30.03.2020 | 16:36 Uhr | Update Bombe im Tagebau Schleenhain unkontrolliert detoniert

Die Entschärfung eines Blindgängers im Tagebau Schleenhain ist nicht wie gewünscht verlaufen. Nach Angaben eines Mibrag-Sprechers sollte eigentlich nur der chemische Zünder gesprengt werden. Dabei sei jedoch der ganze Blindgänger detoniert, der auf einem Förderband lag.

Verletzt wurde niemand. Eine Sprecherin der Polizei Leipzig sagte auf Anfrage von MDR SACHSEN, es gebe Schäden an der Fördertechnik. Inwieweit auch der Bagger beschädigt wurde, werde noch geprüft.

Nach dem Fund einer Fliegerbombe war um den Tagebau ein Sperrkreis eingerichtet worden. Im Umfeld von 1.400 Metern mussten Anwohner ihre Häuser verlassen. Davon betroffen waren rund 40 Einwohner von Pödelwitz und einem Teil von Kieritzsch. Sie kamen im benachbarten Lippendorf unter.

Auch schon Bombenfunde im Februar und Oktober

Ein Baggerfahrer hatte am Montagmorgen einen röhrenförmigen Gegenstand freigelegt. Wie eine Polizeisprecherin am Mittag sagte, handelte es sich um eine britische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Gewicht: 125 Kilogramm. Sie berichtete zu diesem Zeitpunkt bereits von einem defekten Zünder, der Probleme bereite. Weil der Blindgänger bereits auf dem Förderband lag, sollten Alternativen geprüft werden, weil die Experten bei einer Sprengung Schäden an den Großgeräten im Umfeld vermuteten.

Erst Anfang Februar und im Oktober vergangenen Jahres waren im selben Tagebau eine ebenfalls Weltkriegsbomben britischer Bauart entdeckt und kontrolliert gesprengt worden.

Quelle: MDR/dpa/lam/dk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 30.03.2020 | 11:00 Uhr in den Nachrichten

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