12.05.2020 | 16:08 Uhr Gewandhaus zu Leipzig hofft noch auf Kammerkonzerte - Knabenchöre in Existenznot

Das Gewandhausorchester Leipzig eröffnet mit einem Konzert von Felix Mendelssohn Batholdy am Freitag (21.08.2009) die Mendelssohn Festtage in Leipzig.
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Das Leipziger Gewandhaus hofft, in dieser Saison, kleinere Kammermusik-Abende durchführen zu können. Das entscheide das Haus, wenn eine neue Coronaschutzverordnung nach dem 20. Mai vorliege, sagte Gewandhaussprecher Dirk Steiner MDR SACHSEN. Fest steht schon jetzt: "Die 'Großen Concerte' müssen bis zum Ende der Spielzeit ausfallen", sagte Steiner. Denn bis zum 31. August 2020 sind in Sachsen alle Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern untersagt. Bis zum 20. Mai finden keinerlei Veranstaltungen im Gewandhaus zu Leipzig statt.

Wir müssen dann entscheiden, wenn wir wissen, wie die nächste Verordnung aussieht unter welchen Bedingungen wir Konzerte geben dürfen oder nicht.

Dirk Steiner Pressesprecher Gewandhaus

Bei den Sächsischen Staatstheatern, zu denen auch die Semperoper Dresden gehört, wurde bereits Ende April die Spielzeit 2019/2020 eingestellt. Das Haus bereite sich mit Proben auf die nächste Saison ab Ende August vor, informierte der Intendant der Sächsischen Staatsoper Dresden Peter Theiler.

Deutsche Knabenchöre fürchten um ihre Existenz

Unterdessen fürchten große deutsche Knabenchöre in der Corona-Pandemie um ihren Fortbestand. Wenn Proben, Gesangsunterricht und Konzerte wegen des Corona-Shutdowns noch länger ausfielen, seien die Ensembles in ihrer Existenz bedroht, heißt es in einem Aufruf, der auch vom Dresdner Kreuzchor unterzeichnet wurde. Mit anderen renommierten Chören u. a. aus Augsburg, Regensburg und Bad Tölz verlangen die Dresdner dringend klare Rahmenbedingungen und einen Zeitplan für die Wiederaufnahme von Proben und Konzerten - mit den notwendigen Vorsichtsmaßnahmen.

Der Kreuzkantor Roderich Kreile während des Adventskonzertes mit dem Dresdner Kreuzchor in Dresden.
Der Kreuzkantor Roderich Kreile während des Adventskonzertes mit dem Dresdner Kreuzchor in Dresden. (Archivbild) Bildrechte: imago/Andreas Weihs

Kritik an fehlenden Signalen

Die Chöre kritisierten, dass es bislang keine politischen Signale gebe, wie und wann wieder musikalische Proben für kleinere Gruppen stattfinden könnten.

Schon in normalen Zeiten belegen die traditionsreichen Ensembles eine kleine, aber feine Nische innerhalb der Klassikbranche. In der Krise zeigt sich aber, wie zerbrechlich dieses Kulturgut ist, dessen Tradition bis weit ins Mittelalter zurückreicht.

Aus dem Aufruf der Knabenchöre

Derzeit würden die Knabenchöre die auftrittsfreie Zeit mit kreativen Online-Angeboten überbrücken. Diese kämen aber an Grenzen, denn sie ersetzten keine normalen Proben, hieß es. Zudem kämpften die Chöre mit großen Geldeinbußen.

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.05.2020 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Leipzig

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