Ausbaupläne Bahn beginnt mit Vorplanungen für Tunnel bei Gröbern/Niederau

Eine schwarze E-Lok zieht einen Kesselwagenzug über eine zweigleisige Bahnstrecke.
Dieser Güterzug erreicht aus Norden die Ortslage von Weinböhla. Geht es nach der Bahn, sollen die Gleise nördlich dieser Stelle aus einem Tunnel kommen. Bildrechte: MDR/L. Müller

Schneller von Dresden nach Leipzig und Berlin: Die Deutsche Bahn hat mit den Vorplanungen für den Ausbau des Streckenabschnittes zwischen Weinböhla und Böhla im Landkreis Meißen begonnen. Wie der bundeseigene Verkehrskonzern mitteilte, ist eine konkrete Entscheidung für den Bereich zwischen Böhla/Kottewitz und Niederau/Weinböhla jedoch noch nicht gefallen. Derzeit bevorzuge man eine Begradigung der Strecke mit einem rund zwei Kilometer langen Tunnel aus zwei Röhren durch den Kockelsberg bei Gröbern in der Gemeinde Niederau, hieß es. Allerdings steht auch ein Ausbau der bestehenden Trasse noch im Raum.

Kurven und Bahnübergang bremsen Züge

Über diesen Streckenabschnitt fahren die Züge zwischen Dresden und Berlin sowie die Fernreisezüge und Güterzüge zwischen Dresden und Leipzig, die seit zehn Jahren bei Böhla auf eine Neubaukurve abbiegen und zur alten Leipziger Strecke nach Weißg fahren. Nach Angaben der Bahn würde der europäische Schienengüterverkehr von der Tunnelvariante ebenso profitieren wie der schnelle Reiseverkehr. Bislang verläuft die Strecke um den Kockelsberg herum, Kurven und ein Bahnübergang bremsen die Züge aus.

Neubaukurve Leckwitz - Kottewitz Seit Ende 2010 schon ist eine Neubaukurve zwischen Leckwitz unweit des ehemaligen Bahnhofs Weißig und Kottewitz bei Böhla im Landkreis Meißen in Betrieb. Diese verbindet die Strecke Dresden - Leipzig mit der Strecke Dresden - Berlin. Sie wird von ICE-, Intercity- und Güterzügen der Relation Dresden - Leipzig genutzt, die zeitsparend den Knotenpunkt Coswig umfahren können. Dazu fahren sie ab der modernisierten Rampe bei Radebeul-Zitschewig von der Strecke Dresden - Leipzig zunächst ab und auf die Berliner Strecke auf. Hinter Weinböhla biegen die schnellen Reise- und schweren Frachtzüge bei Kottewitz auf die Verbindungkurve, um dann nach gut sieben Kilometern Fahrt durch die Felder der Großenhainer Pflege unweit von Leckwitz wieder die Strecke Dresden - Leipzig zu erreichen. Der gesamte Regionalverkehr zwischen Dresden und Leipzig, Cottbus, Hoyerswerda sowie Elsterwerda-Biehla fährt über Coswig, Weinböhla (Haltepunkt), Niederau und Priestewitz. In Weinböhla wurde 2002 der alte Bahnhof an der Berliner Strecke stillgelegt und ein neuer Haltepunkt für Regionalzüge an der Leipziger Strecke eingerichtet. Der Haltepunkt Neucoswig wurde aufgegeben.

Den regionalen Behörden und Kommunalverwaltungen hat die Bahn ihre Pläne bereits vorgelegt, ein virtueller Bürgerdialog soll Anfang des nächsten Jahres folgen. Seit den 1990er-Jahren baut die Bahn an den Strecken Dresden - Berlin und Dresden - Leipzig. Eines der Ziele besteht darin, dass die Reisezeit zwischen Dresden und Leipzig auf unter eine Stunde sinkt.

Die Reisezeiten ins Berliner Zentrum werden sich dann nochmals verringern, wenn in Berlin die sogenannte Dresdner Bahn fertiggestellt wird. Derzeit fahren die Züge einen Bogen über den Außenring von und zum Südkreuz und Hauptbahnhof. Die Intercitys, die über den neuen Flughafenbahnhof BER/Terminal 1 + 2 fahren, werden weiterhin über den Außenring fahren müssen.

Erinnerungen an Tunnel Oberau

Eine Regionalbahn
Bei Oberau an der Leipziger Strecke erinnert heute ein Denkmal an einen früheren Eisenbahntunnel. Bildrechte: MDR/L. Müller

Ein Eisenbahntunnel ist im Landkreis Meißen nicht neu: Ganz in der Nähe, auf der Leipziger Strecke bei Oberau, gab es zwischen 1839 und 1934 schon einen Tunnel. Dieser wurde allerdings geöffnet, die Züge fahren dort nun durch einen tiefen Einschnitt. Der Oberauer Tunnel galt als einer der ersten Eisenbahntunnel in Europa. Heute erinnert noch ein Denkmal an das ehemalige Bauwerk. Die Leipzig-Dresdner-Eisenbahn war die erste Ferneisenbahnstrecke in Deutschland. Sie ging im Frühjahr 1839 in Betrieb und folgt noch heute der damaligen Streckenführung.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.11.2020 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Dresden

1 Kommentar

KarlChemnitz vor 10 Wochen

Hier sieht man deutlich die Prioritätensetzung im Freistaat. Während kontinuierlich die Strecke zwischen Leipzig und Dresden verbessert wird, um Stück für Stück die Fahrzeit zwischen beiden Städten zu verkürzen (Was ohne Zweifel gut und wichtig ist), fährt man von Chemnitz nach Leipzig dieselbetrieben auf einem Gleis. Ohne Worte

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