Kohlegegner besetzen Tagebau Schleenhain
Bildrechte: Ende Gelände

Protest gegen Kohlekommissionsbericht Braunkohlegegner besetzen Bagger im Tagebau Schleenhain

Am Montagmorgen hatten Kohlegegner einen Bagger im Tagebau Schleenhain besetzt. Die Aktivisten fordern einen sofortigen Kohleausstieg und den Erhalt der Dörfer in Tagebaunähe. Die Betreiber verurteilen die Maßnahme.

Kohlegegner besetzen Tagebau Schleenhain
Bildrechte: Ende Gelände

Die Braunkohlegegner, die am frühen Montagmorgen im Tagebau Schleenhain einen Tagebaubagger besetzt hatten, mussten am Mittag durch einen Polizeieinsatz ihren Protest beenden. Die Polizei nahm 17 Kohlegegner vorübergehend in Gewahrsam, wie ein Sprecher sagte. Gegen 5 Uhr waren zehn bis 15 Aktivisten auf die Maschine geklettert, bestätigte Polizeisprecher Uwe Voigt MDR SACHSEN. Gleichzeitig hatten sich etwa acht Braunkohlegegner zu einer angemeldeten Demonstration an der B176 am Rande des Tagebaus eingefunden, so Voigt. Der Energiekonzern Mibrag sagte, die Besetzung sei illegal und auch mit Gefahren verbunden. Der Tagebau-Betreiber habe Anzeige wegen Störung des Betriebes erstattet.

Bagger in der Lausitz besetzt

Auch in der Lausitz besetzten Aktivisten von "Ende Gelände" Bagger in den Tagebauen Jänschwalde und Welzow-Süd. Die Lausitz Energie Verwaltungs GmbH (LEAG) teilte mit, die Kohlegegner würden mit ihrer Maßnahme "den gesellschaftlichen Konsens torpedieren". LEAG-Bergbauvorstand Uwe Grosser sagte: "Der Bericht der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung, der eigentlich einen breiten gesellschaftlichen Konsens für einen geordneten Ausstieg aus der Kohle abbilden sollte, ist gerade eine Woche alt, und wird nun von den Kohlegegnern infrage gestellt, obwohl sie, vertreten durch die beteiligten Umweltverbände, mit am Kommissionstisch saßen."

Erneut zeigen Ende Gelände und seine Sympathisanten, dass ihnen an gesellschaftlicher Befriedung und Konsensbildung nicht gelegen ist. Stattdessen beharren sie darauf, ihren Willen mit gewaltsamen und rechtswidrigen Mitteln durchzusetzen.

Uwe Grosser LEAG-Bergbauvorstand

Aktivisten gegen Abbaggerung bedrohter Dörfer

Die Teilnehmer der Bewegung "Ende Gelände" protestieren nach eigenen Angaben gegen die Ergebnisse der Kohlekommission, die einen Ausstieg aus der Kohle 2038 vorsieht. "Wir fordern den sofortigen Kohleausstieg, damit alle Dörfer bleiben: im Leipziger Land und in der Lausitz genauso wie im Rheinland", sagt Nike Mahlhaus, Pressesprecherin von Ende Gelände. Der Bericht sehe keinen genauen Ausstiegspfad für die Kohlekraftwerke im Osten Deutschlands vor. Somit sei bisher nicht klar, ob die von Abbaggerung bedrohten Dörfer - Proschim in der Lausitz sowie Pödelwitz und Obertitz bei Leipzig - erhalten bleiben könnten. Stattdessen seien Entschädigungszahlungen für die Energiekonzerne wie Leag und Mibrag versprochen worden.

Bildergalerie Baggerbesetzung im Tagebau Schleenhain

Mitglieder der Initiative "Ende Gelände" besetzen einen  Bagger im Tagebau Schleenhain
Bildrechte: Tim Wagner
Mitglieder der Initiative "Ende Gelände" besetzen einen  Bagger im Tagebau Schleenhain
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Mitglieder der Initiative "Ende Gelände" besetzen einen  Bagger im Tagebau Schleenhain
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Mitglieder der Initiative "Ende Gelände" besetzen einen  Bagger im Tagebau Schleenhain
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Die Besetzung ist nach Angaben von "Ende Gelände" Teil einer bundesweiten Aktionswoche. In deren Rahmen hatte das Bündnis am Sonnabend zusammen mit weiteren Akteuren in Leipzig bereits eine Demonstration gegen die Beschlüsse der Kommission organisiert. Mehr als 1.000 Menschen hatten teilgenommen.

