Studie Leipziger Uniklinik: Masken schwächen Leistungsfähigkeit - sind aber wichtig

Die Coiffeuse eines Salons schneidet einem Kunden die Haare. Beide tragen einen Mundschutz
Viele Menschen, die stundenlang aus Schutzgründen eine Maske während der Arbeit tragen müssen, fühlen sich körperlich eingeschränkt. Nun haben Leipziger Ärzte nachgewiesen, warum das so ist. Bildrechte: dpa

Das Tragen von Mund-Nase-Masken schränkt die körperliche Belastbarkeit auch gesunder Menschen ein. Das ist das Fazit einer Untersuchung des Universitätsklinikums Leipzig. Tests mit zwölf gesunden Männern hätten ergeben, dass Volumen und Geschwindigkeit der Atmung durch die Masken beeinträchtigt sowie die maximal mögliche Kraft auf dem Fahrrad-Ergometer deutlich reduziert waren, teilte das Uniklinikum mit. Im Stoffwechsel sei zudem eine schnellere Ansäuerung des Blutes bei Anstrengung registriert worden. Die Ergebnisse der Untersuchung bestätigten das subjektive Gefühl vieler Menschen, sagte der Direktor der Klinik für Kardiologie, Ulrich Laufs.

Körperliche Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden bei gesunden Individuen sind reduziert durch chirurgische Masken und stark beeinträchtigt durch FFP2/N95 Gesichtsmasken.

Studie des Universitätsklinikums Leipzig Fachmagazin "Clinical Research in Cardiology"

Öfter Pause im Berufsleben für Maskenträger?

Keinesfalls jedoch sei die Arbeit als Kritik oder als ein Infragestellen der Maskenpflicht gedacht gewesen, betonte Klinikdirektor Laufs. Der Mund-Nasen-Schutz sei wertvoll, um die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie zu verhindern oder zu verlangsamen. Die Ergebnisse der Untersuchung seien für viele Lebensbereiche trotzdem potentiell interessant: "Übertragen auf die Arbeitswelt stellt sich schon die Frage, ob Menschen, die mit Maske körperlich anstrengende Arbeit leisten, öfter Pausen machen müssten als bisher", sagte der Klinikleiter.

Der Studienleiter Dr. Sven Fikenzer von de r Universitätsklinik Leipzig ist auf der Bildmontage drei Mal nebeneinander zu sehen. Links trägt der Mann im weißen Arztkittel eine sogenannte FFP2-Maske, in der Mitte blickt er ohne Maske in die Kamera und rechtseiner chirurgischen Masken. Die beiden Masken-Modelle wurden bei einer Untersuchung mit Probanden genutzt.
Der Studienleiter Dr. Sven Fikenzer von der Universitätsklinik Leipzig gleich drei Mal nebeneinander zu sehen: Links mit FFP2-Maske, in der Mitte ohne Maske und rechts mit einer chirurgischen Maske. Die beiden Masken-Modelle trugen auch die Probanden der Studie. Bildrechte: Universitätsklinikum Leipzig

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENPSPIEGEL | 20.07.2020 | 19:00 Uhr

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