Ein Auto von Clevershuttle steht in Dresden am Chamissoplatz.
Bildrechte: CleverShuttle/Finn Fredeweß

14.10.2019 | 13:58 Uhr Nach Clevershuttle-Aus in drei Städten: Bleibt der Dienst in Leipzig und Dresden bestehen?

Die weißen Elektroautos von Clevershuttle gehören zu den Stadtbildern in Leipzig und Dresden inzwischen dazu. Menschen teilen sich hier sozusagen ein Taxi. Nun meldet der Dienst das Aus für drei deutsche Städte. Ist auch die Zukunft von Clevershuttle in Sachsen betroffen?

Ein Auto von Clevershuttle steht in Dresden am Chamissoplatz.
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Probleme mit den Behörden und zu viel Konkurrenz. So begründet der verhältnismäßig junge Fahrdienst Clevershuttle seinen sofortigen Rückzug aus den Städten Hamburg, Frankfurt/Main und Stuttgart. Eine Nachricht, die für viel Aufsehen sorgt. Gerade weil das Unternehmen ausschließlich auf Elektrofahrzeuge und andere grüne Antriebstechniken setzt. Seit 2016 sind die Fahrzeuge des Berliner Unternehmens in Leipzig und seit 2018 auch in Dresden unterwegs. MDR SACHSEN hat deshalb nachgefragt, ob Clevershuttle auch im Freistaat mit Problemen zu kämpfen hat.

Positive Entwicklung in Leipzig und Dresden

In Sachsen gebe es aktuell keine Probleme, erklärt Unternehmenssprecher Fabio Adlassnigg: "Mit der Entwicklung hier ist CleverShuttle hochzufrieden. In Leipzig beispielweise wird CleverShuttle in diesem Winter bereits profitabel werden", sagt Adlassnigg. Auch in Dresden gebe es eine sehr erfreuliche Entwicklung. Konkrete Zahlen zu Fahrgastaufkommen und Mitarbeitern will Clevershuttle allerdings nicht mitteilen.

Ein Mann steigt in ein CleverShuttle. 1 min
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Ausschlaggebend für den Rückzug in Frankfurt und Stuttgart seien fehlende Genehmigungen durch die Städte gewesen. In Frankfurt hätte Clevershuttle keinen Gewinn erwirtschaften, in Stuttgart nur zu bestimmten Tageszeiten Fahrten anbieten dürfen. Mit solchen Auflagen und fehlenden Genehmigungen gebe es in Sachsen keine Probleme. "Das Personenbeförderungsgesetz gewährt den lokalen Behörden sehr viel Spielraum", erklärt der Unternehmenssprecher. "Diesen Spielraum nutzen die Städte Leipzig und Dresden aber zugunsten grüner Mobilität."

Soll heißen, dass die Städte Angebote wie Clevershuttle unterstützen und nicht durch zusätzliche Auflagen einschränken.

Was ist Ridesharing? Clevershuttle bietet seit seiner Gründung im Jahr 2015 das sogenannte
Ridesharing an, bei dem mehrere Fahrgäste mit ähnlichem Ziel auf
der Strecke eingesammelt werden und sich die Fahrt teilen. Fahrer sind Mitarbeiter des Unternehmens selbst. Kunden können den Service über eine App buchen. Sie geben dort Start und Zielort ein
und bekommen Infos zu Strecke, Preis und Ort der Abholung. Dieser ist meist an der nächsten Straßenecke oder sogar vor der eigenen Haustür. Die Fahrzeug-Flotte besteht aus Elektro- und Wasserstoffautos.

Kaum emissionsfreie Konkurrenz in Sachsen

Hinzu kommt, dass der Markt in Leipzig und Dresden überschaubar ist. "Wir sind hier tatsächlich der einzige Anbieter, der emissionsfreies Ridesharing anbietet", so Adlassnig. Kunden müssten sich deshalb nicht um die Zukunft von Clevershuttle in Sachsen sorgen. Ganz im Gegenteil: Das Unternehmen plant, die Standorte zu stärken und weiter auszubauen.

Quelle: MDR/cg/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.10.2019 | 06:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2019, 13:58 Uhr

2 Kommentare

Olaful vor 5 Wochen

@weise das ist eine gängige Geschäftspraxis bei neuen Unternehmen. Für das klassische Taxigewerbe wirds eng, aber vielleicht ist das alte Konzept auch nicht mehr zeitgemäß.
Art Verstrickung des OBM wollen Sie hier andeuten? In allen großen Städten werden neue Mobilitätskonzepte erprobt, da sollte gerade auch Leipzig nicht hinterher hinken.

WEiSE vor 5 Wochen

der Niedergang von CS kommt nicht von ungefähr.
Nach eigenen Angaben wurden 3 Standorten aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen.
Das ist kein Zufall , denn die Preise von CS können nicht wirklich funktionieren und liebe Bevölkerung: die Taxifahrer haben euch nicht über Jahre mit viel zu hohen Preisen abgezockt. "CS" ist in Leipzig eine immense Bedrohung.
Das betrifft nicht nur die Taxi-Unternehmen ,auch sämtliche Bürger,sowie den gesamten öffentlichen Personennahverkehr.
Die Zulassung und das Tagesgeschäft von CS bestehen aus einer Vielzahl von Sonder-/Ausnahmegenehmigungen,
Das wurde und wird offenbar durch die Stadt Leipzig erheblich begünstigt ,da im Unternehmen "CS" eine hohen Verstrickung von :
DB >Madsack Vg>Stadt Leipzig >OBM JUNG > Genehmigungsbehörde abläuft !
Nach 5 Jahren am Markt möchte CS im November 2019 erstmals versuchen eine "schwarze Null" zu schreiben . Allerdings nur nach Erhöhung der Fahrpreise & ohne das Einbeziehen einer Anschubfinanzierung von 1,2 MioEuro

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