Taucha
Die Parthenaue bei Taucha. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

09.09.2019 | 18:39 Uhr Gegen den Verkehrslärm: Bürger diskutieren eine Tunnellösung für Taucha

In Taucha spricht der Projektleiter Deges im Rahmen eines Bürgerforums über die geplante Bundesstraße 87n. Zur Wahl stehen derzeit zwei unterschiedliche Streckenvarianten, die ihre Vor- und Nachteile haben.

Taucha
Die Parthenaue bei Taucha. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In dem Bürgerforum in der Grundschule "Am Park" will der Projektleiter, die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und bau GmbH (Deges), gemeinsam mit den Tauchaern über den Verlauf der B87n diskutieren. Derzeit führt die Bundesstraße 87 mitten durch Taucha. Ein Ärgernis für viele Bürger, an dem sich nun etwas ändern soll. Die Deges entwickelt seit rund zehn Jahren unter Mithilfe von Fachleuten ein tragfähiges Konzept für einen neuen Verlauf der viel befahrenen Magistrale. "Wir sind gestartet mit einem guten Dutzend Varianten", sagt Deges-Projektleiter Werner Breinig. "Nun versuchen wir herauszufinden, welche Lösungen von den Bürgerinnen und Bürgern gewünscht werden."

Verkehr durch den Tunnel oder raus in die Natur?

Herausgekommen sind zwei Varianten, über die gemeinsam mit den Tauchaern beraten werden soll. Ein Entwurf führt durch die Ortsmitte, parallel zur Bahnlinie mit einem Tunnel in Bahnhofsnähe. Die andere Variante leitet den Verkehr südöstlich an der Stadt vorbei. Dieser Weg führt allerdings durch die geschützte Parthenaue. "Die zwei Varianten sind heiß diskutiert", sagt Breinig. "Bei der bestandsnahen Variante gibt es Vorbehalte wegen Lärm, wegen Abgasen. Bei der naturnahen Variante gibt es ein sehr sensibles Naturgebiet, das wir kreuzen müssten."

Trassenvarianten zum Ausbau de Bundesstraße B87n.
Zwei Varianten stehen zur Wahl: Die bestandsnahe (gelb) entlang der Bahntrasse und die naturnahe (orange) durch die Pathenaue. Bildrechte: Deges

Wir versuchen, die Bürgerinnen und Bürger in den Planungsprozess mit einzubeziehen und haben intensiv in einer Planungswerkstatt mit zwanzig repräsentativen Personen gerungen, um eine Lösung zu finden. Wir haben zehn Monate lang mit ihnen diskutiert, gestritten, Meinungen ausgetauscht. Das ist ein Novum.

Werner Breinig Projektleiter Deges

Rege Diskussion im Internet

Auf einer Internetseite konnten sich die Einwohner schließlich zum Trassenverlauf der B87n äußern. Rund 500 Kommentare kamen zusammen. Es wurde rege diskutiert, sagte Breinig. Die Bürgerinitiative "Alternative B87" fürchtet, die bestandsnahe Variante würde nicht die erhoffte Entlastung bringen, da der Tunnel zu kurz wäre und die Strecke weiterhin komplett durch Taucha führen würde. Diese Bedenken zerstreut Breinig: "Der Tunnel ist mehrere hundert Meter lang und ist genau dort, wo Häuser sind. Wo die Bebauung aufhört, dort führen wir die Straße wieder ebenerdig. Sonst wird es unwirtschaftlich teuer."

Letztlich entscheidet das Genehmigungsverfahren

Die Tunnellösung fand in den Onlineforen bislang den größten Zuspruch. Am Montagabend will die Deges noch einmal ausführlich die Vor- und Nachteile beleuchten. Allerdings sei die Entscheidung der Bürger nicht bindend, sagte Breinig. "Entschieden wird letztlich durch ein Genehmigungsverfahren. Wir können den Bau einer Straße nicht basisdemokratisch abstimmen lassen. Das ist gesetzlich nicht möglich." Es soll aber am Ende eine Empfehlung ausgesprochen werden und Breinig ist zuversichtlich, dass sie umgesetzt wird. Danach startet das gesetzlich vorgeschriebene Genehmigungs- und Zulassungsverfahren. Außerdem braucht es noch die Zustimmung des Bundes, damit die Straße gebaut werden kann. Laut Breinig kann es noch drei bis vier Jahre dauern, bis die Bauarbeiten beginnen können.

Quelle: MDR/lt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.09.2019 | ab 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig
MDR SACHSENSPIEGEL | 09.09.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. September 2019, 18:40 Uhr

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