29.04.2019 | 15:30 Uhr Connewitzer Verlagsbuchhandlung erhält Sächsischen Verlagspreis

Die Connewitzer Verlagsbuchhandlung erhält in diesem Jahr den Sächsischen Verlagspreis für besondere verlegerische Leistungen. Doch was macht den Buchladen mit angeschlossenem Verlag "Wörtersee" in der Leipziger City so besonders?

von Barbara Brähler

Passanten betrachten das belletristische Angebot vor der Connewitzer Verlagsbuchhandlung im Herzen von Leipzig.
Bildrechte: dpa

Holzregale vom Boden bis zur Decke - gefüllt mit Hunderten von Büchern. Auf 200 Quadratmetern und über zwei Etagen stapelt sich in der Connewitzer Verlagsbuchhandlung das geschriebene und gedruckte Wort. Viele der Bücher sind grafisch und künstlerisch besonders gestaltet. Wer hier stöbert, vergisst gerne mal die Zeit.

Viele Kunden kommen aber ganz bewusst in den Laden im Gewölbegang der Passage "Specks Hof". Das zeigt auch eine Umfrage von MDR SACHSEN:

  • "Die haben einfach eine total tolle Atmosphäre und eine gute Beratung."
  • "Die Connewitzer Verlagsbuchhandlung ist ein Teil von Leipzig. Ich fühle mich zu Hause, wenn ich hier bin."
  • "Ich habe gerade Uni-Pause. Es ist hier einfach eine schöne und gemütliche Oase mit einem ganz tollen Angebot."

Die "Edition Wörtersee" verlegt Lyrik mit Ortsbezug

Blick in die Buchhandlung im Specks Hof mit Buchregalen und Büchertischen
Bildrechte: Connewitzer Buchverlag

Neben Belletristik, Lyrik, Originalgrafiken oder Kinderbüchern gibt es auch Bücher von kleinen unabhängigen Verlagen und aus dem hauseigenen Verlag - der Edition Wörtersee. Alles sorgsam ausgewählte Literatur, erklärt Inhaber Peter Hinke. Die zu finden, ist nicht ganz leicht. "Wir bekomen viele Anfragen, müssen aber meist nein sagen. Oft ist es auch so, dass die Leute, die Manuskripte anbieten, gar nicht gucken, was machen die eigentlich. Das muss passen", sagt Hinke. "So ein Verlag ist wie so eine Suppe, in dem bestimmte Fleischstücke und Knochen sind und man muss bestimmte Gewürze drin haben."

Einige junge und mehrfach ausgezeichnete Autoren sind in der Connewitzer Verlagsabuchhandlung erschienen, unter anderem Clemens Meyer, Almut Sandig oder die Mundartdichterin Lene Voigt. Der Fokus auf Lyrik, Gestaltung und den Ortsbezug Leipzig ist ein Grund, warum der Verlag nun ausgezeichnet wird. So heißt es in der Jury-Begründung unter anderem, dass es Inhaber Hinke gelingt, den Spagat zwischen Tradition und Moderne zu schlagen.

Peter Hinke hat über Jahrzehnte hinweg die enge Verbindung von Buchverlag, Buchhandlung und literarischem Veranstaltungsprogramm erfolgreich vorgelebt. Seine Arbeit hat ihre festen Wurzeln in Leipzig und biete gleichzeitig Impulse über die Literaturstadt und Sachsen hinaus.

aus der Begründung der Jury des Sächsischen Verlagspreises

Preisgeld fließt zurück in Buchprojekte

Impulsgeber zu sein, ist schwierig, da der Buchhandel von den großen Verlagen dominiert wird. Kleine Verlage haben es da oft schwer. "Das Hauptproblem für kleine Verlage ist die Frage, wie man in die Buchhandlungen rein kommt und wie man präsent wird."

10.000 Euro Preisgeld erhält die Connewitzer Verlagsbuchhandlung nun. Natürlich wird das Geld in Buchprojekte investiert, kündigt Peter Hinke an. Allerdings weiß er noch nicht, in welches. Derzeit hätte er nämlich viele in der Warteschlange.

Quelle: MDR/bb/cg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.04.2019 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Leipzig

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