Quelle: MDR/gg/jr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.02.2019 | 11:00 Uhr in den Nachrichten

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 04. Februar 2019, 14:56 Uhr

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39 Kommentare

06.02.2019 10:16 Ekkehard Kohfeld 39

@ Denkender Bürger 38 Eine gütige Fügung des Schicksals möge uns davor bewahren, daß Leute wie diese selbsternannten Aktivisten jemals das Sagen bekommen!
Deutschland würde von einer der höchstentwickelten Industrie-Nationen der Welt zu einem Agrarstaat mit einem Heer an Arbeitslosen werden!##

Da haben sie völlig recht,die katapultieren und ins Mittelalter zurück,aber ich würde sogar sagen ein wirklicher Agrarstaat wird das nicht mit Ochsenkarren kommt da nicht viel bei rum,denn die heutigen Landmaschinen fahren mit dem bösen Diesel,das geht doch nicht und den Feinstaub den die erst aufwirbeln.

05.02.2019 13:46 Denkender Bürger 38

Eine gütige Fügung des Schicksals möge uns davor bewahren, daß Leute wie diese selbsternannten Aktivisten jemals das Sagen bekommen!
Deutschland würde von einer der höchstentwickelten Industrie-Nationen der Welt zu einem Agrarstaat mit einem Heer an Arbeitslosen werden!

05.02.2019 12:36 nasowasaberauch 37

Überall im Land glauben junge und unerfahrene Menschen mit militanten Aktionen ihre Ideen und seien sei noch so verschwurbelt umsetzen zu müssen. Der Staat ist auf dem autonomen und Aktivistenauge blind. Hier sind es Besetzungen und Blockaden mit Landfriedensbruch, andernorts brennen Autos und Bagger oder Kabelschächte. Die Bekennerschreiben der Kriminellen offenbaren eine eindimensionale und verbohrte, wenn es nicht so ernst wäre auch kindisch unreife Rechtfertigung. Was kommt als nächste Straftat nach der es heißt: Ein politischer Hintergrund wird nicht ausgeschlossen, der Staatsschutz ermittelt. Und, hat er schon mal was ermittelt?

05.02.2019 11:29 jürgen 36

... den Fehler bei "solches" schenke ich den Aktivisten.

05.02.2019 08:33 Fakt 35

>>Ruth, #5:
"wurde diese Aktion von den "Aktivisten" bei der Presse angekündigt?
[..]
Dann würde sich der MDR strafbar machen mit der Veröffentlichung von Fotos aus einer Straftat."<<

Es ist durchaus üblich, dass die Presse über solche Aktionen vorab informiert wird, sei es durch die Protagonisten selbst oder durch andere Quellen.
Zu Ihrem zweiten von mir zitierten Satz: Wie kommen Sie auf diese steile These? Eine diesbezügliche Rechtsgrundlage anhand entsprechender Gesetze und Paragrafen können Sie da sicher nachliefern, oder?

05.02.2019 00:21 DER Beobachter 34

Nur mal so für die Rechtsaußenversteher: "Aktivisten" sind kein "Alleinstellungsmerkmal" "der Linken" mehr. Auch die Rechte, u.a. die vom VS beobachtete "Identitäre Bewegung" benutzt den Begriff bewusst, um sich ihrerseits zu stilisieren...

[Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
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Ihre MDR.de-Redaktion]

05.02.2019 00:15 Kein Einstein 33

Meine Meinung:
Für mich sind das weder Kohlegegner noch Umweltaktivisten sondern schlicht und ergreifend Straftäter, die bewusst die Energieversorgung Deutschlands in dieser kalten Jahreszeit stören wollen.

Angesichts der großen Anzahl der Straftäter sollte hier die Bundesanwaltschaft wegen Gründung einer terroristischen Vereinigung ermitteln.

05.02.2019 00:15 DER Beobachter zu Dunkeldeutscher 32

Naja, auch in Polen regt sich Widerstand vor Ort und der Umweltbewegung gegen Nonsensabbaggerei, selbst und gerade unter den konkret betroffenen Konservativen. Vattenfall wusste schon, warum es erst mitteldeutsche sächsische Reviere aufkaufte und abstieß, als es finanziell und juristisch eng wurde. Tschechische Unternehmen sind seitdem dabei. Es funktioniert nicht oder sollte nicht funktionieren, wenn Polen und Tschechien zwar ständig nach EU und NATO fragen, aber ihren diesbezüglich eingegangenen Verpflichtungen nicht nachkommen...

04.02.2019 23:54 DER Beobachter zu Dietmar Klemm 31

Interessanterweise sorgen sich gewisse "Heimatschützer" weniger um das Abbaggern ihrer Heimatregion... Mich besorgt beides. Seltsamerweise gibt es nicht nur, aber besonders seitens der AfD keinen ernsthaften Widerstand am Heimatverrat durch neoliberales Abbaggern unserer Ressourcen wie weiland unsere DDR-Kommunisten...

04.02.2019 23:45 DER Beobachter zu Uwe 26 30

Der zu DDR-Zeiten interessante Bereich Schleenheim blieb bisher danach m.W. weitgehend verschont. Wollen Sie ernsthaft, dass sich das mit Dörferumsiedlung auch bei Ihnen und teurer Grundwasserspiegelsenkung einschließl. Folgekosten auch bei Ihnen wiederholt?

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