27.04.2020 | 16:34 Uhr | Update Antonow 225 mit Schutzmasken aus China in Leipzig gelandet

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU, r.), Bundesverteidigungsministerin, unterhält sich auf dem Flughafen Leipzig/Halle mit Soldaten, die einen Bundeswehrtransport mit Schutzmasken begleiten
Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer nimmt die Lieferung auf dem Flughafen Leipzig/Halle entgegen. Bildrechte: dpa

Der größte Frachtflugzeugtyp der Welt, eine Antonow 225, ist am Montag mit mehr als zehn Millionen Schutzmasken aus China am Flughafen Leipzig/Halle gelandet. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer machte sich vor Ort ein Bild von der Ankunft des Bundeswehr-Transports aus China. Es ist nach Angaben der Bundeswehr die zweite von insgesamt drei Maschinen, die auf dem Flughafen in Schkeuditz landet. Über die "Luftbrücke" sollen insgesamt rund 25 Millionen Schutzmasken aus China nach Deutschland geflogen werden. Der Transport ist Teil der Amtshilfe der Bundeswehr in der Corona-Krise.

Ein Frachtflugzeug des Typs Antonov liefert Schutzmasken aus China zum Flughafen Leipzig/Halle
Die zweite Lieferung aus dem chinesischen Tianjin umfasste insgesamt 10 Millionen Schutzmasken. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

Dritte Maschine am Mittwoch erwartet

Die "Luftbrücke" besteht laut Bundeswehr aus insgesamt drei Frachtflügen. Ein erstes Transportflugzeug hatte am Sonntag mit 8,3 Millionen Schutzmasken den Flughafen Leipzig/Halle erreicht. Am Mittwoch wird eine dritte Lieferung mit 6,6 Millionen Schutzmasken erwartet. Der Transport ist Teil der Amtshilfe der Bundeswehr in der Corona-Krise. Das Gesundheitsministerium hatte sich Anfang April mit der Bitte um Unterstützung beim Transport von Schutzausstattungen an das Verteidigungsministerium gewandt.

Die Maschine, die aus dem chinesischen Tianjin nach Leipzig flog, ist eines von drei eingesetzten Großraum-Frachtflugzeugen vom Typ Antonow, die die Bundeswehr als Teil des SALIS-Vertrages nutzt. Mit dem Abkommen sichern sich zwölf NATO-Nationen Zugang zu Lufttransportmöglichkeiten. Unter anderem wird so Bundeswehr-Großgerät in die Einsätze nach Mali und Afghanistan transportiert.

Verteilung läuft über die Bundesländer

Die Schutzmasken würden von Leipzig über eine private Spedition an die Bundesländer verteilt. "In den Bundesländern ist es Sache der Gesundheitsminister vor Ort, festzulegen, welche Einrichtung wie viele Masken bekommen", erklärte die Verteidigungsministerin. Um sicherzugehen, dass die Masken auch funktionstüchtig sind, wird laut Kramp-Karrenbauer die Qualität in Stichproben bereits in China getestet. Auch in Deutschland werde das Material kontrolliert.

Schutzbedarf in Sachsen Sachsen hat beim Bund seinen Bedarf für die nächsten sechs Monate angemeldet. Für das gesamte Gesundheitswesen beläuft sich dieser unter anderem auf rund 45 Millionen Masken verschiedenen Typs, 260 Millionen Einmalhandschuhe, neun Millionen Schutzkittel, 1,9 Millionen Schutzbrillen und 1,5 Millionen Ganzkörper-Schutzanzüge.

Aufregung um Menschen-Pulk bei AKK-Besuch

Gedränge bei Pressetermin AKK Flughafen Leipzig
Ohne Masken und Abstand - das sorgte für reichlich Kritik. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

Für große Diskussionen sorgte am Montag das Verhalten der Beteiligten bei dem Pressetermin. Während des Termins auf dem Flughafen Leipzig-Halle kam es zu einem Menschenauflauf um die Ministerin ohne jegliche Corona-Schutzvorkehrungen. So wurde etwa der Mindestabstand von 1,5 Metern erkennbar nicht eingehalten. Die Bundeswehr entschuldigte sich später für den Vorfall.

Schutzmasken trug während des Vorfalls fast niemand, einige hatten Masken um den Hals hängen. Im Internet sorgte dies für hämische Kommentare. Die Maskenpflicht gelte offensichtlich nicht für Politiker und Journalisten, "da sie stets steril husten". Vielleicht reiche es auch, "wenn man sich in räumlicher Nähe einer Maske befindet", schrieb eine Ärztin im Internetdienst Twitter. Auch weitere Internetnutzer äußerten sich entsetzt über die Fotos von dem Termin, von einer "Corona-Party" war die Rede. Das Verteidigungsministerium schrieb dazu später, ebenfalls auf Twitter: "Mit Abstand geht es am besten." Daran hätten sich in Leipzig leider nicht alle gehalten. "Das bedauern wir sehr und überprüfen auch unsere eigene Organisation. Muss wohl bei uns noch richtig eingeübt werden."

Quelle: MDR/dpa/lt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.04.2020 | 09:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig
MDR SACHSENSPIEGEL | 27.04.2020 | 19:00 Uhr

Mehr aus Leipzig, dem Leipziger Land und Halle

Mehr aus Sachsen