16.05.2020 | 07:00 Uhr Fitnesscenter in Sachsen fahren Betrieb wieder hoch

In der Corona-Krise haben die Sachsen wieder ein Stückchen Normalität dazu gewonnen. Seit Freitag dürfen im Freistaat die Fitnesscenter wieder öffnen. Allerdings gelten dort strenge Hygiene- und Abstandsregeln. Das erfordert von den Betreibern und Sportlern eiserne Disziplin. In Leipzig hat sich MDR SACHSEN den Neustart der Fitness-Center angeschaut.

Mann mit Hantel im Fitnessstudio.
Bildrechte: imago/Panthermedia

Zwei Monate war es ruhig rund um das Fitnesscenter in Leipzig-Plagwitz. Am Freitag konnte Crunchfit im Westen der Stadt seinen Betrieb wieder hochfahren. Gestürmt wurden Laufband, Hantelbank und Co allerdings nicht. Am Tag Eins nach der Corona-Zwangspause war es auf den gut 3.000 Quadratmetern Sportfläche recht leer. Nur eine Handvoll Sportler pro Etage, mehr waren an diesem Freitagmorgen noch nicht gekommen. Die, die da waren, hatten das so nicht erwartet.

Tag Eins und Platz ohne Ende

Extra früh sei sie zum Fitnessstudio gefahren, weil sie dachte, dass sie warten müsse, sagte eine Frau MDR SACHSEN. "Aber es ist super leer hier, dadurch kann man entspannt trainieren." Ähnlich hat das ihr Trainingspartner gesehen. Auch er befürchtete lange Warteschlangen vor dem Eingang. "Aber das liegt jetzt vielleicht auch noch an der Tageszeit, aber ich bin froh, dass es so leer ist."

Nach Zwangspause - Fitness-Center fährt Betrieb wieder hoch

Ein Schild steht vor einem Eingang, darauf Regeln für ein Fitnesscenter
Direkt am Eingang wurde ein Schild mit den derzeitg gültigen Corona-Regeln aufgestellt. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Ein Schild steht vor einem Eingang, darauf Regeln für ein Fitnesscenter
Direkt am Eingang wurde ein Schild mit den derzeitg gültigen Corona-Regeln aufgestellt. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Ein Drehkreuz in einem Fitnesscenter
Das elektronische Drehkreuz erfasst alle Sportler namentlich, die im Studio aktiv sind - Inklusive Adresse und Telefonnummer. Sollte ein Corona-Fall auftreten, ist die Kontaktverfolgung kein Problem. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Ein Fußboden, auf dem gelb-schwarze Klebestreifen aufgebracht sind
Mit Abstand zum Kursraum: Alle zwei Meter wurde mit schwarz-gelben Klebestreifen Abstandsmarkierungen auf den Boden geklebt. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
 Ein Fußboden, auf dem gelb-schwarze Klebestreifen aufgebracht sind
Selbst im Kursraum heißt es: Distanz wahren. Gut zwei Quadratmeter hat jeder Teilnehmer für sich. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Kleiderspind die mit rot-weißem Band gesperrt sind
Auch in den Umkleideräumen wurde auf Abstand geachtet. Jeder zweite Spind ist zu. Umziehen darf man sich dort auch nicht. Nur Schuhe können gewechselt werden. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Sportgeräte die mit rot-weißem Band abgepserrt sind
Nicht alle Geräte können genutzt werden. Jedes zweite bleibt wegen Corona gesperrt. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Sportgeräte die mit rot-weißem Band abgepserrt sind
Nach dem Gebrauch muss jeder Sportler sein Gerät desinfzieren. Zusätzlich wird die Reinigung von den Mitarbeitern kontrolliert. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
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Auch Studioleiter René Kirsten ist halb überrascht, halb erleichtert, dass der große Ansturm ausgeblieben ist. Er hat mit seiner Mannschaft in den letzten zwei Tagen alles für den Neustart vorbereitet. Jedes zweite Gerät ist gesperrt, auf dem Boden sind mit schwarz-gelbem Klebeband Abstandsmarkierungen aufgebracht, am Eingang müssen sich alle die Hände desinfizieren. Nach dem Gewichtestemmen oder Radeln auf dem Trimmrad müssen die Sportler auch die Geräte desinfizieren.

Die größten Einschränkungen die jetzt im Fitnesscenter gelten: Duschen, Sauna und Solarien bleiben geschlossen, die Umkleiden stehen nur für den Schuhwechsel zur Verfügung. Und auch das Kursangebot hat sich corona-bedingt geändert. Die Teilnehmerzahl in den Sportkursen ist jetzt beschränkt. Statt 40 dürfen nur noch 14 gemeinschaftlich mitmachen. Dazu wurden auch im Kursraum Flächen auf dem Boden markiert. Für jeden Teilnehmer stehen zwei Quadratmeter zur Verfügung. Manche Kurse würden zum Schutz der Gesundheit auch erst gar nicht angeboten, so Studioleiter Kirsten.

Ein Mann steht vor einer Wand
Studioleiter René Kirsten hätte gerne mehr Zeit für die Vorbereitungen gehabt. Erst zwei Tage vor dem Neustart hat er erfahren, dass sein Fitness-Studio wieder aufmachen darf. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Kurse wie Cycling oder Spinning bieten wird nicht an, weil da der Aerosol-Ausstoß zu groß ist.

René Kirsten Studioleiter

Sportler nehmen es sportlich

Obwohl der Betrieb nur eingeschränkt läuft und nicht alle Geräte oder Angebote zur Verfügung stehen, sind die Mitglieder des Fitnesscenters entspannt. Es sei eigentlich keine so große Veränderung, meint ein Mann. Bereits vor Corona sei er schon in Trainingskleidung hier her gekommen. Schade fände er nur, dass man weder Solarium noch Sauna benutzen kann, obwohl man dafür bezahlt habe.

Man muss halt überall Abstriche machen.

Fitnessstudio-Mitglied

Eine andere Sportlerin ist einfach nur froh, dass das Fitnessstudio wieder auf hat, trotz gesperrter Duschen.

Es ist es besser, trainieren zu können und dafür nicht zu duschen, statt gar nicht trainieren zu können.

Fitnessstudio-Mitglied

Drehkreuz als Einlasskontrolle

Damit die Abstandsregeln auch eingehalten werden können, haben Kirsten und seine Mitarbeiter immer im Blick, wie voll das Studio wird. Schon vor Corona kamen die Sportler nur mit dem Mitgliedsausweis über ein elektronisches Drehkreuz in das Center. Das System zähle, wie viele Mitglieder gerade aktiv im Studio sind und wie viel an Kapazität noch vorhanden ist, erklärt Kirsten.

Wenn diese Kapazitäten irgendwann aufgebraucht sind, dann dreht sich das Drehkreuz nicht mehr.

Dass das aber tatsächlich passieren wird, hält er für unwahrscheinlich. Auch mit weniger Geräten. Bei wieviel Personen beim Einlass tatsächlich Schluss ist, verrät Kirsten aber nicht. Und noch einen Vorteil hat das Drehkreuz. Sollte wirklich ein Corona-Fall bei einem der Mitglieder auftreten, sind alle Daten hinterlegt. Auch die der anderen Mitglieder, die zur selben Zeit trainiert haben.

Quelle: MDR/bb/rk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.05.2020 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Leipzig

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