jahres wird in Leipzig und vielen anderen sächsischen Orten an das 30-jährige Jubiläum der Friedlichen Revolution und des Mauerfalls erinnert. In der Messestadt findet beispielsweise erneut das Lichtfest statt.

Quelle: MDR/cb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 19.09.2019 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 19. September 2019, 06:53 Uhr

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