24.03.2020 | 14:16 Uhr | Update Sachsen nimmt Corona-Patienten aus Italien auf

Mit einer Militärmaschine des Typus «Lockheed C-130 Hercules» der italienischen Luftwaffe sind in den frühen Morgenstunden Corona-Patienten aus Italien auf dem Flughafen Leipzig/Halle gelandet.
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Zwei Corona-Patienten aus dem italienischen Bergamo werden in der Universitätsklinik Leipzig behandelt. Die beiden jeweils 57 Jahre alten Männer waren in der Nacht zu Dienstag auf dem Flughafen Leipzig-Halle gelandet. Zwei Rettungsfahrzeuge standen auf dem Flugplatz für den Transport der Patienten ins Krankenhaus bereit.

Patienten aus Bergamo geht es schlecht

"Die beiden leiden unter ausgeprägten Lungenfunktionsstörungen. Es geht den Patienten sehr schlecht", sagte Sozialministerin Petra Köpping am Dienstag. Sachsen wird laut Köpping sechs weitere schwer erkrankte Corona-Infizierte aus Italien aufnehmen. Sie sollen ins Helios-Parkklinikum Leipzig, an die Uniklinik Dresden und ins Fachkrankenhaus Coswig kommen. "Ich bin froh, dass die Kliniken dem Hilfeersuchen des Auswärtigen Amtes nachgekommen sind", sagte Köpping.

Es ist selbstverständlich, dass wir helfen. Wir denken weiter europäisch und helfen, wo wir können.

Petra Köpping Sozialministerin

Kapazitäten für Hilfe vorhanden

Am Montag hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) angekündigt, dass Sachsen Corona-Patienten aus Italien in seinen Krankenhäusern aufnehmen will. Man komme damit einer Bitte der italienischen Regierung nach. Die Krankenhäuser im Freistaat hätten signalisiert, dafür die Kapazitäten zu haben. Zudem könne man durch die Behandlung der italienischen Patienten lernen, mit dem Virus umzugehen. Am Dienstag kündigte Kretschmer an, im Notfall auch Corona-Patienten aus Tschechien in Sachsen zu behandeln - wenn die tschechische Regierung darum bitte.

Von italienischer Luftwaffe nach Deutschland geflogen

Zunächst hatte Kretschmer von sechs Patienten aus Italien gesprochen, am Montagabend war dann von acht Patienten die Rede, die auf mehrere Kliniken verteilt werden sollen.

Das ist ein ganz wichtiges Zeichen, dass wir auch anderen helfen können.

Michael Kretschmer Ministerpräsident von Sachsen

Bis Dienstagmittag waren in Sachsen 1.018 Infektionsfälle registriert, die meisten in Dresden, Zwickau und Leipzig. Bis zum Dienstagabend gab es im Freistaat sechs Todesfälle durch das neuartige Virus.

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.03.2020 | ab 05:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 24. März 2020, 14:21 Uhr

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