Freiwillige gesucht Anmeldefrist für Corona-Konzert-Experiment mit Tim Bendzko verlängert

Wie alle Künstlerinnen und Künstler konnte der Sänger Tim Bendzko in den vergangenen Monaten nicht vor größerem Publikum auftreten. Ende August soll sich das ändern. Bei einem wissenschaftlich begleiteten Konzert in Leipzig mit bis zu 4.000 Fans soll erforscht werden, ob und wie trotz Corona Indoor-Großveranstaltungen stattfinden können.

Tim Bendzko, Wohnzimmerkonzert, Theater Am Potsdamer Platz
Bildrechte: imago images / POP-EYE / Christian Behring

Rund eineinhalb Wochen vor einem geplanten Konzert des Popsängers Tim Bendzko zur Erforschung des Corona-Risikos bei Großveranstaltungen suchen die Organisatoren weiterhin nach Teilnehmern. Die Anmeldefrist für das Forschungsprojekt "Restart-19" in der Leipziger Arena wurde um eine Woche bis zum 16. August verlängert. Wie die Uni-Klinik Halle mitteilte, soll trotz der aktuellen Urlaubszeit möglichst vielen Menschen ermöglicht werden, sich zu beteiligen. Anmeldungen sind online möglich.

Gebäude des Campus der Martin-Luther-Universität in Halle an der Saale.
Die Uni Halle führt die Studie durch. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Bisher haben sich erst relativ wenig Freiwillige gefunden. Kaum die Hälfte der 4.200 Plätze für die ganztägige Studie am 22. August sind vergeben. Rein rechnerisch sei das Experiment auch mit weniger Beteiligten möglich, erklärte Studienleiter Stefan Moritz. "Es findet also in jedem Fall statt." Trotzdem wolle man an die 4.000-Marke ran.

Hauptziel der Forscher ist es, ein mathematisches Modell zu entwickeln, mit dem das Risiko eines Corona-Ausbruchs nach Großveranstaltungen in Hallen berechnet werden kann. Für die Studie müssen alle Teilnehmer negativ auf Corona getestet sein. Alle Beteiligten bekämen nach ihrer Anmeldung einen Test zugeschickt und sollten ihn möglichst bei einer Sammelstelle abgeben, sagte eine Sprecherin der Uni-Klinik. Das Testergebnis werde per Mail versandt und müsse am 22. August mitgebracht werden. Die Forscher stellen FFP2-Masken, die während des gesamten Experiments getragen werden müssen.

Bendzko muss nicht dreimal das Gleiche spielen

Im Schnelldurchlauf werden drei Konzertsituationen simuliert. Von der Anreise bis zur Abreise. Und Tim Bendzko wird mit seiner Band spielen, dreimal. "Ja, wobei er natürlich unterschiedliche Lieder spielt. Er spielt nicht dreimal das Gleiche", sagt der Studienleiter Stefan Moritz von der Universität in Halle. Die Zuschauer sollen das tun, was sie sonst auch bei Konzerten tun. Zur Bühne laufen, Getränke kaufen, zur Toilette gehen. Die Forscher messen dann alle Kontakte und erstellen Bewegungsmuster.

"Und dazu haben wir diese kleinen Tracker, die jeder Proband von uns umgehängt bekommt, und die messen permanent die Abstände zu allen anderen Teilnehmern. So können wir am Ende des Tages sagen, wann hatte wer welchen Kontakt", so Moritz weiter. Zusätzlich sind 50 Sensoren in der Halle angebracht, die messen, wo die Leute Kontakte haben. Jeder Teilnehmer bekommt ein floureszierendes Desinfektionsmittel, "und wir können dann im Nachhinein mit UV-Licht sehen, wo haben die Teilnehmer besonders häufig hingefasst."

Quelle: MDR/st

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 17. Juli 2020 | 17:00 Uhr

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